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Paukenschlag beim SKG Herringen

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Von: Patrick Droste

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Christian Zarod hört auf. Der Erfolgstrainer verlässt den Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen.
Christian Zarod hört auf. Der Erfolgstrainer verlässt den Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen. © Reiner Mroß/Digitalbild

Die große Sause nach dem dritten Double der Vereinsgeschichte war gerade beendet, da machte der SK Germania Herringen eine mehr als überraschende Personalie offiziell und sorgte für einen Paukenschlag in der Hammer Sportszene. Erfolgstrainer Christian Zarod wird dem SKG nicht länger als Trainer zur Verfügung stehen.

Hamm - Zarod, mit dem der Rollhockey-Bundesligist von der Schachtstraße in den vergangenen sechs Jahren vier Deutsche Meisterschaften, drei Pokalsiege und zwei Titelgewinne im Supercup gefeiert hatte, wird dem SKG nicht länger als Trainer zur Verfügung stehen. „Es waren schöne, aber auch kräftezehrende und zeitraubende Jahre. Ich möchte mal wieder runterkommen und mehr Zeit für meine Familie haben“, sagt der Vater einer 14 Jahre alten Tochter.

„Schock für uns alle“

Die Verantwortlichen des SKG waren schon länger in die Entscheidung ihres Trainers eingebunden, bedauern dessen Rücktritt aber dennoch sehr. „Das ist natürlich ein Verlust für uns. Er hat hier super Arbeit geleistet. Es ist einmalig, was er erreicht hat“, sagt der Vorsitzende Michael Brandt. „Er hat es einfach super verstanden, im richtigen Moment auf die Mannschaft zuzugehen und Probleme anzusprechen, wenn sie da waren.“ Und Kapitän Lucas Karschau betont: „Das ist ein Schock für uns alle. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das noch ein paar Jahre zusammen machen. Denn die Zusammenarbeit war auf einer kollegialen Ebene. Das war eine gute Kombi mit ihm und uns. Aber seine Beweggründe sind nachvollziehbar. Da kann ihm keiner böse sein.“

Vor acht Jahren war der mittlerweile 40 Jahre alte Zarod, der zuvor in Lohauserholz und Herringen Fußball gespielt hatte, als Co-Trainer an der Seite von „Alfredo“ Meier beim SKG eingestiegen. „Alfredo ist da wie ein Studierter in Sachen Rollhockey mit all seiner Erfahrung. Ich habe da ungemein viel mitgenommen. Das war sehr wichtig für mich“, sagt Zarod. „Ich habe einiges von ihm übernommen, aber auch meine eigenen Ideen eingebracht, so dass ich da in einem kleinen Raum eine eigene Geschichte draus gemacht habe.“

Zarod eilte von Erfolg zu Erfolg

Als Chefcoach führte er die Mannschaft anschließend von Erfolg zu Erfolg. Von elf möglichen Endspielen gewann er mit dem SKG neun. Lediglich 2017 scheiterte er mit den Herringern im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft an Remscheid, zwei Jahre später ebenfalls in der Vorschlussrunde im Pokal am RSC Cronenberg. „Auf diese Bilanz kann man schon ein bisschen stolz sein“, sagt der als Bestatter arbeitende Zarod, der zudem nach seinem ersten Doublegewinn zu Hamms Trainer des Jahres gewählt wurde.

Zudem räumt er am Tag seines Abschieds auch mit einem Vorurteil auf, das die Herringer aufgrund einiger Trainerentlassungen in der Zeit vor Zarod seit Jahren begleitet hat. „Es hieß immer, dass die Mannschaft untrainierbar sei. Das stimmt überhaupt nicht. Ich kann den Jungs nur unglaublich dankbar sein“, stellt er klar und verrät auch gleich, wie er es geschafft hat, das Team hinter sich zu bringen und letztlich so erfolgreich zu sein: „In der Vorbereitung auf die neue Spielzeit haben wir immer Gas gegeben. Während der Saison ging es dann etwas lockerer zu. Und am Ende, wenn die entscheidenden Playoff-Partien anstanden, haben wir bis zum Schluss voll Power gemacht.“

Und dieses Erfolgsrezept war auch in der gerade abgelaufenen Saison wieder perfekt aufgegangen. Denn einen besseren Abschied als mit dem Sieg in der Meisterschaft über den RSC Cronenberg und dem Triumph über die IGR Remscheid im Pokal hätte sich Zarod nicht wünschen können.

Zarod geht dem SKG nicht ganz verloren

Ganz verloren geht er dem SKG allerdings nicht. In seiner Funktion als Abteilungsleiter Senioren wird er den Herringern weiterhin zur Verfügung stehen – und damit auch in die Suche nach einem Nachfolger eingebunden sein. Ob es dabei eine externe oder eine interne Lösung geben wird, ist noch offen. „Wir nehmen uns die nötige Zeit und werden das in Ruhe auch mit der Mannschaft besprechen“, sagt Brandt, der spätestens bis zu den Sommerferien Ende Juni einen neuen Trainer präsentieren möchte. „Wichtig ist vor allem, dass der neue Mann nicht nur an der Bande steht, sondern das ganze Umfeld im Blick hat. Das können nicht viele. Aber ansonsten wird das nicht funktionieren.“

Die Mannschaft jedenfalls wird unverändert in die neue Saison gehen, so dass Zarod seinem Nachfolger schon jetzt verspricht: „Der neue Mann wird mit dieser Mannschaft noch ein paar Jahre lang viel Spaß haben.“

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