ASV Hamm-Westfalen vor dem ersten Punktspiel im Jahr 2021

Probleme mit der Patellasehne überwunden - Felix Storbeck ist wieder fit

ASV-Torhüter Felix Storbeck hat die Probleme an der Patellasehne auskuriert und ist fit.
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ASV-Torhüter Felix Storbeck hat die Probleme an der Patellasehne auskuriert und ist fit.

Lübeck statt Hamburg. Der Name des Gegners für den ASV Hamm-Westfalen zum Auftakt in der 2. Handball-Bundesliga nach der WM-Pause hat sich geändert – das Ziel nicht.

Hamm – Möglichst erfolgreich wollen die Hammer ihren Start bestreiten, wenn sie am Freitag (19.30 Uhr/Hanse-Halle) beim Tabellenvierten VfL Lübeck-Schwartau antreten. „Letztendlich ändert sich für uns nichts“, sagt ASV-Torhüter Felix Storbeck. „Natürlich waren wir auf Hamburg eingestellt und haben uns auf dieses Spiel gefreut. Aber es kann ja keiner etwas dafür, dass so ein Wintereinbruch kommt. Und Lübeck stand ja sowieso im Terminkalender.“

Nach der kurzfristigen witterungsbedingten Absage des Nachholspiels beim Tabellenführer, das am sechsten Spieltag erstmals angesetzt war und damals wegen positiver Corona-Fälle in den Reihen der Hamburger abgesagt werden musste, lag die Konzentration im Hammer Lager seit Montag komplett auf der Partie am Freitag.

Remis gegen Aue wichtig für die Moral

Dass die Aufgabe in Lübeck zum Auftakt angenehmer, weil leichter zu lösen scheint, mochte Storbeck nicht unterschreiben. Der HSV dominiert bei nur vier Minuspunkten zwar derzeit gemeinsam mit dem VfL Gummersbach das Geschehen in der Liga. Aber: „So denkt vielleicht der allgemeine Handballfan“, sagt der ASV-Torhüter. „Für uns Spieler ist es dagegen egal, ob es gegen den Ersten, Zweiten, Dritten, Sechsten oder Achten geht. Wir haben gelernt, dass in dieser Liga gegen jeden Gegner alles passieren kann. Und wir hatten richtig Bock auf Hamburg.“

Die Furcht vor der Fortsetzung der Negativserie mit fünf Niederlagen in Serie, die erst mit dem 26:26-Unentschieden am 29. Dezember gestoppt wurde, hält sich bei Storbeck in Grenzen. „Es war ärgerlich, dass wir in Aue nicht gewonnen haben. Aber nach dem hohen Rückstand am Anfang haben wir da noch ein ordentliches Spiel gemacht“, sagt der Keeper. „Das war wichtig für die Moral – der Eisbreaker für uns.“

Kein Training mit „voller Kapelle“

Dass es überhaupt zu dieser Negativserie gekommen ist, die die Hammer aus der Spitzengruppe der Liga in den Tabellenkeller befördert hat, ist für Storbeck durch „viele Kleinigkeiten bedingt gewesen, die in dem Ausmaß nicht passieren dürfen“, sagt er. „Da fällt ein Südi (Anm. d. Red.: Spielmacher Sören Südmeier) verletzt aus, und auch sonst immer mal wieder jemand. Du trainierst nie mit voller Kapelle. Anfangs hat das noch nicht gestört. Aber wenn Leistungsträger wegbrechen oder ihre Form nicht abrufen können, kann das passieren. Und dann nach der Niederlage in Ferndorf haben viele weiche Knie gekriegt.“

Die Winterpause haben Team und Trainer daher dazu genutzt, um „den Kopf frei zu kriegen“. Wozu auch der überzeugende 35:29-Sieg im Testspiel gegen Erstligist HSG Nordhorn-Lingen beigetragen hat. „Das war ganz wichtig für das Gefühl, unter Wettkampfbedingungen gegen richtig gute Jungs gewonnen zu haben“, sagt Storbeck. „Wir dürfen einfach nicht alles zerdenken und zerlegen. Dieser Strudel, in den wir gekommen sind, war ein Kopfproblem.“

Nur Mittelmann Südmeier droht auszufallen

Dass die angeschlagenen Spieler in der Pause ihre Verletzungen auskuriert haben, dürfte ebenfalls hilfreich sein. So ist Südmeier der einzige Ausfallkandidat für Lübeck. Auch Storbeck ist nach Wochen mit Patellasehnenproblemen wieder schmerzfrei. Eine Verletzung, die „du gefühlt nicht behandeln kannst. Bei Muskelverletzung wird rumgeknetet – aber die Patellasehne tut einfach nur weh. Manchmal habe ich gedacht, es geht wieder super. Dann hatte ich schon Schmerzen beim Treppenlaufen. Und im Dezember hatten wir einen sehr engen Spielplan und keine Zeit, Verletzungen richtig auszukurieren.“

Jetzt ist er wieder schmerzfrei. Und hofft, dass er an seine starken Auftritte der vergangenen Saison und zu Beginn der aktuellen Spielzeit anknüpfen kann, ehe seine Form parallel zu der des Teams in den Keller ging. „Wenn du in so einen Abwärtsstrudel kommst, liegt es ja nicht daran, dass einer ein Totalausfall ist“, sagt er. „Jeder lässt Prozente weg – und wenn du zehn und nicht 15, 16 Bälle hältst, sind das dann eben die Paraden, die dazu beitragen, dass du am Ende nicht gewinnst. Genauso wie anderswo drei, vier technische Fehler die Entscheidung ausmachen können. Aber jetzt haben alle in der Vorbereitung gut mitgezogen. Wir haben uns gut upgegradet, was Angrff und Abwehr angeht.“

Mit Vladimir Bozic kommt ein dritter Torhüter

Dass mit Vladimir Bozic zur neuen Saison ein dritter Torhüter neben ihm selbst und Jan Wesemann verpflichtet worden ist, beschäftigt Storbeck nur am Rande. Ich spiele mit Ausnahme der zweijährigen Unterbrechung in Leipzig seit 2012 für den ASV und habe gefühlt jedes Jahr einen neuen Torwartkollegen bekommen“, sagt er. „Das bin ich gewohnt und beschäftigt mich gar nicht.“

Zumal er sich in Hamm längst heimisch fühlt und auch seine weitere Zukunft über das bisherige Vertragsverhältnis bis Ende der kommenden Saison beim ASV vorstellen kann. Dafür müssen allerdings bei mittlerweile nur noch zwei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge noch ein paar Zähler her. Am besten schon in Lübeck. Wie die Partie dort ausgeht? „Da lehne ich mich nicht aus dem Fenster“, sagt Storbeck und empfiehlt: „Nicht groß schnacken – einfach machen.“

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