Radsportler Marius Prünte:

Statt Weltrekordjagd in Utah ein Testlauf auf der Bahn in Jülich

Marius Prünte nach seinem Rennen in Warschau.
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Marius Prünte nach seinem Rennen in Warschau.

Eigentlich würde sich Marius Prünte derzeit in den Vereinigten Staaten aufhalten, um dort Einmaliges zu schaffen.

Hamm – Er hatte geplant, im Bonneville Salt Flats State Park in der Nähe von Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah den bestehenden Weltrekord von 296 km/h zu brechen und als erster Mensch auf dem Fahrrad schneller als 300 km/h zu fahren. „Der 15. August wäre der Tag der Tage gewesen. Aber leider hat Corona uns einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt der Hammer.

Denn die über einen Zeitraum von einer Woche auf dem ausgetrockneten Salzsee angesetzte Rekordveranstaltung, in die Prüntes Jagd auf die 300-km/h-Schallmauer eingebettet worden war, ist von den Verantwortlichen wegen der Pandemie abgesagt worden.

155 km/h - Den deutschen Rekord im Visier

Doch Prünte, der nun im kommenden Jahr den nächsten Anlauf nehmen wird, hat für die Zwischenzeit ein neues Projekt ins Visier genommen: Er will den deutschen Rekord brechen, der derzeit bei 155 km/h steht. „Das sollte von der Geschwindigkeit machbar sein, das Problem ist, eine geeignete Strecke dafür zu finden“, erklärt er.

So hat er für kommenden Samstag eine Teststrecke in Jülich gemietet, auf der er sich langsam an die 155 km/h heranpirschen will. Das Problem dabei ist allerdings, dass diese ein Oval ist und er auch in den Kurven sein hohes Tempo auf dem Rad beibehalten muss. „Eigentlich darf man da nicht über 100 Stundenkilometer fahren weil es sonst zu gefährlich ist“, sagt der Hammer. „Man kann schnell aus den Kurven herausgetragen werden.“

Daher will Prünte sich auch Schritt für Schritt an den Rekord herantasten, um mit der Zeit immer schneller zu werden und in den nächsten Wochen den nationalen Rekord zu knacken. Am Samstag sollen aber erst einmal das Equipment wie das Fahrrad, der Helm und die Funktechnik sowie die Performance des umgebauten Caddys, in dessen Windschatten er fahren wird, getestet werden.

Teile für Spezialrad schwer zu bekommen

Prünte selbst wird auf einem Tandem-Fahrrad sitzen – allerdings nicht zu zweit, sondern alleine. Eigentlich wollte er sich ein Spezialrad für den Weltrekord bauen. Doch da die Radbranche derzeit enorm boomt, ist es schwer, entsprechende Teile zu bekommen. Zudem sind die Rahmenbauer überlastet. „Daher ist die Sache mit dem Tandemrad derzeit alternativlos“, erläutert er. „Das Tandem hat eine doppelte Übersetzung, durch die ich höhere Gänge treten kann.“

Zu gerne würde er den Versuch, den deutschen Rekord zu überbieten, auf einer anderen Strecke in Angriff nehmen. Er hat auch bereits ein entsprechendes Angebot erhalten, dies an einer anderen Stelle zu machen. Doch während er in Jülich keinen Cent zahlen muss, würde die Miete der anderen Strecke 10 000 Euro pro Tag kosten. „Das ist daher ein finanzielles Problem“, sagt er, ist aber dennoch frohen Mutes, auch auf dem Ovalkurs in Jülich schneller als 155 km/h zu fahren. „Ich denke, ich kann den Rekord knacken, damit zeigen, was ich drauf habe und werde dann hoffentlich groß durchstarten.“

Starke Form in Warschau bestätigt

Wie gut er derzeit in Form ist, hat er im vergangenen Monat bei einem Straßenrennen in Warschau gezeigt, als er als Neunter ins Ziel kam. Mit dieser Platzierung hatte er sich nämlich für die Amateur-Weltmeristerschaft qualifiziert, die vom 6. bis 10. Oktober in Bosnien stattfinden wird, „Wenn es mit meiner Arbeit als Feuerwehrmann vereinbar ist, werde ich da an den Start gehen“, sagt er.

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