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Partie bei den Füchsen Berlin für den ASV „ein ganz normales Ligaspiel“

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Von: Rainer Gudra

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ASV-Trainer Michael Lerscht
Für ASV-Trainer Michael Lerscht ist die Partie in Berlin „ein normales Ligaspiel“. © Reiner Mroß/Digitalbild

Nach Magdeburg zum Saisonauftakt muss der ASV Hamm-Westfalen in der Handball-Bundesliga nun beim zweiten Klub aus dem Kreis der „Großen Vier“ antreten.

Hamm - Die Lage scheint aussichtslos: Die bisher ungeschlagenen Füchse Berlin bitten den sieglosen Aufsteiger am Donnerstag (19.05 Uhr, Sky) in der Max-Schmeling-Halle in Pankow zum Duell des fünften Spieltages. Die Rollenverteilung ist klar.

Aufsteiger zum Schnäppchenpreis

Dass der Neuling nicht zu den wichtigsten Gästen des Jahres im „Fuchsbau“ gehört, zeigen die Ticketpreise: Während die Westfalen zum Schnäppchenpreis zwischen zwölf und 40 Euro zu sehen sind, kosten die Plätze in der 12 000-Zuschauer-Arena für das folgende Heimspiel gegen den THW Kiel zwischen 18 und 90 Euro.

Dass einige seiner Spieler, vor allem jene ohne Erstliga-Erfahrung, vom Drumherum her beeindruckt sein könnten, sieht Trainer Michael Lerscht nicht: „Ich messe dem nicht allzu viel Bedeutung bei, das ist ein normales Ligaspiel, und wir wollen die bestmögliche Partie an dem Tag abliefern. Der Name des Gegners oder die Halle sind nicht der entscheidende Faktor; damit werden wir uns nicht allzu viel beschäftigen.“

Statt Übernachtung ein Tageshotel

So herrscht beim ASV auch „business as usual“, denn die Mannschaft hat nicht in der Hauptstadt übernachtet, sondern bezieht in den Stunden vor dem Spiel ein Tageshotel. Früh aufstehen ist angesagt. Der Bus steht zur Abfahrt bereits um acht Uhr parat. So lief auch die sportliche Vorbereitung auf das Füchse-Spiel „ganz klassisch“ ab, wie Lerscht berichtet – dies an den letzten beiden Tagen vor dem Spiel auch mit Videoeinheiten. Am Mittwoch flankierten Bilder und Analysen vom eigenen Angriff das Abschlusstraining in der Westpress Arena.

Wetzlar und Göppingen warten

Nun ergibt sich aus Spielplan und bisherigem Saisonverlauf, dass der ASV (0:8 Punkte) nach der Partie in Berlin in zwei aufeinander folgenden Heimspielen am 29. September und 8. Oktober gegen die HSG Wetzlar (0:8) und Frisch Auf Göppingen (2:6) antreten wird – und da im Abstiegskampf erstmals so richtig unter Zugzwang stehen wird. „Trotzdem geht es jetzt bei uns ausschließlich erst einmal um Berlin. Danach ist ein bisschen Luft bis zum kommenden Donnerstag, da haben wir genügend Puffer“, sagf der ASV-Trainer, der trotz des Null-Punkte-Starts in seinem Kader keine schlechte Laune ausmacht. „Wir wissen um die Schwere der Aufgabe in Gänze und mit Blick auf einzelne Spiele. Wir gucken, dass wir uns weiter entwickeln, um für mehr infrage zu kommen als bisher.“

Kretzschmar holt Olympia-MVP

Für Berlin gilt: „Wir müssen schauen, dass wir schnell ins Spiel kommen. Für uns gilt nicht der stete Blick auf die Anzeigetafel. Es geht darum, ein gutes Spiel zu machen und alles mitzunehmen, was man uns hinhält...“
Und das gegen ein Team, das um die Deutsche Meisterschaft mitzuspielen gedenkt und im Vorfeld noch einmal verstärkt worden ist – zum Beispiel präsentierte Sportvorstand Stefan Kretzschmar mit dem dänischen Olympia-MVP Mathias Gisdel einen der begehrtesten Rückraum-Spieler Europas.

Nur Björn Zintel fehlt

In den Schatten gestellt wird er aktuell von Landsmann Hans Lindberg – der Linksaußen ist 41 Jahre alt, Sechster in der Torjägerliste und längst kein Altherren-Spieler. „Der ist seit Jahr und Tag fester Bestandteil dieser Liga. Wahnsinn, über welche Zeit er diese Leistungen abruft“, sagt Lerscht, der weiter auf den langzeitverletzten Mittelmann Björn Zintel verzichten muss. „Er macht Fortschritte, aber einen Termin für sein Comeback gibt es weiterhin nicht.“

Die Füchse Berlin sehen das Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen – gemessen an ihren Ansprüchen – naturgemäß als Pflichtaufgabe an: „Wir müssen direkt wieder fokussiert sein und unserer Favoritenrolle gerecht werden“, sagte Trainer Jaron Siewert. 

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