2-Jahres-Vertrag

Niels Pfannenschmidt wird neuer Trainer des ASV

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Niels Pfannenschmidt wird neuer Trainer des ASV Hamm-Westfalen. In der Westpress Arena wurde er von Kay Rothenpieler (links) und ASV-Geschäftsführer Franz Dressel (rechts) vorgestellt.

[UPDATE 17.15 UHR] HAMM - Jetzt ist es raus: Niels Pfannenschmidt wird ab der kommenden Saison neuer Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen. Er löst damit Kay Rothenpieler ab, der sich nach insgesamt 14 Jahren auf der ASV-Bank künftig auf seine Managertätigkeiten konzentrieren wird. Pfannenschmidt erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag.

Von Frank Heidenreich

Vor zwei Jahren hatten die Verantwortlichen des ASV Hamm-Westfalen erstmals vorsichtig die Fühler nach Niels Pfannenschmidt ausgestreckt. Damals allerdings vergeblich. Der 40-Jährige war gerade beim TBV Lemgo intern zum Trainer der ersten Mannschaft „aufgestiegen“.

Zur Person

Der künftige ASV-Trainer Niels Pfannenschmidt wurde am 21. März 1974 in Minden geboren. Als Aktiver spielte er für LIT Nordhemmern/Mindenerwald. Sein Heimatverein war auch die erste Trainerstation (2003 bis Februar 2007) – zunächst coachte er Reserve und A-Jugend, dann die erste Mannschaft.

Auf eine Stippvisite bei der HSG Stemmer/Friedewalde folgte ab 2007 ein zweijähriges Engagement des Ostwestfalen bei der Reserve von GWD Minden und 2009 der Schritt zum TBV Lemgo.

Nach vierjähriger Arbeit als Jugendkoordinator und Coach der zweiten Mannschaft „beförderte“ der TBV den A-Lizenz-Inhaber 2013 zum Trainer des Erstliga-Teams.

Im Dezember wurde Pfannenschmidt, der beim deutschen Handballbund im Lehrwesen tätig ist und auch in der Prüfungskommission für die A-Lizenz sitzt, entlassen. - fh

Nun allerdings bekommt der Handball-Zweitligist seinen Wunschkandidaten: Ab der kommenden Saison tritt Pfannenschmidt das Erbe Kay Rothenpielers an, der sich auf seine Tätigkeit als Manager konzentrieren wird.

Der gebürtige Mindener, der am Sonntag im Rahmen eines Sponsoren-Brunchs im Vip-Raum der Westpress-Arena vorgestellt wurde, erhält einen Kontrakt über zwei Jahre. „Aber ich bin überzeugt, dass die Zusammenarbeit deutlich länger sein wird“, meinte Geschäftsführer Franz Dressel und ergänzte: „Ich bin mir sicher, dass wir weiter an unserer Erfolgsstory schreiben werden.“

Werbung in eigener Sache

Möglich machte die „Ehe“ eine für Pfannenschmidt weniger erfreuliche Entwicklung, ein für den ASV allerdings „glücklicher Zufall“ (Rothenpieler): Der Coach war im Dezember in Lemgo nach einer sportlichen Talfahrt des TBV entlassen worden. Im Vorjahr allerdings hatte er das jüngste Team der Eliteklasse auf Platz neun geführt – und nicht zuletzt deshalb Eigenwerbung betrieben.

Der Draht nach Hamm und besonders zu Rothenpieler, mit dem er auch gemeinsam von einem A-Trainer-Lehrgang in Kaiserau zur Präsentation kam, war für Pfannenschmidt schon während dieser Zeit sehr eng.

Zweitspielrecht sorgt für regen Kontakt

Was das Zweitspielrecht beziehungsweise die Wechsel seiner einstigen Schützlinge Dennis Doden, Joscha Ritterbach, David Wiencek, Julian Possehl und Georg Pöhle unterstreichen.

Schon wegen ihnen habe er die Entwicklung des ASV sehr genau verfolgt, betonte Pfannenschmidt. Den Weg nach Hamm machte er schließlich selbst frei, sein eigentlich noch bis 2017 laufender Vertrag in Lemgo wurde aufgelöst.

