Personalnot beim Spiel in Halle:

Nur zehn Feldspieler - Eisbären fahren in kleiner Besetzung zu den Saale Bulls

Tim Pietzko (links)  verzichtet heute aus privaten Gründen auf die Fahrt nach Halle.
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Tim Pietzko (links) verzichtet heute aus privaten Gründen auf die Fahrt nach Halle.

Für die Hammer Eisbären steht bereits an diesem Dienstag das nächste Punktspiel in der Oberliga Nord auf dem Programm. Es geht zu den Saale Bulls Halle.

Hamm – Es sind herausfordernde Zeiten für die Hammer Eisbären. Schlafen, Arbeiten, Eishockey, dazwischen irgendwie ein bisschen Familie – für mehr bleibt angesichts der Terminhatz in der Eishockey-Oberliga Nord kaum noch Zeit. Nicht einmal für ein wenig Freude über den dritten Saisonsieg, der dem Team am Sonntag beim Herforder EV gelungen ist. Schließlich steht bereits heute (Dienstag) um 20 Uhr das Nachholspiel bei den Saale Bulls Halle auf dem Spielplan. Und auch das wird wieder eine große Herausforderung für Trainer und Mannschaft: sportlich, aber auch logistisch.

Gut sechs Stunden Busfahrt für 400 Kilometer

Rund sechs Stunden Busfahrt hat Trainer Ralf Hoja für die gut 400 Kilometer bis Halle (Saale) einkalkuliert, inklusive Pausen. Platz dürften die Akteure genügend haben. Denn im Vergleich zum Auftritt am Sonntag in Herford, wird sich der Kader noch einmal weiter verkleinern. Neben den langzeitverletzten Kevin Thau, Michel Maaßen und Samuel Dotter werden auch die angeschlagenen Dustin Demuth, Andreas Valdix, Tobias Schwab und Leonardo Ewald sowie der gesperrte Ibrahim Weißleder nicht zurückkommen. „Außerdem werden Sebastian May, Igor Furda und Tim Dreschmann in Halle aus beruflichen Gründen fehlen und Tim Pietzko die Reise nicht mit antreten, weil er in diesen Tagen Vater wird“, sagt Hoja. „Wir werden also mit einem sehr dünnen Kader und gerade einmal zehn Feldspielern in Halle antreten müssen.“

Partie in Sachsen kurzfristig angesetzt

Eine Kröte, die der Coach aufgrund der besonderen Umstände durch die Corona-Krise schlucken muss. Denn die Partie in Sachsen wurde kurzfristig in den Kalender eingepflegt. „So flexibel wir auch sind, um ruckzuck verlegte Spiele wahrzunehmen – für solche Partien wie in Halle müssen sich unsere Spieler Urlaub nehmen, was nicht immer so kurzfristig geht“, betont Hoja. „Und am Freitag spielen wir schon wieder in Rostock, wofür einige auch schon wieder einen Tag frei machen müssen. Das ist eben der Nachteil, wenn man fast durchweg mit Leuten zusammen arbeitet, die noch einem Beruf nachgehen. Aber wir waren uns bereits im Vorfeld der Saison darüber im Klaren, dass es so kommen kann. Was in der Regel auch kein Problem wäre, wenn nicht so viele Spieler verletzt ausfallen würden.“

Die Hoffnung, noch in dieser Woche den einen oder anderen Spieler verpflichten zu können, hat sich indes nicht erfüllt. „Das hat sich zerschlagen“, meldete Eisbären-Manager Jan Koch nach dem Erfolg in Herford.

Dort freuten sich die Hammer noch über den Sieg, den Gianluca Balla mit seinem verwandelten Penalty zu 4:3 sichergestellt hatte. Nach einer Partie, in der das Team knapp zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sogar noch auf drei Punkte spekuliert hat, ehe Herfords Lasse Bödefeld noch der 3:3-Ausgleich gelang.

Aufatmen nach dem dritten Saisonsieg

„Wenn man es bis dahin schon so gut gemacht hat und dann einmal nicht aufpasst, ist es immer ein bisschen bitter, wenn noch der Ausgleich fällt“, ärgerte sich Hoja, der dennoch aufatmete, dass am Ende der dritte Saisonsieg auf dem Zettel stand. „So einen Befreiungsschlag brauchen wir, sonst wirst du als Trainer irgendwann ja unglaubwürdig. Aber wir werden ja nie aus dem Hemd geschossen. Selbst das 1:7 gegen die Hannover Scorpions war gefühlt kein 1:7, was auch der Hannoveraner Trainer so gesehen hat. Aber, dass wir vorne die Dinger nicht wegmachen, ist unser Problem.“

In Herford zwar nur bedingt, weshalb Hoja durchweg anerkennende Worte für seinen kleinen Kader fand. „Die Jungs waren sehr diszipliniert – vor allem, weil Leute auf Positionen spielen mussten, die sie gar nicht können. Tim Pietzko hat zum Beispiel ein wunderbares Tor vorbereitet, Hardy Hoffmann im Sturm gespielt. Und Sebastian May hat eine vorzügliche Torwartleistung geboten. Gekrönt durch drei gehaltene Penaltys.“ In Halle wird Marvin Nickel den verhinderten Goalie vertreten. Und auch sonst darf dort niemand mehr ausfallen. Hoja: „Sonst müssen dort einige Spieler auf dem Eis bleiben.“

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