Hintertür in die European League für den SK Germania Herringen?

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Sie werden in der neuen Saison doch keine Teamkollegen: Milan Brandt (rechts) hat sich gegen einen Wechsel zum SKG (hier Kevin Karschau) entschieden.

Hamm - Pause? Laut Kalender schon. Erst Anfang September beginnt die neue Saison in der Rollhockey-Bundesliga, am 1. August startet Vizemeister SK Germania Herringen in die Vorbereitung. Doch auch wenn es rund um die Glückauf-Sporthalle derzeit ziemlich ruhig ist – hinter den Kulissen werden Weichen gestellt.

Wobei der SKG in einem Punkt einen Dämpfer hinnehmen musste. Denn das lange Zeit scheinbar aussichtsreiche Werben um den in der vergangenen Saison mit Abstand besten Torschützen, Milan Brandt, blieb erfolglos.

Der ehemalige Herringer hatte durchaus Wechselinteresse signalisiert, entschied sich aber doch anders und wird weiter für Bison Calenberg spielen – auch wenn das Überraschungsteam des Vorjahres durch die Abgänge der „niederländischen Fraktion“ einschließlich Trainer Tonny van Dungen einen kräftigen personellen Aderlass zu verkraften hat.

„Das Thema ist vom Tisch“, sagt SKG-Vorsitzender Michael Brandt mit Blick auf das Tauziehen um Milan Brandt, um den auch Meister Iserlohn buhlte. Somit bleibt Rückkehrer Luis Hages der einzige Neuzugang für die kommende Saison. Bislang.

„Nicht mit der Brechstange“

„Es ist gut, dass wir ihn endlich dabei haben“, meint Michael Brandt. „Natürlich wären wir ein bisschen beruhigter gewesen, wenn wir zu unserem Stamm weitere gute Spieler bekommen hätten. Aber wir wollen das nicht mit der Brechstange“, fügt er hinzu.

Auch von der zwischenzeitlich ins Spiel gebrachten Verpflichtung eines spanischen oder portugiesischen Akteurs haben die Germanen erst einmal Abstand genommen. „Wir sind jederzeit bereit, Gespräche zu führen. Aber aktuell steht das nicht an“, erklärt der Klubboss.

Die bisherigen „zwei, drei“ Anfragen von iberischen Akteuren wiesen die Germanen zurück. „Die hätten vom Spielertyp nicht zu uns gepasst“, sagt Brandt. Ohnehin sind die SKG-Verantwortlichen in dieser Frage vorsichtig, „weil der eine oder andere Bundesligist schon Probleme hatte mit ausländischen Spielern. Wenn wir etwas machen, dann muss es hundertprozentig stimmen.“

Zusagen von allen Nationalspielern 

Unter Zugzwang sieht Brandt den Vizemeister nicht. Wichtig war zunächst für die angepeilte Jagd auf Champion Iserlohn, dass der Stamm blieb. „Wir haben von allen unseren Nationalspielern die Zusage, dass sie weiter für uns spielen“, sagt Brandt mit Blick auf das regelmäßige „Baggern“ von nationalen Top-Klubs an den SKG-Eckpfeilern, die „alle beruflich hier verankert“ seien.

Auch aus dem Ausland habe es nach den starken Leistungen von Liam Hages und Lucas Karschau – zwei der vier Herringer Auswahlakteure – zuletzt bei der WM, bei der Deutschland sensationell Vierter wurde, „glücklicherweise“ keine Anfragen gegeben. „Daher ist es auch nicht dramatisch, wenn der Kader nicht weiter ergänzt wird.“

Zumal die Herringer noch Akteure in der Hinterhand haben, die fast Neuzugänge wären. Zum Beispiel Philipp Michler. „Wir wollen sehen, inwieweit er sich wieder in die Mannschaft kämpfen kann“, sagt Brandt. Michler tat sich im abgelaufenen Jahr verletzungsbedingt schwer, den Anschluss herzustellen.

Liam Hages könnte Operation drohen

Auch Dominik Brandt ist wieder fit und bleibt eine Option, allerdings ist der Routinier beruflich stark eingebunden. Weiter offen ist, ob sich Liam Hages (Schulterprobleme) operieren lassen muss und zum Saisonstart fit ist.

Einem Eingriff am Sprunggelenk musste sich Justin Klein unterziehen, eine Bandscheiben-OP hat derweil Trainer „Alfredo“ Meier hinter sich. „Für ihn wird es vielleicht eng bis zum Beginn der Vorbereitung“, meint Brandt. Allerdings stehen in der ersten Phase „nur“ konditionelle Einheiten an, ab dem 11. August geht es in die Halle.

Dann hat der SKG auch Klarheit darüber, wo er in der kommenden Saison international startet. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass sich für den Klub, der sich eigentlich für den Cers-Cup qualifiziert hat, noch eine Hintertür in die Königsklasse (European League) öffnet.

Geht der "englische Platz" nach Hamm?

Bis Mittwoch müssen die Teams ihre internationale Meldung abgegeben haben. Und sollte der englische Meister – wie zuletzt üblich – abermals auf sein Startrecht verzichten, stünden die Chancen des SKG nicht schlecht, als Nachrücker in die „Champions League“ einzuziehen.

Denn der „englische Platz“ wurde zuletzt immer wechselweise an den französischen und deutschen „Vize“ vergeben. Da 2014 das Nachbarland am Zuge war, wäre es diesmal der Klub aus der Bundesliga. Vorausgesetzt, die Titelträger aus den Niederlanden oder Österreich entschließen sich nicht überraschend zur Teilnahme.

„Ich bin da immer vorsichtig“, sagt Brandt, „es gibt viele Unwägbarkeiten.“ Zum Beispiel auch die, ob der SKG überhaupt wirklich in die Königsklasse will. Sollte sich die Möglichkeit ergeben, „geht die Tendenz dahin“, so Brandt. Aber erst wenn der europäische Verband am 30. Juli offiziell verkünden würde, dass der 16. Platz im Starterfeld frei sei, müssten die Germanen ihre Entscheidung mitteilen.

„Wir werden in Ruhe mit Trainer und Mannschaft reden“, sagt Brandt. „Auch der Cers-Cup hat seinen Reiz, weil er von Beginn an im K.o.-System gespielt wird. Mit ein bisschen Losglück könnte man da recht weit kommen.“

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