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Westfalia Rhynern statt Hammer SpVg

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Von: Günter Thomas

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Wechselt nach der Vertragsauflösung bei der Hammer SpVg zum SV Westfalia Rhynern: Davin Wöstmann.
Wechselt nach der Vertragsauflösung bei der Hammer SpVg zum SV Westfalia Rhynern: Davin Wöstmann. © Gebauer

Vor Wochenfrist hatte die Vertragsauflösung von Davin Wöstmann bei Fußball-Oberliga-Absteiger Hammer SpVg für Wirbel gesorgt. Jetzt schließt sich der Torjäger, der in der vergangenen Saison 29 Tore in der Bezirksliga (7) für den SV Neubeckum erzielt hat, Oberligist SV Westfalia Rhynern an.

Hamm – „Wir waren schon im Oktober miteinander in Kontakt, weil wir schon damals gemerkt haben, dass Spieler wie Eduard Probst oder Hakan Sezer nur schwer zu halten sein werden“, sagt Andreas Kersting, Sportlicher Leiter der Westfalia. „Ich hatte ihn auch beobachtet. Leider hat er uns damals abgesagt. Aber wir sind in Kontakt geblieben. Und jetzt hat es doch noch geklappt.“

Dass der Weg nach Rhynern durchaus sehr holprig war und im Hammer Osten für Unverständnis gesorgt hat, kann der Spieler selbst nachvollziehen. Dennoch wirbt er um Verständnis. „Als ich bei Hamm unterschrieben habe, habe ich das zu 100 Prozen gewollt“, sagt er. „Denn Hamm hat mich in drei Punkten überzeugt. Ich wollte Oberliga spielen. Außerdem war Steven Degelmann dort Trainer, mit dem ich einen guten Kontakt pflege und mich richtig gut verstehe. Und der dritte Grund, dass ich dorthin wollte, war Giuliano Nieddu, der auch kommen sollte, mit dem ich sehr gut befreundet bin und gerne wieder zusammenspielen wollte.“

Doch dann wurde Degelmann, der den seit seinem zweiten Lebensjahr in Vorhelm wohnenden Wöstmann zum Probetraining zur HSV geholt hatte, als Trainer entlassen. Die Hammer SpVg stieg im Saisonendspurt in die Westfalenliga ab. Und Nieddu machte ebenfalls einen Rückzieher, entschied sich, doch weiter für den SVE Heessen zu spielen. „Ich habe dann das Gespräch mit Holger gesucht und ihm gesagt, ich würde mich selbst verarschen, wenn ich sagen würde, diese drei Punkte stören mich nicht“, sagt Wöstmann.

Fader Beigeschmack für Wöstmann

Eine Aussage, die nach weiteren Gesprächen Wirkung hinterließ. „Wir wollen nur mit Leuten arbeiten, die für die Hammer SpVg brennen, voll hinter dem Projekt stehen, den Verein erst einmal in der Westfalenliga zu konsolidieren“, sagte der Sportliche Leiter, Holger Wortmann, als er die Vertragsauflösung bekannt gegeben hatte. „Bei Davin hatten wir dieses Gefühl leider nicht. Deswegen sind wir auf ihn zugegangen und haben ihn eine Vertragsauflösung angeboten, die er sofort akzeptiert hat.“ Eine Aussage, die wiederum bei dem Spieler einen faden Beigeschmack hinterließ. „Das hört sich für mich so an, als wäre ich rausgeschmissen worden“, sagt er. „Ich habe es eher so empfunden, dass wir die Vertragsauflösung gemeinsam beschlossen haben. Und wenn die HSV nicht einverstanden gewesen wäre, hätte ich dort auch gespielt.“

Unter dem Strich bleibt, dass Wöstmann künftig sein Glück in Rhynern versuchen wird. Eine Aufgabe, „auf die ich mega Bock habe“, versichert er, trotz der Konkurrenzsituation, der er sich stellen muss. Denn in den ersten Wochen heißt es für den 23-Jährigen erst einmal lernen. „Ich traue ihm den Sprung absolut zu“, ist Kersting von den Qualitäten des Strafraumspielers überzeugt. „In der Bezirksliga war er auch relativ schnell drin.“

Wöstmann, hat schon früh angefangen, „zuhause im Garten zu spielen, wie jedes zweite Kind“, erinnert er sich. Bis zur A-Jugend war ich dann bei RW Ahlen, ehe ich zurück nach Vorhelm gegangen bin. Noch in der A-Jugend wurde er zu den Senioren hochgezogen, dann ging es im Winter 2021 in die Bezirksliga nach Neubeckum.

Keine Tor-Vorgabe

Dass es dort in der vergangenen Serie „nur“ 29 Tore für den bulligen Stürmer („Ich bin nicht dick, habe aber einen robusten Körper“) wurden, lag daran, dass ich „ die letzten sechs, sieben Spiele nicht gemacht habe, weil ich leicht verletzt war“. Eine Tor-Marke will er sich für die erste Saison bei der Westfalia nicht setzen. „Das wurde ich bisher jedes Jahr gefragt“, sagt er. „Aber das war mir immer scheißegal. Ich gebe mein Bestes, und die Hauptsache ist, dass die Mannschaft gewinnt und hinterher feiert – nicht, ob ich vier Dinger gemacht habe.“

Dass er als Polizist im Schichtdienst arbeitet, sieht er nicht problematisch. „In Neubeckum habe ich vielleicht zwei Trainings in der Saison verpasst“, sagt er.

Sein neuer Trainer freut sich jedenfalls auf die Zusammenarbeit. „Uns sind mal eben 50 Tore weggefallen mit dem Weggang von Hakan Sezer, Eduard Probst und auch Sezer Toy als Spielgestalter“, sagt Michael Kaminski. „Das müssen wir über neue Spieler und andere vom alten Stamm auffangen. Davin ist ein robuster Spieler, hat einen guten Abschluss – ich traue ihm den Schritt in die Oberliga zu.“

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