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Publikumsmagnet Gummersbach - ASV Hamm-Westfalen freut sich auf Spitzenspiel

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Von: Günter Thomas

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Einschwören für Gummersbach: Sören Südmeier (von links), Jan Pretzewofsky, Fabian Huesmann und Markus Fuchs hoffen auf eine volle Halle – vor zwei Jahren in Dortmund (Foto) kamen über 9000 Fans.
Einschwören für Gummersbach: Sören Südmeier (von links), Jan Pretzewofsky, Fabian Huesmann und Markus Fuchs hoffen auf eine volle Halle – vor zwei Jahren in Dortmund (Foto) kamen über 9000 Fans. © Robert Szkudlarek 1967

Am Freitag (19.15 Uhr/Westpress Arena) erwartet der ASV Hamm-Westfalen Spitzenreiter VfL Gummersbach zum Topspiel der 2. Handball-Bundesliga - ein Spiel, das auch die Zuschauer wieder in die Halle locken soll.

Hamm – Die Fans des ASV Hamm-Westfalen dürften heute noch glänzende Augen bekommen, wenn sie an den 30. Dezember des Jahres 2019 zurückdenken. Mit 25:21 bezwang der Handball-Zweitligist damals den VfL Gummersbach vor 9 270 Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle – ein Spiel, das den Höhepunkt der Hammer Euphoriewelle im Kampf um den Aufstieg bedeutete, verabschiedete sich das Team doch auf einem Aufstiegsrang in die Winterpause. Am Freitag heißt der Gegner nun wieder Gummersbach (19.15 Uhr/Westpress Arena). Die Rahmenbedingungen werden dann zwar ein paar Nummern bescheidener sein – der sportliche Wert der Partie ist für beide Teams allerdings ebenso groß. Denn während der Traditionsklub aus dem Oberbergischen als Spitzenreiter anreisen wird, könnten die Hammer mit einem Erfolg zumindest nach Minuspunkten mit dem Aufstiegsfavoriten gleichziehen.

„Den leichten grippalen Infekt der letzen Woche hat die Mannschaft auskuriert und trainiert wieder mit voller Kapelle“, sagt ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers und zeigt sich zuversichtlich, dass das Team am Freitag bereit für ein Handball-Spektakel sein wird. „Wir gehen mit großer Vorfreude in diese Partie und wollen die sportliche Anspannung gar nicht so in den Vordergrund heben.“

Zumal der Druck eher bei den Gästen liegen dürfte. Denn der Klub ist schon viel länger in der 2. Liga, als es den Verantwortlichen lieb ist. Im Sommer 2019 stieg der VfL erstmals nach 53 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit ins Handball-Unterhaus ab – ein Tor fehlte damals schließlich zum Klassenerhalt. Im Endspurt der vergangenen Saison ging den Gummersbachern die Luft aus, obwohl das Team von Trainer Gujón Valur Sigursson nach 25 Spieltagen noch auf Platz zwei und damit auf Aufstiegskurs war – mit satten fünf Punkten Vorsprung auf den TuS N-Lübbecke. Am Ende war es der langjährige Erstliga-Konkurrent aus Ostwestfalen, der punktgleich mit dem HSV Hamburg in die Beletage des deutschen Handballsports zurückkehrte – Gummersbach landete – wieder dramatisch knapp – nur einen Punkt hinter dem Führungsduo.

Euphorie beim Gast ist groß

Derzeit ist die Euphorie im Oberbergischen aber wieder groß: 3911 Zuschauer waren es zuletzt, die den furiosen 29:22-Erfolg im Spitzenspiel gegen Tusem Essen bejubelten – die 4132 Zuschauer fassende Arena war fast ausverkauft. Ein Wert, von dem die Verantwortlichen beim ASV aktuell nur träumen können. Denn während die Hammer in der Saison 2019/20 noch im Schnitt 2 482 Fans in der Arena begrüßen durften, kamen bisher in der laufenden Spielzeit durchschnittlich nur 1 151 Besucher in die Westpress Arena – und das, obwohl die Mannschaft bisher in fast allen Begegnungen überzeugt und sich das Topspiel am Freitag erarbeitet hat. „In den ersten Heimspielen habe ich das nicht so empfunden“, sagt Lammers. „Gegen Dresden und Nordhorn hatten wir uns aber schon mehr erhofft. Die Mannschaft ist gut gestartet, das waren starke Gegner, und auswärts hatten wir vorher entsprechende Ergebnisse geliefert. Aber daran ist zu erkennen, dass wir mehr um die Leute kämpfen und Hürden überwinden müssen.“

Dabei sieht der ASV-Geschäftsführer aktuell weniger die Angst vor Corona als Hemmschwelle bei den Fans. „Ich glaube, der Faktor Angst ist nicht der größte. Es geht eher um das Thema Entfremdung“, sagt Lammers, der betont, dass der Klub weiter an der 3G-Regel festhalten wird. „Die Leute haben während der Pandemie gesehen, dass es ja ohne Handball, Fußball, Basketball geht – zumal sie sich vielleicht an die Übertragungen auf dem Fernsehsender Sportdeutschland gewöhnt haben. Wir müssen sie wieder begeistern, zeigen, dass das Erleben in der Halle etwas ganz anderes ist. Und die Mannschaft hat ja immer Spannung geboten – manchmal vielleicht etwas zu dramatisch.“

Daher ist sich Lammers sicher, dass die Halle in Zukunft wieder mehr Fans sehen wird. Die Zeichen für die Gummersbach-Partie sind jedenfalls eindeutig. „Die Vorverkaufszahlen sind jetzt schon höher als in den bisherigen Spielen“, sagt Lammers. „Über die 1 200er Grenze sind wir jedenfalls schon hinaus. Daher bin ich optimistisch, dass wir die Halle wieder so gut gefüllt sehen werden wie in alten Zeiten.“ Zumal sich auch viele Gästefans angekündigt haben.

Sportlich ist der VfL derzeit ohnehin das Beste, was die Liga zu bieten hat. „Gummersbach ist super gestartet und hat im Vergleich zum vergangenen Jahr noch an Qualität dazugewonnen“, weiß Lammers. „Nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite. Die Mannschaft kann jetzt verletzungsbedingte Ausfälle besser verkraften.“

Nach dem Sieg über Verfolger Essen schwimme das Team zudem auf einer Euphoriewelle: „Aber das tun wir auch“, betont Lammers. „Schließlich können wir mit einem Sieg in der Tabelle gleichziehen.“

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