„Dass Niels sofort weiterarbeiten will, zeigt, wie ehrgeizig er ist“, sagt Rothenpieler. Dass Pfannenschmidt sehr ambitioniert ist, strich auch Doden heraus. „Er ist sehr akribisch. Wenn er was macht, dann zu 100 Prozent. Er bereitet eine Mannschaft super vor und identifiziert sich voll mit dem Verein“, erklärte der Torwart.

Fachliche Kompetenz und Begeisterungsfähigkeit

Nicht zuletzt deshalb passt der neue Coach nach Ansicht des Noch-Trainer-Managers und Dressels von allen Kandidaten am besten ins Anforderungsprofil, das Rothenpieler noch einmal umriss. Einen jungen deutschen Coach habe der ASV gesucht, einen, der die fachliche Kompetenz mitbringe, der das familiäre Umfeld begeistern könne.

Der – besonders wichtig – gut mit jungen Spielern arbeiten könne, der auch das „große Ganze“ inklusive der SG Handball Hamm als Unterbau im Blick habe. „Niels schaut über den Tellerrand“, sagte Rothenpieler. „Er kann die neuen Impulse bringen. Ich glaube, er lebt den Verein.“

Der Draht nach Hamm und besonders zu Kay Rothenpieler (rechts), mit dem er auch gemeinsam von einem A-Trainer-Lehrgang in Kaiserau zur Präsentation kam, ist für Niels Pfannenschmidt schon lange sehr eng.

Kein Trainertyp, der sofort nach dem Training abhaut

Zwar wird der zweifache Familienvater weiter in Porta Westfalica wohnen, sich aber auch ein Zimmer in Hamm nehmen. „Es wird Tage geben, an denen ich nicht nach Hause fahre. Ich bin kein Trainertyp, der sofort nach dem Training abhaut“, sagte Pfannenschmidt. „Es ist für mich ja wichtig, das Ganze kennen zu lernen.“

Und damit beginnt der künftige Coach schon jetzt – auch wenn für ihn das sportliche Tagesgeschehen bis zum Saisonende tabu sein wird. Aber gemeinsam mit Rothenpieler, der seinen Nachfolger als „kommunikativ, offen, zielstrebig“ beschrieb, forciert er nun die Kaderplanung für das kommende Jahr, wird daher auch beim heute beginnenden ASV-Trainingslager in Kaiserau vor Ort sein.

Rothenpieler: Wir werden beide voneinander lernen

Das derzeitige Aufgebot verbunden mit „ein, zwei Ergänzungen“ sei „ein gutes Fundament“, sagte Pfannenschmidt. Er wird eine Ära beenden. Rothenpieler wird im Sommer, von kleineren Unterbrechungen abgesehen, 14 Jahre lang Trainer beim ASV gewesen sein – und muss sich umstellen.

„Aber ich will mit Niels zusammenarbeiten. Es gibt ganz klare Hierarchien und Verantwortungsbereiche, wir tauschen uns aus. Wir können offen reden, das haben die letzten Jahre gezeigt. Wir werden beide voneinander lernen“, beteuerte Rothenpieler.

Wir wollen in der Rückserie angreifen

Für ihn ist es wichtig, die Strukturen weiter zu professionalisieren, zu versuchen, „immer mehr Leute mit reinzunehmen, die das Projekt begleiten“.

Doch noch ist es nicht soweit, noch wartet die Rest-Saison auf Rothenpieler und seinen „Co“ Torsten Friedrich, der im kommenden Jahr in anderer Funktion beim ASV eingebunden wird. „Dass wir den Trainer für das nächste Jahr verpflichtet haben, heißt ja nicht, dass wir diese Saison jetzt abschenken“, so Rothenpieler. „Wir wollen in der Rückserie angreifen – eine gute, homogene Mannschaft mit einem höchstmöglichen Erfolg abgeben.“

In der WA-Printausgabe finden Sie am Montag noch ein Interview mit Niels Pfannenschmidt.

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