Sebastian Schubert gewinnt in Rio die Silbermedaille

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Sebastian Schubert kommt mit der olympischen Strecke offenbar bestens zurecht.

Rio de Janeiro - Im April wird es ernst für die besten deutschen Kanu-Slalom-Fahrer. Dann werden in Augsburg und Markkleeberg die Tickets für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vergeben. Sollte sich Sebastian Schubert den einen zu vergebenden Platz im Kajak-Einer sichern – er wäre bestens gerüstet für das Highlight des kommendes Jahres. Denn bei den olympischen Testwettkämpfen sicherte sich der 27-Jährige vom Kanu-Ring Hamm etwas überraschend die Silbermedaille.

„Das ist ein Riesending“, freute sich Vater und Heimtrainer Jürgen Schubert über den Paukenschlag. „Aber man darf das auch nicht überbewerten. Denn noch kann sich Sebastian dafür nichts kaufen, vielleicht fährt am Ende einer seiner Konkurrenten im nächsten Jahr nach Rio.“ Aber falls es Sebastian Schubert tatsächlich schaffen sollte, dann „weiß er schon mal, was er kann. Dann nimmt er durch diesen zweiten Platz so viel mit, vor allem Selbstvertrauen. Das ist einfach eine super Erfahrung“, erklärte Jürgen Schubert.

Die Voraussetzungen für seinen Sohn waren allerdings alles andere als günstig. Bei der dem eigentlichen Wettkampf vorgeschalteten Eliminierungsrunde (WA berichtete) hatte der Heessener mit den Vorboten einer Grippe zu kämpfen, litt und Hals- und Gliederschmerzen. Schubert trat trotzdem an, „weil es ein außergewöhnliches Rennen war“, sagte sein Vater. Und weil die Vorfreude auf den Wettbewerb, der noch dazu im olympischen Modus ausgetragen wurde, einfach zu groß war. „Das ist eine sehr schwere Strecke. Aber ich glaube, das ist was für mich“, meinte Sebastian Schubert.

War es. Als Achter der Vorausscheidung schaffte er neben dem Augsburger Hannes Aigner den Sprung in den Hauptwettkampf, weil für das deutsche Team – wie zum Beispiel für die starken Franzosen – zwei Plätze reserviert waren. Ein schnellerer zweiter Lauf bescherte Schubert, dem es am Wochenende auch gesundheitlich allmählich besser ging, dann den souveränen Halbfinal-Einzug. Er wurde auf dem neuen Kurs in Deodoro Vierter (90,64 Sekunden). Aigner, der gar als Zweiter (89,96) in die Vorschlussrunde gelangt war, überstand diese jedoch nach einer 50-Sekunden-Strafe nicht – Schubert derweil schon (96,89), der als Dritter in den Endlauf einzog. „Auf einer neuen Strecke ist Sebastian ohnehin immer gut“, sagte Jürgen Schubert.

Und im Finale demonstrierte der Heessener seine Klasse. Hinter dem Franzosen Mathieu Biazizzo, der eine Fabelzeit hinlegte (91,77), wurde Schubert, der sich im Vergleich zum Halbfinale steigerte, mit 2,12 Sekunden Rückstand Zweiter (93,89). Bronze sicherte sich Biazizzos Landsmann Sebatien Combot (94,48). „Die Franzosen“, sagte Jürgen Schubert, „sind enorm stark.“ Sebastian Schubert auch.

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