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HSV-Neuzugang mit der richtigen Mentalität

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Von: Patrick Droste

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Angekommen bei der HSV: Patrick Schmidt (Zweiter von links) klatscht Trainer Steven Degelmann ab.
Angekommen bei der HSV: Patrick Schmidt (Zweiter von links) klatscht Trainer Steven Degelmann ab. © Reiner Mroß/Digitalbild

Wer Patrick Schmidt ein bisschen besser kennt, weiß, wie angenehm zurückhaltend er ist. Das bestätigt auch Steven Degelmann. „Er ist definitiv kein Lautsprecher“, sagt der Trainer des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg.

Hamm – Wenn Schmidt dann aber den Fußballplatz betritt, er mit dem Anpfiff ununterbrochen auf der rechten Seiten rauf und runter rennt, er dabei die Initiative ergreift, vornweg marschiert und Verantwortung übernimmt, der könnte meinen, sein Zwillingsbruder würde da im HSV-Trikot stecken.

„Mir macht das einfach mega viel Spaß, auf dem Platz Gas zu geben“, sagt Schmidt, der aber selbst nicht nur viel Freude hat, sondern seit seinem Wechsel im Sommer vom Landesligisten SpVg Beckum in den Hammer Osten seinem Trainer und seinen Teamkollegen eine Menge Vergnügen bereitet hat.

Denn der 29-Jährige, der im Werler Vorort Budberg wohnt und als gelernter Logistikmeister als Disponent arbeitet, ist einer der Garanten dafür, dass die HSV das Fußball-Halbjahr als Tabellenzwölfter mit beachtlichen 18 Punkten abgeschlossen hat, nachdem vor der Saison zahlreiche Experten die Hammer als Abstiegskandidaten Nummer eins abgestempelt hatten. Doch die schlechte Prognose und die Tatsache, dass die HSV zuvor mehr als zwei Jahre lang kein Meisterschaftsspiel gewonnen hatte, hatte Schmidt im Sommer nicht davon abgehalten, aus Beckum in den Hammer Osten zu wechseln.

„Mein Ziel war es schon immer, in der Oberliga zu spielen. Ich hatte zwar auch schon vorher Angebote, aber da hatte ich jedes Mal schon in Beckum zugesagt. Und da wollte ich dann keinen Rückzieher machen, sondern zu meinem Wort stehen“, erklärt Schmidt, der in der Jugend zuerst für den SV Hilbeck spielte und bei den B- und A-Junioren bereits schon einmal das Trikot der Hammer SpVg getragen hatte. Als es dann aber im Frühjahr 2021 in Beckum nicht mehr ganz rund lief und auch Frederik Falk, Tobias Fuest und Sebastian Stroemer Bereitschaft für einen Wechsel zur HSV signalisierten, kehrte Schmidt nach Hamm zurück.

Perfekter Einstand

Und sein Einstand hätte nicht besser sein können. Gleich im ersten Saisonspiel beendeten die Hammer die zweijährige Sieglosserie, die zuvor für viel Spott und Häme gesorgt hatte, mit einem 4:0-Erfolg über den TuS Erndtebrück – und Schmidt erzielte dabei die ersten beiden Treffer. „Das tat natürlich gut und hat mir gezeigt, wie schnell ich im neuen Verein und in der neuen Liga angekommen bin“, erinnert er sich zurück. Seitdem ist Schmidt aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken und hat sich auf der rechten Seite zu einem wichtigen Stammspieler entwickelt. Egal, ob etwas vorgeschoben mit einer Dreierkette hinter sich oder als rechter Verteidiger einer Viererkette – Schmidt rennt wie kaum ein Zweiter von der einen bis zur anderen Grundlinie, scheut keinen Zweikampf und leitet viele gefährliche Angriffe ein.

„Er ist ein absoluter Mentalitätsspieler, der immer Vollgas gibt. Er schont seinen Körper nicht, bereitet Tore vor und trifft auch selber. Und er passt auch menschlich super bei uns rein“, lobt Degelmann seinen Schützling, der sich bei der HSV sehr wohl fühlt: „Die Mannschaft ist total korrekt. Der Verein ist sehr familiär. Und wir haben mehr erreicht, als uns von vielen zugetraut worden ist.“

„Ein Zurück gibt es für uns nicht“

Vier Zähler hat die HSV aktuell Vorsprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz – und vier Rückstand auf Rang zehn, der am Ende die Qualifikation für die Aufstiegsrunde bedeutet. Ausschlaggebend dafür war, dass sich die Hammer von Rückschlägen wie klaren Niederlagen oder Punktverlusten in der Nachspielzeit nie haben aus dem Konzept bringen lassen. Immer wieder sind sie aufgestanden und haben sich auf die nächste Aufgabe fokussiert. „Zum einen haben wir eine hohe Trainingsbeteiligung. Denn jeder will spielen, da ist der Konkurrenzkampf hoch. Zum anderen haben wir, wenn es mal nicht so gut lief, viel miteinander gesprochen und haben es durch unseren guten Zusammenhalt immer wieder geschafft, aufzustehen. Denn ein Zurück gibt es für uns nicht. Wir wollen es den anderen zeigen“, stellt Schmidt klar und verrät, dass er und seine Teamkollegen nach dem 1:0-Sieg in Sprockhövel sogar einen etwas genaueren Blick auf die Tabelle geworfen haben: „Wir haben da in der Kabine ein bisschen herumgesponnen, was für uns nach oben noch gehen kann. Aber letztlich bleiben wir realistisch, denn die anderen Teams haben weniger Spiele als wir absolviert. Unser vorrangiges Ziel bleibt der Klassenerhalt“, sagt Schmidt – und fügt schmunzelnd hinzu: „Wenn wir den Sprung in die Aufstiegsrunde schaffen, hätten wir natürlich schon im März nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.“

Zuversichtlich in den Abstiegskampf

Doch auch wenn die HSV bis zum Ende in den Kampf um den Klassenerhalt involviert ist, gibt sich Schmidt optimistisch, dass die Saison ein gutes Ende nehmen wird. „Bis auf Meinerzhagen haben wir gegen jedes andere Team, das unten drin steht, bislang gepunktet. Das macht uns zuversichtlich“, sagt er und kann sich daher gut vorstellen, über diese Spielzeit hinaus im Hammer Osten aufzulaufen. „Bei mir besteht da durchaus Interesse. Und ich glaube, es wäre auch gut, wenn wir als Mannschaft so zusammenbleiben und uns noch besser kennenlernen würden, damit es in den nächsten Jahren bei der HSV noch besser laufen kann.“ Und dazu möchte Schmidt gerne seinen Teil zu beitragen: mit seiner ruhigen, bedachten und ruhigen Art neben und seiner forschen, zielgerichteten und kampfstarken Art auf dem Platz.

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