Rhynern blamiert sich beim Tabellenletzten in Heven

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Die Westfalia besaß im Wittener Ortsteil nur wenig Durchsetzungsvermögen.

WITTEN -    Ein Wasser? Nein, das wollte Björn Mehnert defintiv nicht haben. „Nach der Leistung nehme ich ein Bier“, stellte der sichtlich angefressene Coach des SV Westfalia Rhynern vor der obligatorischen Pressekonferenz nach der überraschenden 0:1 (0:0)-Niederlage beim TuS Heven, dem bisherigen Schlusslicht der Fußball-Oberliga, klar. Und wie groß sein Frust war, machte er umgehend deutlich: „Ich bin das erste Mal in dieser Saison maßlos von meiner Mannschaft enttäuscht. Ich bin froh und die Jungs können froh sein, dass jetzt erst einmal Pause ist.“

Dabei hatte Mehnert extra sein taktisches Konzept geändert. Nicht wie sonst mit einem 4-2-3-1-, sondern mit einem 4-4-2-System ließ er sein Team agieren. „Ich wollte mehr Druck auf den Gegner ausüben und offensiver spielen lassen“, erklärte der Coach. Doch so richtig griff seine Umstellung nicht. Zwar hatten die Rhyneraner vor dem Wechsel ein optisches Übergewicht auf einem Kunstrasenplatz, der von Minute zu Minute eisiger wurde und für manch unfreiwillige Rutschpartie bei den Akteuren sorgte. Doch mehr als zwei Chancen sprangen vor dem Wechsel nicht heraus. Zuerst kam Dustin Wurst nach einer Ecke am Strafraum frei zum Schuss, aber Hevens Keeper Holger Lichottka fischte den Ball aus dem Winkel (14.). Die zweite Möglichkeit besaß Felix Bechtold, der mit seinem Schuss sogar schon den Keeper der Platzherren überwunden hatte, dann aber an Andreas Golm scheiterte, der das Leder von der Linie kratzte (35.). „Ansonsten haben wir pomadig, viel zu arrogant gespielt“, schimpfte Mehnert später.

Heven, das bei Ballbesitz von Rhynern von einer Dreier- auf eine Fünfer-Abwehr-Kette wechselte, tauchte in Durchgang eins nur einmal gefährlich auf. In der 41. Minute hatte Amadeus Piontek aus 30 Metern abgezogen, doch der Schuss ging nicht nur über Rhynerns Torsteher Dennis Wegner hinweg, sondern auch über die Latte.

Nach dem Wechsel kehrte Mehnert zum bewährten System zurück, „weil wir große Löcher hatten und noch konsequenter zum Tor gehen wollten“. Doch im zweiten Durchgang wurde das sowieso schon schwache Spiel der Rhyneraner noch schwächer. Die logische Folge waren mehr und mehr Chancen für die Platzherren. So bewahrte Wegner zuerst mit einer tollen Parade seine Mannschaft nach einem abgefälschten Schuss von Maik Knapp vor einem Rückstand (53.). Dann hatte die Westfalia Glück, als David Nyenhuis nur die Oberkante die Latte traf (66.). Als dann Wegner in der 74. Minute erneut gegen Knapp Sieger blieb, war er dann fünf Minuten später geschlagen. Eine Hereingabe von Ali Abou-Saleh bekam er nicht unter Kontrolle, so dass Demir Mustic zum vielumjubelten 1:0-Siegtreffer für den TuS abstaubte (79.). In der Schlussphase erhöhten die Rhyneraner dann noch einmal kurzzeitig die Schlagzahl, doch mehr als eine Chance von Bechtold, der an Lichottka scheiterte (87.), und ein Lattentreffer von Jan Apolinarski (88.) sprangen nicht mehr heraus. „Der Sieg von Heven geht absolut in Ordnung, denn der TuS hat das an den Tag gelegt, was man brauchte. Wir dagegen wollten alles fußballerisch lösen und haben durch einfache Fehler den Gegner immer wieder eingeladen“, echauffierte sich Mehnert, dessen Laune sich auch nicht besserte, als er das Bierglas im Eiltempo geleert hatte. „Die Jungs haben eine klar Ansage bekommen. Am 4. Januar beginnen wir mit der Vorbereitung. Und das wird die härteste, die mein Team bislang erlebt hat. Der Eindruck von diesem Spiel bleibt hängen, bis die Spieler die Vorbereitungszeit überstanden haben. Denn das war heute eine Charakterfrage. Ich kann den Jungs nur raten, die Trainingspläne, die sie jetzt mitbekommen haben, zu 100 Prozent umzusetzen“. - –pad–

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