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Partystimmung bei Rhynerns Reserve in der Nachspielzeit

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Von: Patrick Droste

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Riesengroß war der Jubel bei der Westfalia-Reseve nach dem 3:3 in der Nachspielzeit.
Riesengroß war der Jubel bei der Westfalia-Reseve nach dem 3:3 in der Nachspielzeit. © Beuning

Eigentlich war das Spiel schon verloren. Als Abdulhai Aljouk in der 41. Minute das 3:0 für den VfL Kamen, den ungeschlagenen Tabellenführer der Fußball-Kreisliga A erzielt hatte, deutete alles auf eine deutliche Heimpleite des SV Westfalia Rhynern II hin.

Hamm - „Gefühlt hatten wir da schon verloren. Aber was bleibt einem anderes übrig, als weiter zu kämpfen. Wenn man aufgibt, schießen die einen ja noch höher ab“, sagt Michael Schäfers, Routinier in Reihen der Oberliga-Reserve.

Und so wehrte sich die Westfalia mit aller Macht gegen die Niederlage. Noch vor der Pause verkürzte Maurice Nüse auf 1:3 (45.), ehe Patrick Beier in der 68. Minute den 2:3-Anschlusstreffer erzielte. Und in der Nachspielzeit schlug dann auch noch Schäfers zu. „Wobei das aber eigentlich ein Glückstor war“, wiegelt er ab. Doch ob glücklich oder gewollt, das interessierte am Ende niemanden mehr – weder auf Seiten der völlig konsternierten Gäste aus Kamen noch auf Seiten der völlig ausgelassen feiernden Rhyneraner.

Es war gerade die erste Minute der Nachspielzeit eingeläutet, als die Westfalia hinter der Mittellinie einen Freistoß zugesprochen bekam. Selbst Keeper Simon Nordhoff hatte sein Gehäuse verlassen und war in den VfL-Strafraum gestürmt. Schäfers schlug den Ball dann weit vor das Tor der Gäste in den Sechzehner, wo das Spielgerät einmal auftickte und über Kamens Torsteher David Hellebrandt im Netz landete. „Ob unser Torwart da noch irgendwie dran war oder einfach nur für Verwirrung gesorgt hatte, habe ich gar nicht mehr mitbekommen. Da waren meine Mitspieler schon auf mich draufgesprungen und haben mich gefeiert“, sagt der 30 Jahre alte Schäfers, der das Endresultat letztlich als ein Zeichen der rasanten Entwicklung der Rhyneraner Reserve ansieht.

Entwicklung der Rhyneraner Reserve spiegelt sich wider

Denn im ersten Jahr nach dem Aufstieg aus der Kreisliga B, als die Saison nach wenigen Spieltagen wegen der Corona-Pandemie abgebrochen werden musste, hatte sich der VfL gegen die Westfalia noch mit 11:0 durchgesetzt. In der Hinrunde gelang Kamen „nur“ noch ein 4:0-Sieg, ehe die Partie am Sonntag nun 3:3 endete. „Das spiegelt so ein bisschen den Teamgeist bei uns wider“, erklärt Schäfers. „Wir geben nie auf. Und die Mannschaft hat sich einfach toll entwickelt, da kann man nur den Hut vor ziehen. Bei uns steckt einiges an Potenzial drin.“ Als Beispiel führt er dabei Cedric Bußmann an, der im Laufe der Saison bislang eher sporadisch zum Einsatz gekommen war, am Sonntag gegen den VfL Kamen aber ein „Riesenspiel für uns“ gemacht hat.

Dabei waren die Vorzeichen vor der Partie alles andere als gut gewesen. Zum einen hatten die Westfalia-Reserve arge Personalprobleme geplagt, zum anderen war sie im Nachholspiel am Dienstag der vergangenen Woche beim Tabellenvorletzten TuS Wiescherhöfen II nicht über ein Remis – ebenfalls ein 3:3 – hinausgekommen. „Bei uns ist es leider oft so, dass wir uns dem Gegner anpassen. Hinzu kam, dass sich Wiescherhöfen hinten reingestellt hat und wir das Spiel machen mussten. Gegen Kamen war das anders. Da hatten wir nichts zu verlieren, da konnten wir abwartend und von hinten raus agieren“, erklärt Schäfers, der nun hofft, dass er und seine Teamkollegen so schnell wie möglich den Klassenerhalt perfekt machen. Derzeit hat Rhynern II zwar 13 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, aber bis zum Saisonende sind noch deutlich mehr Zähler zu vergeben.

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