Leichtathletik

Pachura kehrt nach Hamm zurück: Diesmal geht es auf die Halde Radbod

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Am 30. August soll im Lippepark gelaufen werden.

Wer Bestrebungen pflegt, seine Bestzeit einzustellen, für den ist der Marathon von Frank Pachura nichts. Wer aber auf der Suche nach dem Besonderen ist, ist hier genau richtig.

Hamm - Ordner, die dafür sorgen, dass die Läufer für einen Moment Halt machen und Hindernisse, die einen Kletter-Akt erfordern, geben dem Lidoma (Laufen-in-Dortmund-Marathon) einen ganz besonderen Charme. In diesem Jahr geht die Marathonreihe in ihre zwölfte Runde. Freuen dürfen sich die Teilnehmer am 30. August auf den Lippepark Hamm und die angrenzende Halde Radbod.

Denn trotz seines Namens fand der Lidoma nur einmal wirklich in Dortmund statt. Erfinder Frank Pachura findet spannende Orte in der unmittelbaren Umgebung. „Die Ideen gehen mir nicht aus. Ich stoße nach wie vor immer wieder auf außergewöhnliche Ortschaften“, erklärt Pachura. Tatsächlich fanden sich seine Teilnehmer schon im Finnentroper Fledermaustunnel oder etwa im Soester Maislabyrinth wieder. Die aber wohl spektakulärste Etappe ereignete sich 2016 in Soest. „Da waren wir auf einer Motocross-Strecke unterwegs. Durch die vielen Anstiege war das eine ganz besondere Herausforderung“, erinnert sich Günter Zipplies. 

Keinen einzigen Lauf verpasst

Der gebürtige Soester zählt zu den einzigen beiden Läufern, die seit dem Lidoma-Startschuss 2011 keinen Lauf verpasst haben. „Jeder Lauf ist einzigartig“, schwärmt Zipplies von der etwas anderen Dauerlauf-Reihe, die mit dazu beigetragen hat, dass bei ihm eine ganz neue Leidenschaft entfachte. „Der erste Lidoma war damals mein dritter, inzwischen stehe ich bei 197 Marathons“, sagt Zipplies. Wenn er bei Pachuras Events teilnimmt, geht er anders an die Läufe heran als sonst: „Ich laufe dort nicht, um eine neue Bestzeit aufzustellen“, räumt Zipplies ein. Begeistern lässt er sich dafür Jahr für Jahr aufs Neue von der guten Organisation und dem netten Wiedersehen mit alten Bekannten.

Frank Pachura: Der Mann für besondere Marathons.

Dieses familiäre Gefüge hat Pachura übrigens ganz bewusst erschaffen. „Ich möchte an den Veranstaltungen ja auch nichts verdienen. Es geht mir nicht um Profit“, sagt der Schöpfer der Laufserie. Stattdessen werden die Kosten fair auf alle Teilnehmer aufgeteilt. „Mit dem Lidoma will ich der Laufgemeinde etwas zurückgeben. Ich bin glücklich, wenn die Leute einen schönen Tag hatten“, betont Pachura, der dem Laufsport seit 20 Jahren verbunden ist. „Es ist eine kleine Marathon-Szene um mich herum entstanden und dann kam mir die Idee, einen Lauf zu entwickeln, bei dem es ausschließlich darum geht, sich am Event zu erfreuen.“

Erst der Button, dann die Rückkehr

Verbissenheit ist fehl am Platz. Denn die Ordner halten die Läufer ohnehin davon ab, an ihrer Bestzeit zu kratzen. „Die Johannes-Rau-Straße muss mehrfach überquert werden“, deutet Pachura darauf hin, dass die Stadt Hamm zwar für diesen Tag an Ort und Stelle aus der 50er- eine 30er-Zone macht, aber an beiden Straßenseiten Sicherheitskräfte postiert sein werden. Außerdem stehen den Teilnehmern weitere, wenn auch nicht menschliche Hindernisse im Weg. Die rote Ascherampe gilt es wohl eher zu erklettern als zu erlaufen, und auch die orangene Spirale im Lippepark will bestiegen werden. Dort oben möchte Pachura einen Button installieren, den die Läufer drücken müssen, ehe sie wieder hinunter dürfen.

Es klingt an, dass der 56-Jährige vor keiner organisatorischen Hürde zurückschreckt. „Ich mache das doch gerne“, bekräftigt er und deutet auf Familie und Freunde, die Abhilfe leisten. Allen voran seine Lebensgefährtin Kerstin Greb, die erst fleißig bei der Vorbereitung mitwirkt und dann natürlich gemeinsam mit Pachura den Lauf genießt.

Pizza als Belohnung

Genießen wollen die beiden nicht nur den Lidoma, sondern auch die Pizza, die sie sich im traditionellen Restaurantbesuch nach dem Marathon verdient einverleiben. „Die Vorfreude darauf ist natürlich immer groß. Aber beim Essen selbst sind wir dann platt wie sonst was, können kaum noch die Augen offenhalten“, erzählt er.

Dass er diese Momente auch in diesem Jahr nicht missen muss, darauf pocht Pachura – auch in Zeiten von Covid-19. „Ich bin da ganz optimistisch. Der Lauf ist ja erst am 30. August“, hofft der Lauffanatiker, dass sich die Lage bis zum Spätsommer beruhigt hat. Teilnehmen sollen dann immerhin 80 Personen. „Die Anmeldung war nach einem Tag geschlossen“, freut sich Pachura über die Resonanz für Auflage Nummer zwölf.

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