Fußball

Niederlage und Personalsorgen: Die Hammer SpVg muss ihre Wunden lecken

Humpelte nach 25 Minuten verletzt vom Platz: HSV-Spielgestalter Hosan Ahmed.
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Humpelte nach 25 Minuten verletzt vom Platz: HSV-Spielgestalter Hosan Ahmed.

Zwei Spiele, zwei Niederlagen: Die Hammer SpVg wartet in der Fußball-Oberliga weiter auf ein Erfolgserlebnis. Zudem hat Trainer Steven Degelmann bittere Ausfälle zu verkraften.

Hamm - Als Steven Degelmann im Rahmen der obligatorischen Pressekonferenz das Mikrofon in die Hand nahm und ein schriller, pfeifender Ton der Rückkopplung im VIP-Container der Hammer SpVg für Ohren betäubenden Lärm sorgte, wäre der Weckruf gar nicht nötig gewesen. Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt in der Fußball-Oberliga steht die HSV von Beginn an in der Tabelle da, wo sie am Ende der Spielzeit auf keinen Fall platziert sein möchte: auf einem Abstiegsrang. Die Sinne bei allen Beteiligten im Hammer Osten sind auch ohne die lautstarke PK-Panne geschärft, die Zahl von jetzt mindestens 484 Tagen ohne Sieg lässt zumindest die Verantwortlichen sensibler reagieren, die ohnehin den Klassenerhalt als einziges Ziel anvisieren.

Degelmann legte schließlich das Mikrofon zur Seite und erklärte seine Sicht der Dinge ohne elektrische Verstärkung. Und auch für die Planung der nächsten Liga-Aufgabe muss er auf eine größere fußballerische „Wattzahl“ auf dem Platz verzichten. Denn der HSV kamen durch die fünf unorganisierten Minuten kurz vor der Pause der Partie gegen den Holzwickeder SC nicht nur die 1:0-Führung und damit später die drei Punkte abhanden. Degelmann muss auch wahrscheinlich Hosan Ahmed und sicher Phillip Grodowski aus seiner Planung für die Partie bei der TSG Sprockhövel am Sonntag (15 Uhr) streichen. „Das war schon ärgerlich, weil uns durch die Rote Karte gegen Grodowski und die Verletzung unseres Spielgestalters zwei wichtige Führungsspieler fehlen werden“, ärgerte sich Degelmann.

Doppelbestrafung gegen Grodowski

Vor allem die Aktion von Grodowski gegen Holzwickedes Sebastian Hahne, die in der 36. Minute zur Doppelbestrafung durch Schiedsrichter Patrick Holz mit Rot gegen den Hammer Innenverteidiger und Elfmeter für Holzwickede geahndet wurde, wurmte den Coach. „Ich war sauer, bin es immer noch, weil ich die Regel trotz Erklärung nicht akzeptieren kann“, monierte er die selbst aus Gästesicht überzogene Entscheidung. „Die Argumentation des Schiedsrichters war, dass Phillip hätte lieber mit den Beinen in Richtung Ball grätschen sollen. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich sehe da eine viel höhere Verletzungsgefahr, als wenn ich nur reinlaufe.“

Unabhängig davon sparte Degelmann aber auch nicht mit Kritik an seinem Innenverteidiger. „Trotz dieser Doppelbestrafung war es ja wirklich nicht clever, wie er sich da angestellt hat“, räumte der Coach ein. „Er muss in der Situation viel früher foulen, eventuell die Rote Karte in Kauf nehmen, aber keinen Elfmeter – auch wenn der nicht reingegangen ist. Er steht da auch nicht gut, kann sich deswegen nicht schnell genug drehen. Jetzt fehlt uns in nächster Zeit ein Führungsspieler hinten drin.“

Für Ahmed war nach 25 Minuten Schluss

Auch Marcel Todte, der im Sommer von RW Ahlen in den Hammer Osten gewechselt ist, sah die Rote Karte als Knackpunkt. „Die nimmt uns aus dem Spiel, dadurch haben wir uns aus dem Konzept bringen lassen“, sagte der Schütze des Hammer Führungstreffers. „Später rennen wir dem Rückstand die ganze Zeit über hinterher. Wobei wir in der zweiten Halbzeit das eine oder andere Mal vergessen, an die einfachen Dinge zu denken – dass wir den Ball in den 16er bringen. Da haben wir uns zu sehr über Dribblings definiert.“

Gerade in der Unterzahl-Situation nach der Pause hätte das Mitwirken von Hosan Ahmed der Mannschaft gut getan. Doch der Spielgestalter musste schon nach 25 Minuten frustriert aufgeben. Mit einem Eispack am Oberschenkel verließ er verletzt das Spielfeld und machte Platz für Dennis Klossek. „Dass es bei Hosan eine muskuläre Geschichte ist, hat man relativ schnell gesehen, für morgen hat er einen Termin beim Arzt. Wir hoffen, dass es nicht ganz so schlimm ist und wir ihn wieder fit kriegen. Zum nächsten Heimspiel gegen Ennepetal sollte das klappen. Ob es bis Sonntag reicht, müssen wir abwarten“, sagte Degelmann. „In Unterzahl und nach der Verletzung unseres Spielgestalters war es dann schwierig, noch einmal Torchancen in klarer Form zu kreieren. Ich bin enttäuscht, weil ich nicht glaube, dass wir gegen Holzwickede die schwächere Mannschaft waren.“

Todte ist „brutal enttäuscht“

Was Torjäger Todte auch schon für den 0:3-Auftakt beim Ligafavoriten in Meinerzhagen moniert. „Im Nachhinein bin ich brutal enttäuscht“, sagte er. „Letztlich mussst du diese beiden Spiele nicht verlieren. Letzte Woche haben wir gegen eine Topmannschaft Lehrgeld gezahlt, und heute war es dem geschuldet, dass wir fast 60 Minuten mit zehn Mann spielen mussten. Wir sehen, dass wir jeden Gegner vor Probleme stellen können. Wenn du so weiter arbeitest und die Leistung bringst, kommt das Spielglück wieder. Es muss wieder kommen.“

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