33:22 über TuRa Bergkamen

Trotz Sieg im Derby: Die Saisonziele des ASV II bleiben bescheiden

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Michel Sorg und der ASV Hamm Westfalen II hatten nicht nur aufgrund zahlreicher Ausfälle eine schwere Aufgabe im Derby gegen Bergkamen vor der Brust, lösten diese aber mit Bravour.

Das Fehlen von vier potenziellen Stammkräften hatte Christian Feldmann beim Saisonauftakt gegen Aufsteiger HC TuRa Bergkamen zu beklagen. Sich davon beeinflussen ließen die Oberliga-Handballer des ASV Hamm-Westfalen allerdings kaum.

Hamm - Dass die Abwesenden beim fulminanten 33:22-Derbysieg nicht nur bravourös aufgefangen wurden, sondern die ASV-Reserve mit dem Sprung auf Rang zwei der Tabelle gleich zu Beginn der Saison ein Ausrufezeichen setzte, veranlasste die Verantwortlichen jedoch nicht dazu, die Saisonziele noch einmal zu überdenken. „Der Aufstieg ist in dieser Saison eher weniger ein Thema für uns“, ordnete Feldmann die eigenen Ansprüche äußerst verhalten ein. 

Dass der letztjährige Tabellen-Dritte, der mit 38:14 Punkten eine mehr als zufriedenstellende Saison abgeliefert hatte, beim Lokalrivalen dort weitermachte, wo er zum Ende der vergangenen Spielzeit aufgehört hatte, stimmte Feldmann nicht um. Eine Kampfansage war ihm nicht zu entlocken: „Wir wollen das vergangene Jahr bestätigen und zur Top-Gruppe gehören“, so Feldmann. 

Trotz zahlreicher Ausfälle: ASV geht früh in Front

Damit begonnen hatte die ASV-Reserve, die ohne die Dienste von Phil Schrage, Lars Gudat, Niklas Kölsch und Fabio Runkel zurecht kommen musste, gleich in den Anfangsminuten in Bergkamen. „Wir sind trotz der Ausfälle sehr gut ins Spiel gekommen und waren besonders im ersten Durchgang offensiv sehr stark“, befand Feldmann. Zwei verwandelte Siebenmeter und Tempogegenstöße der selben Anzahl führten zur frühen 4:0-Führung. 

In der Hammer Defensive lief es zudem prächtig, erst in der achten Minute musste der erste Gegentreffer hingenommen. Es wäre wohl zu viel des Guten zu behaupten, die vier fehlenden ASV-Akteure hätten keine Spuren hinterlassen im Spiel der Feldmann-Truppe. Dass sie dazu in der Lage ist, das Fehlen der potenziellen Stammkräfte aufzufangen, bewiesen Michel Sorg und Co. eindrucksvoll. „Ich habe keine Zweifel daran, dass wir das auch in den kommenden Wochen schaffen werden. Jammern hilft nicht, das habe ich in den vergangenen Jahren gelernt“, so Feldmann. 

Runkel bricht sich im Training das Nasenbein - längere Ausfallzeit droht

„Wir haben uns im Sommer deutlich verstärkt. Ein Aufstieg lässt sich in dieser Liga dennoch nicht prognostizieren“, sprang ihm ASV-Oberliga-Manager Frank Scharschmidt zur Seite und fügte an: „Wir hoffen darauf, dass anders als ironischerweise zum jetzigen Zeitpunkt alle gesund bleiben, sodass wir dem Aufstiegsfavoriten aus Bielefeld in einigen Wochen auf Augenhöhe begegnen können.“ 

Schließlich gesellt sich mit Runkel, der sich im Training das Nasenbein gebrochen hatte, eine weitere Baustelle zu Kölsch (Meniskus-OP), die zumindest in den kommenden drei bis vier Wochen nicht geschlossen werden kann. Wie lange Feldmann auf Schrage verzichten muss, sei „zurzeit nicht absehbar“, so der Coach. 

Feldmann über Sieg: "Gerade auswärts nehmen wir das mit"

„Nur bei Gudat sieht es nach seiner Verletzung am Fußgelenk wieder besser aus. Er könnte bald wieder dazustoßen“, so der ASV-Trainer erleichtert, der zur Halbzeitpause in Bergkamen eine komfortable 19:12-Führung begrüßen durfte, anschließend jedoch leicht ins Schwitzen geriet. „In der zweiten Halbzeit hatten wir dann drei 50:50-Entscheidungen gegen uns, weshalb der HC heran gekommen ist“, berichtete Feldmann. 

Der Abstand von sieben Zählern schmolz schnell auf lediglich vier zusammen. Dass der überraschende Gleichstand abgewendet wurde, war der miserablen Chancenverwertung der Gastgeber geschuldet. „Danach haben wir uns wieder gefangen“, so Feldmann erleichtert. Der ASV zog mit elf Treffern davon. 

„Gerade auswärts nehmen wir das so mit“, sagte der Coach, der zwar noch die wenigen Fehler des Wochenendes aufarbeite, dennoch bereits einen Blick auf die anstehende Aufgabe warf: „Gladbeck ist eine gute und erfahrene Mannschaft. Sie hat zwar ihre erste Partie knapp verloren, wird uns dennoch vor Probleme stellen.“

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