Sebastian Schubert will im August noch einmal nach Rio

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Sebastian Schubert auf der neuen Kanu-Slalom-Olympiastrecke in Rio de Janeiro.

Hamm - Es war in sportlicher Hinsicht ein äußerst erfolgreiches Trainingslager. 16 Tage verbrachte Sebastian Schubert, Slalom-Ass des Kanu-Rings Hamm, in Brasiliens Metropole Rio. Mit Blick auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr sammelte er viele wertvolle Eindrücke.

Und auch, wenn diese nicht ausschließlich positiv waren, steht für den 27-jährigen Sportsoldaten eines fest: „Da will ich auf jeden Fall noch einmal hin!“ Wenn es nach Schubert geht, am liebsten natürlich vom 5. bis zum 21. August 2016. Denn dann wird in Rio de Janeiro um olympische Medaillen gekämpft. Doch bis dahin ist es für den Heessener noch ein sehr weiter Weg. Schließlich wird unter den besten deutschen Fahrern jeweils nur ein Olympia-Startplatz in den verschiedenen Bootsklassen ausgefahren.

Im Einer-Kajak hat Schubert bei den Pre-Olympics, dem vorolympischen Test-Wettkampf, im Olympiapark Deodoro schon einmal mächtig die Werbetrommel für sich gerührt. Als bester Deutscher belegte er hinter dem überragenden Franzosen Mathieu Biazizzo, der in 91,77 Sekunden eine sensationelle Zeit erzielte, mit 2,12 Sekunden Rückstand den zweiten Platz. Seine deutschen Nationalmannschaftskollegen Hannes Aigner und Alexander Grimm aus Augsburg hatten nicht einmal das Finale erreicht. „Damit habe ich intern schon einmal ein kleines Ausrufezeichen gesetzt, gezeigt, dass ich mit dem Kurs gut zurecht komme.“ Der Kanal im Sportpark Deodoro ist technisch sehr anspruchsvoll. Es ist ein sehr schnelles Gewässer mit vielen kleinen Wellen. „Ich kam damit ganz gut zurecht“, meinte Schubert, der einige Dinge kurzfristig veränderte. „Ich habe noch einmal das Boot gewechselt und auch in technischer Hinsicht an kleinen Stellschrauben gedreht.“ Platz zwei bei den Pre-Olympics haben ihm ein gutes Gefühl gegeben. „Ich weiß jetzt, dass die Dinge, die ich verändert habe, gut sind und gefruchtet haben“, erklärte der 27-Jährige.

Vor dem Test-Wetttkampf, bei dem fast die gesamte Weltelite die Chance nutzte, die neue Olympiastrecke zu erfahren, hatte die deutsche Nationalmannschaft fünf Trainingseinheiten auf dem Wasser absolviert, in der zweiten Woche in Brasilien waren es sogar neun. Zum zweiten Teil des Trainingslagers war auch Schuberts Vereinskameradin Jasmin Schornberg nachgereist. Weil sie sich in diesem Jahr nicht für die Damen-A-Mannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes qualifizierte hatte, durfte sie nicht an den Pre-Olympics teilnehmen. Dennoch konnte sie bei den Übungseinheiten wertvolle Erfahrungen sammeln. Schließlich ist für Schornberg, die 2012 in London Olympia-Fünfte wurde, Rio noch einmal ein ganz großes Ziel ihrer sehr erfolgreichen Karriere.

Für Schubert war es zudem wichtig, sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen „Wir haben die Zeit gehabt, Land und Leute kennen zu lernen“, berichtete der Hammer. „Es sah nicht überall so toll aus. Manchmal hatten wir schon ein mulmiges Gefühl, aber Angst eigentlich nicht.“ Das Mannschaftshotel lag in einem Vorort von Rio. „Wir haben auch die berühmten Strände Copacabana und Ipanema besucht, im Pazifik gebadet. Wann hat man im Dezember schon einmal diese Möglichkeit“, schwärmte Schubert. „Interessant war auch der Ausflug in einen Nationalpark. Bei hoher Luftfeuchtigkeit floss schon nach wenigen Metern im Regenwald der Schweiß.“

Das wird auch in den kommenden Wochen und Monaten für Schornberg und Schubert durchaus Alltag sein, bevor im April in vier Ausscheidungsrennen in Augsburg und Markkleeberg das Olympiaticket bei den Damen und Herren vergeben wird. „Eine kurze Pause, vielleicht drei Tage, werde ich nur über Weihnachten haben“, sagte der Deutsche Meister. „Ende Januar geht es dann vier Wochen ins Trainingslager nach Australien.“ Dort wollen die beiden Hammer Spitzenathleten den letzten Feinschliff ansetzen, um sich ihren Olympia-Traum schließlich auch erfüllen zu können.

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