Rhynern siegt am Ende verdient mit 3:1 in Bielefeld

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Die Erlösung: Thorben Menne jubelt über seinen entscheidenden Treffer zum 3:1 für Rhynern.

BIELEFELD - Erst fühlte sich Björn Mehnert an die vor zwei Jahren erlittene derbe 0:5-Schlappe erinnert, am Ende durfte er wie beim 2:1-Erfolg der Vorsaison einen Sieg bei der Reserve von Arminia Bielefeld bejubeln. 3:1 (0:1) hieß es nach intensiven 90 Oberliga-Minuten im Stadion an der Rußheide für Westfalia Rhynern – sehr zur Freude des Hammer Trainers.

„In den ersten 25 Minuten wurde mir Angst und Bange“, gestand der Coach ein. „Denn da sind wir richtig schlecht ins Spiel gekommen und nach einer Fehlerkette auf der linken Seite in Rückstand geraten. Am Ende haben wir aber verdient gewonnen.“

Was nach dem fulminanten Bielefelder Start nicht zu erwarten gewesen war. Mehnert hatte nur eine Änderung in seiner Startelf vorgenommen, hatte Stürmer Matteo Fichera zur zweiten Mannschaft abgegeben und erwartungsgemäß Innenverteidiger David Schmidt wieder von Beginn an gebracht. In vorderster Linie stürmte Lennard Kleine, während Philipp Hanke zunächst die offensive rechte Seite bediente. Doch die taktischen Spielchen hatten auf dem Platz noch gar nicht begonnen, da lagen die Hausherren bereits vorn. Der Vorjahresmeister hatte die träge aus der Kabine gekommenen Gäste überrumpelt und Cihan Bolat per Kopf für die Führung gesorgt. „Der war so frei, den Ball hätte ich auch noch reingemacht“, mäkelte Mehnert.

Auch danach hatte der Rhyneraner Coach wenig Grund zur Freude. Arminia war gedanklich fixer, läuferisch überlegen und immer einen Tick schneller in den Zweikämpfen. Doch Khalil Kleit versäumte es, völlig frei stehend den zweiten Treffer nachzulegen, als er am Tor vorbeizielte (22.). Dann platzte Schmidt der Kragen: „Bewegt Euch mal“, raunzte er über den Platz, und spätestens, nachdem Felix Bechtold nach starker Hanke-Vorarbeit die Latte knallen ließ (26.) war auch der letzte Rhyneraner wach. Fortan drehte sich das Blatt, die Westfalia übernahm die Initiative.

Als „Glücksgriff“ bezeichnete Mehnert die Maßnahme, zur zweiten Halbzeit Kleine und Hanke die Positionen tauschen zu lassen. „Wir wollten mit Philipp mehr Geschwindigkeit im Zentrum haben und hinter die Abwehr kommen“, sagte Mehnert und hatte damit Erfolg. Nach 51 Minuten bediente Kleine seinen Sturmkollegen mustergültig, und der brauchte den Ball frei vor Christopher Balkenhoff nur noch einzuschieben. Als der Arminen-Keeper auch noch selbst Hand anlegte, um den Gästen unfreiwillig zu helfen – er holte Mathieu Bengsch an der Torauslinie von den Beinen – war es an Kapitän Dustin Wurst, die Führung zu erzielen. „Danach müssen wir etwas früher einen Konter setzen“, bemängelte Mehnert die fehlende Konsequenz bei den sich nun ergebenden Möglichkeiten. (Die größte: Bechtold per Kopf/67.) – ansonsten musste Rhynern nur noch einmal zittern, als der eingewechselte Emre Pinar frei stehend über das Tor köpfte (78.). Was auch DSC-Trainer Daniel Scherning zugab: „Wir haben das Spiel total aus der Hand gegeben“, sagte er. „Der dritte Gegentreffer war dann ein Torwartfehler. Und dann verlierst du zurecht.“ Thorben Menne freute sich diebisch, dass ihm nach einem Duell mit Balkenhoff der Ball wieder vor die Füße fiel (79.). - güna

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