Hammer Radfahrer

Wieder im Wettkampf: Erstes Rennen nach Schienbeinbruch

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Drehte am Mittwoch eine leichte Trainingsrunde in Antalya: Der 23-jährige Aaron Gosser steigt heute wieder aufs Rad und bestreitet nach seiner langen Verletzungspause das erste Rennen.

Es war eine lange Zeit. Für Aaron Grosser, mit Leib und Seele Radrennfahrer, eine viel zu lange Zeit. Fast acht Monate hatte der 23-Jährige nach seinem schweren Sturz bei der Vier-Tages-Rundtour La Route d’Occitanie in Frankreich Ende Juni 2019 kein Rennen mehr bestritten.

Hamm/Antalya – Ab heute ist das Warten für den Hammer vom Team Bike Aid beendet. Dann wird er bis Sonntag an der Tour of Antalya an den Start gehen und endlich wieder Wettkampflust schnuppern dürfen.

„Es geht wieder los. Ich freue mich sehr darauf“, gibt Grosser unumwunden zu und verrät, dass er es erst einmal langsam angehen lassen will. „Ich habe keine allzu großen Erwartungen, ich muss wieder in Wettkampfform kommen. Von den Werten her war es im Training bisher okay, da bin ich in guter Form. Aber ich muss es nun umsetzen.“

Am Montag war der Sprinter extra noch einmal zu einem Radspezialisten nach Köln gefahren und hatte sein Sportgerät tunen lassen: Die Griffe mussten in die richtige Position und der Sattel in die passende Höhe eingestellt werden. „Nur wenn das okay ist, kann man die maximale Kraft aufs Pedal bringen“, erklärt er.

Eine gute Platzierung nicht im Fokus

Am Dienstag ging es dann per Flieger von Düsseldorf zum Schwarzen Meer, wo am Mittwoch nach einer Pressekonferenz eine kleine Trainingsrunde ansteht, ehe er heute auf der ersten Etappe über 149,2 Kilometer an den Start gehen wird. Für ihn stehen dabei weniger eine gute Platzierung im Fokus.

Vielmehr will er nach dem schweren Unfall mit dem gebrochenen Schienbein den Rhythmus für die Rennen wieder gewinnen, zumal er immer noch zwei Schrauben und einen Nagel in seinem rechten Bein hat. „Ansonsten aber habe ich mit dem Unfall komplett abgeschlossen“, stellt er klar. „Stürze gehören beim Radfahren nun mal dazu, auch solche schweren. Aber ich muss jetzt schauen, wie es sich in einem Rennen anfühlt.“

Nach der ersten Etappe am Donnerstag geht es am Freitag und Samstag zweimal in die Berge, so dass Grosser als Sprinter an diesen Tagen jeweils Helferdienste für sein Team leisten wird. Am Sonntag rechnet der Hammer zum Abschluss von Side nach Antalya (137,7 km) mit einer Sprintankunft, wo er dann vielleicht schon testen kann, was für ihn möglich ist.

Reha soll sich auszahlen

„Wenn es gut läuft und ich vom Team die Chance bekomme, dann kann ich da im Finale reinhalten“, sagt er und hofft, dass sich die harten Monate mit Reha und anschließendem Trainingslager auf Mallorca im November und Dezember sowie den zahlreichen Einheiten in den vergangenen Wochen in der heimischen Umgebung nun auszahlen werden und er möglichst schnell wieder seine alte Leistungsstärke abrufen wird. „Ich habe ordentlich für mein Comeback trainiert. Jetzt wird es Zeit, dass es losgeht“, betont er.

Er hätte die Saison sogar schon früher starten können, verzichtete aber bewusst auf die Teilnahme an einer Rundfahrt in Saudi-Arabien. „Aber ich denke, nach so einer Verletzung und so einer langen Pause ist weniger vielleicht mehr“, meint Grosser, der die Rennen im Februar und März vor allem als Vorbereitung ansieht. Im April und Mai will er dann wieder um Top- Platzierungen und am liebsten natürlich um Siege mitfahren.

Nach der Tour of Antalya bleibt Grosser in der Türkei. Am 29. Februar und 1. März wird er noch an zwei Ein-Tages-Rennen teilnehmen, um weiter daran zu arbeiten, dass die Konkurrenz ihn beim Schlussspurt wieder fürchten muss und nicht aus den Augen lassen darf.

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