1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Herringens Kapitän Phil Neuhaus vor dem Spitzenspiel: „Wir sind bereit“

Erstellt:

Von: Patrick Droste

Kommentare

Herringens Kapitän Phil Neuhaus will den Aufstiegsdruck nicht an sich heranlassen.
Herringens Kapitän Phil Neuhaus will den Aufstiegsdruck nicht an sich heranlassen. © bruse

Das, was dem VfL Mark am vergangenen Sonntag nicht gelungen ist, will der SVF Herringen am kommenden Wochenende nachholen: mit einem Sieg über Eintracht Werne den Tabellenführer stürzen und selbst die Spitze der Fußball-Kreisliga A (1) übernehmen.

Hamm – Wie das gelingen soll, verrät Phil Neuhaus, 32 Jahre alter Defensivallrounder und Kapitän des Teams von der Schachtstraße, in einem Gespräch mit Patrick Droste.

Herr Neuhaus, durch den umstrittenen Elfmeter in der Nachspielzeit hat Eintracht Werne am Sonntag noch das 2:2 in der Nachspielzeit gegen den VfL Mark geschafft und ist weiter Spitzenreiter – punktgleich mit dem SVF Herringen. Was für ein Spiel wird es da am Sonntag geben?

Das wird so sein wie immer, wenn wir gegen Werne spielen: Das wird ein enges und spannendes Match sein, in dem viel Feuer drin sein wird. Ich denke nicht, dass es nach 90 Minuten ein klares Ergebnis geben wird.

Was macht Sie zuversichtlich, dass Sie am Ende die Nase vorne haben und neuer Spitzenreiter werden?

Viele Dinge: Unsere Geschlossenheit, unser guter Mix aus Fußball und Kampf und unsere Erfahrung. Wir hatten vergangene Saison unfassbar viele Ausfälle, haben aber trotzdem ein gutes Jahr gespielt. Das hat uns enorm zusammengeschweißt. Durch die Neuzugänge wie Andrei Lorengel, Maximilian Eul, Jan Greitemeier oder Dominik Degelmann haben wir an Erfahrung und auch an Qualität dazugewonnen, die man in der Kreisliga A nicht allzu oft sieht. Und dann passt die Mischung bei uns. Wir spielen guten Fußball, haben aber auch alle ein Kämpferherz. Wenn wir das alles in die Waagschale werfen, dann können wir Sonntag gewinnen.

Herringens Neuhaus: „Zwei der drei Gegentore waren noch Geschenke“

Beeindruckend ist aber vor allem, dass der SVF in zwölf Partien erst drei Gegentore kassiert hat. Wie haben Sie das geschafft?

Zuerst einmal haben wir mit Eule und Nico Holstein zwei für die Kreisliga A überragende Torhüter. Und dann arbeitet unsere komplette Mannschaft stark gegen den Ball. Zwei der drei Gegentore waren noch Geschenke, die haben wir gegen den TuS 59 Hamm und gegen Frömern, die ja beide unten drin stehen, kassiert. Die hätten beide nicht sein müssen. Aber klar, das ist trotzdem ein toller Wert. Wir wollen versuchen, am Ende der Saison in Sachen Gegentore einstellig zu bleiben. Mal schauen, ob uns das gelingt.

Sie haben bislang einmal unentschieden gespielt, sonst alle Partien gewonnen. Wie sehr ärgert Sie das 0:0 vom zweiten Spieltag beim Hammer SC?

Das hängt noch immer ein bisschen nach. Hätten wir da drei Punkte geholt, würden wir jetzt vor Werne stehen und wären schon Tabellenführer. Aber wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass das Unentschieden letztlich in Ordnung ging. Das war ein typisches 0:0-Spiel.

Jetzt können Sie am Sonntag die Spitze übernehmen. Sehen Sie sich und Ihre Teamkollegen unter Druck, weil Ihr Trainer Sven Pahnreck vor der Saison gesagt hat, die Mannschaft sei zusammengestellt worden, um Erster zu werden?

Nein, Druck spüren wir da nicht. Natürlich wissen wir, was wir können und dass wir die Qualität haben, um aufzusteigen. Und viele sagen auch, dass der SVF Herringen in die Bezirksliga gehört. Aber wir versuchen, den Druck nicht an uns heran zu lassen, sondern gehen mit viel Spaß und Zuversicht an die Sache heran.

Zumal die Meisterschaft in einem Spiel auch nicht entschieden wird, oder?

Nein, das wird sie nicht. Es gibt noch das Rückspiel. Und auch der VfL Mark mischt ja noch kräftig mit und rechnet sich noch was aus. Die Mannschaft, die am Sonntag gewinnt, wird dann erst einmal ein kleines Polster haben. Aber der Vorsprung kann auch schnell wieder weg sein.

Nach der Partie gegen Werne erwarten Sie zwei Wochen später den VfL. Sind das nicht dennoch die entscheidenden Partien im Rennen um den Titel, denn gegen die restlichen Teams der Liga scheinen die drei Top-Mannschaften kaum etwas liegen zu lassen?

Das stimmt. Diese direkten Duelle zwischen uns, Mark und Werne werden, so scheint es aktuell, entscheidend sein, wer am Ende oben steht. Natürlich hoffen wir, dass Werne und Mark auch mal gegen andere Mannschaften nicht die vollen drei Punkte holen. Aber wenn man aufsteigen will, muss man die Duelle mit den direkten Konkurrenten gewinnen. Und letztlich spielt man für solche Aufeinandertreffen auch Fußball. Dennoch wundert es mich schon ein bisschen, dass es oben so eng ist. Keines der drei Top-Teams hat bislang ein Spiel verloren, alle arbeiten ihre Aufgaben sauber ab. Jetzt wollen wir dafür sorgen, dass Werne die erste Mannschaft von oben ist, die eine Niederlage kassiert. Wir sind jedenfalls bereit, haben Bock und wollen die drei Zähler behalten.

Auch interessant

Kommentare