Vorfreude auf den Ex-Klub

Orlowski will seinen alten Weggefährten beim ASV ein Bein stellen

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Dynamischer Rückraum: Marian Orlowski, hier noch im ASV-Trikot, trifft am Freitag auf seinen Ex-Klub.

Beim letzten Duell mit seinem Ex-Klub ASV Hamm-Westfalen traf Orlowski in der Schlusssekunde zum Ausgleich. Am Freitag will er den Hammern erneut ein Bein stellen.

Hamm – Erst fighten, dann quatschen: Marian Orlowski hat die Prioritäten vor dem Duell seines aktuellen gegen den ehemaligen Verein klar festgezurrt. Daran, dass das Duell seines TuS N-Lübbecke gegen den ASV Hamm-Westfalen am Freitag (20 Uhr/Merkur Arena) für ihn ein außergewöhnliches ist, lässt der 26-Jährige aber keinen Zweifel aufkommen. 

„Hamm war meine erste Station im Profi-Handball“, sagt er. „Und ich habe vier Jahre dort gespielt. Natürlich ist es etwas Besonderes für mich, gegen den ASV zu spielen.“ 

Orlowski: "Hamm ist unglaublich gut drauf"

Von 2012 bis 2016 stand der geborene Lüdenscheider im Hammer Osten unter Vertrag, war damals 19-jährig als Junioren-Nationalspieler aus Gummersbach in den Hammer Osten gekommen. Danach führte ihn der Weg zum TVB Stuttgart, mit dem er erste Erfahrungen in der 1. Bundesliga sammelte, ehe es ihn vor einem Jahr zum TuS N-Lübbecke verschlug. Ganz abgebrochen ist der Kontakt zum ASV aber nie. „Ich kenne in Hamm noch viele Leute, mit denen ich damals zusammen gespielt habe“, sagt der Rückraumlinke. „Jan Brosch, Jakob Schwabe, Markus Fuchs, Felix Storbeck, mit dem ich beim ASV zusammen angefangen habe, Fabian Huesmann. Und natürlich das ganze Team ums Team.“ 

Vor allem mit Huesmann tauscht er sich ab und zu noch aus. „Wir haben erst vor zwei Wochen noch miteinander telefoniert“, sagt Orlowski, für den das anstehende Aufeinandertreffen im Gespräch aber Tabu blieb. „Ne, das war kein Thema. Und wenn du spielst, ist es eh egal, welche Vergangenheit du hast.“ Verfolgt, was die Kollegen machen, hat Orlowski aber schon. Gerade, dass es für Huesmann derzeit so gut im ASV-Trikot läuft, freut ihn. Aber auch die anderen machen ihren Job aus Sicht des Rückraum-Shooters sehr gut. „Für uns wird es schwierig, weil Hamm unglaublich gut drauf ist“, sagt er. „Die geben sich keine Blöße – auch nicht mehr gegen die Mannschaften, die weiter unten stehen.“ 

TuS nach Katastrophensaison mit neuen Zielen

Dass sein eigenes Team so schlecht in die Saison gestartet ist, hat den Rechtshänder schon gewurmt. Zumal bereits das erste Jahr nach dem Erstliga-Abstieg völlig verkorkst war. In der vergangenen Saison hatte sich der TuS mit Orlowski als Vize-Kapitän den direkten Wiederaufstieg in die Beletage vorgenommen. Am Ende stand eine chaotische Saison, deren negativer Höhepunkt im März die Entlassung von Trainer Aaron Ziercke war. 

Am Ende der Serie stand Platz sieben mit 43:33 Punkten und die ernüchternde Erkenntnis, dass „der Aufstieg nicht im Vorbeigehen zu machen sein wird. Eine Mannschaft wie der Bergische HC vor ein paar Jahren, die den Durchmarsch hinlegt, gibt es nicht in der 2. Liga. Dazu ist sie zu brutal, vielleicht noch stärker als in der vergangenen Saison“, weiß der Lüdenscheider. „Dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, von Spiel zu Spiel zu gucken und dann zu schauen, was dabei herauskommt. Momentan ist der Aufstieg so weit weg, dass es überhaupt nichts bringt, sich darauf zu fokussieren.“ 

Nach Zwischenspurt auf Tuchfühlung mit dem ASV

Denn auch der Start in die neue Serie war nicht einfach für Orlowski und die Ostwestfalen. Mittlerweile ist der 26-Jährige unter dem neuen Coach Emir Kurtagic zum Kapitän des Teams aufgestiegen, der Erfolg stellte sich aber erst später ein. Nach 5:9 Punkten zum Auftakt fing sich die Mannschaft, legte einen 8:2-Lauf hin, kletterte auf Rang sieben – und liegt nur drei Zähler hinter dem ASV in Lauerstellung. 

Entsprechend hat sich die Hoffnung beim TuS wieder zurückgemeldet. „Wir können da oben noch reinrutschen, da ist alles möglich“, gibt sich Orlowski, der sein Psychologie-Studium abgebrochen hat und nun erst einmal ein Praktikum an einem Gymnasium macht, um in den Lehrerberuf zu schnuppern, zuversichtlich. „Aber vieles liegt daran, wie wir die nächsten Spiele bestreiten.“ Denn nach Hamm geht es vor der Winterpause für den TuS noch nach Eisenach und Rimpar sowie gegen den EHV Aue. 

Orlowski über Rückkehr nach Hamm: "Sag niemals nie"

Gegen den ASV erwartet Orlowski eine Partie, die von den Defensivreihen dominiert wird. Das klassische 0:0 wie im Fußball wird es sicher nicht geben, allzu viele Tore erwartet der Mann, der im TuS-Innenblock steht, aber nicht. „Unsere Stärke ist die Abwehr“, gibt er sich selbstbewusst. „Beim 23:21-Sieg gegen Tusem Essen haben wir zuletzt in den ersten 20 Minuten nur drei Gegentore zugelassen. Das ist eine starke Leistung. Aber auch der ASV ist abwehrstark. Ich denke, dass es eine Abwehrschlacht wird, in der wir uns keine Gegenstöße fangen dürfen, ruhig bleiben müssen und keine technischen Fehler machen sollten.“ 

Ob er in der kommenden Saison noch in Ostwestfalen unter Vertrag stehen wird, kann Orlowski zum jetzigen Saison-Zeitpunkt nicht sagen. Der Vertrag läuft aus. „Aber das regelt sich in der nächsten Zeit“, ist er zuversichtlich, dass es für ihn weiter geht. „Ich fühle mich wohl dort, kann Verantwortung übernehmen.“ 

Wenn nicht, könnte er sich auch eine Rückkehr nach Hamm durchaus vorstellen. „Ich sage niemals nie. Die Entwicklung, die Hamm in den vergangenen Jahren genommen hat, ist schon gut. Da hat sich viel getan, alles ist professioneller geworden. Und ich hege ja keinen Hass gegen Hamm.

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