Fußball

Neuzugänge 14 bis 16: Die Hammer SpVg setzt auf Geschwindigkeit

Einer von drei Neuen bei der HSV: Steven Kodra.
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Einer von drei Neuen bei der HSV: Steven Kodra.

Der Umbruch beim Fußball-Oberligisten Hammer SpVg ist beträchtlich. Zweistellig war die Zahl der Neuen, die künftig im rot-weißen Trikot auflaufen werden, bereits – jetzt bestätigte Fußball-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper die Neuzugänge Nummer 14 bis 16.

Hamm - Während Steven Kodra (zuletzt Holzwickeder SC) aus Hamm kommt und bereits zwei Jahre beim TuS Wiescherhöfen unter seinem neuen Trainer Steven Degelmann in der Landesliga spielte, sind Lutonda Ntiti (TV Oeffingen/Baden-Württemberg) und Roland Kapinga Muambay (SV Wilhelmshaven) eher zufällig zur HSV geraten. Für Degelmann, der in die Verpflichtung der drei eingebunden war, bringen diese Spieler die besten Voraussetzungen mit, um sich in der Oberliga Westfalen freizuschwimmen – auch wenn sie in ihren vorherigen Vereinen keine große Rolle gespielt haben.

Steven Kodra (22 Jahre, Offensivspieler)

Als sich Steven Kodra, der in der Jugend von Westfalia Rhynern das Fußball spielen gelernt hat, vor eineinhalb Jahren vom Landesligisten TuS Wiescherhöfen in Richtung Oberliga zu Westfalia Herne verabschiedete, hätten weder der 22-Jährige noch sein Trainer gedacht, dass sich ihre Wege schon so schnell wieder kreuzen würden. Und auch vor vier Monaten sah es nicht danach aus, dass der mittlerweile für den Holzwickeder SC auflaufende gebürtige Pelkumer zur HSV wechseln würde. 

„Tatsächlich habe ich mit ihm im März Kontakt gehabt. Da sind wir aber überhaupt nicht überein gekommen“, erinnert sich Degelmann an ein erstes Gespräch. „Damit war das Thema erledigt. Kurz vor unserer zweiwöchigen Trainingszeit hat sich eine neue Situation ergeben.“ Mit Kodra erhält der Kader der HSV einen Spieler, den Degelmann Dank seiner Schnelligkeit und Dynamik als „guten Transfer“ bezeichnet, jedoch auch als „außergewöhnlichen Typ. Aber ich komme gut mit ihm klar.“ Was für seinen Trainer in Herne eher nicht zutraf. „Da ist Steven unter Christian Knappmann nie angekommen“, sagt Degelmann mit Blick auf gerade einmal 17 Einsatzminuten bei der Westfalia. „Und in Holzwickede ist er zunächst nicht frei gemacht worden – dann kam Corona.“ Jetzt bekommt der talentierte Mittelfeldspieler die Chance, sich in einem jungen Kader in der Oberliga zu etablieren. „Ich habe damals in Wiescherhöfen schon gesagt, dass er eine unfassbare Schnelligkeit besitzt, dabei gute Haken einbaut und das Eins-gegen-Eins sucht“, lobt der Coach.

Lutonda Ntiti (22 Jahre, Offensivspieler)

Nur unwesentlich mehr Spielminuten auf die Uhr gebracht hat in der vergangenen Saison der zweite HSV-Neuzugang. Lutonda Ntiti spielte zuletzt in Baden-Württemberg in der Oberliga beim TV Oeffingen. Ein Treffer gelang ihm bei seinen sechs Einwechlungen im Saisonverlauf nicht. Ntiti ging nicht den klassischen Weg über Spielervermittler zur Hammer SpVg. „Balo“, wie er sich selbst nennt, ist mit seiner Mutter aus Stuttgart in die Nähe von Wuppertal gezogen. „Er ist auf uns zugekommen, weil sein Onkel Kontakte zur HSV besaß und ihm gesagt hat, er soll mal hier anrufen“, sagt Degelmann. „Dann hat er ein Video von sich zusammengestellt und auf Youtube hoch geladen. Seine Art hat uns schnell begeistert. Wir haben ein paar mal telefoniert, und dann ist er zum Training gekommen“, schildert Degelmann.

Ntiti hat in seiner Jugend unter anderem für Regionalligist VfR Aalen und die U19 des französischen Erstligisten AJ Auxerre gespielt. „Er ist ein Spieler, der eine gewisse Wucht und Größe mitbringt und willig ist, zu lernen“, schätzt sein Coach den Nachwuchsmann als ehrgeizig ein. „So einen kann man nicht scouten – er hatte einfach Lust zu uns zu wechseln. Und da wir schnell spielen wollen und vorne noch Spieler suchten, passt das.“ Denn dass auch der 22-Jährige die Qualität besitzt, um in der Oberliga zu spielen, steht für seinen neuen Trainer fest. „Er hat die Oberliga da unten nicht gerockt“, weiß Degelmann. „Aber was er drauf hat, haben nicht viele: gute Technik bei hohem Tempo – und mit ihm und Steven Kodra sind wir jetzt schon deutlich weiter als im vergangenen Jahr, weil beide wissen, wo das Tor steht.“

Roland Kapinga Muambay (27, Allrounder)

In Waldbröl geboren, in Herne aufgewachsen und mit deutscher und kongolesischer Staatsbürgerschaft ausgestattet ist der dritte Neuzugang. Der Linksfuß kann „die komplette linke Seite bearbeiten“, lobt sein neuer Trainer. Der Kontakt zur HSV kam über seinen künftigen Teamkollegen Bilal Abdallah zustande. Kapinga Muambay war in den vergangenen Jahren viel im Mittelrhein-Verband unterwegs. Zuletzt führte es ihn über einen Spielerberater zum SV Wilhelmshaven, 2014 Zwangsabsteiger aus der Regionalliga und aktuell in der Bezirksliga beheimateter Verein. Überzeugt hat der Allrounder seinen Trainer während der ersten Trainingsphase der HSV. „Da wusste er in den kompletten sechs Einheiten, die wir gemacht haben, mit absoluter Robustheit zu überzeugen“, lobt Degelmann den Neuzugang. „Er ist ein kerniger Typ, zweikampfstark und flexibel einsetzbar.“ Neben Anil Saraman und Luca Hildebrandt als Perspektivspieler ist er der dritte Linksfuß im Kader.

Ein Stürmer soll noch zur HSV wechseln

Mit den drei Verpflichtungen und nun 21 Akteuren plus zwei Perspektivspielern im Kader ist die HSV-Planung fast abgeschlossen. „Im Endeffekt fehlt noch ein Stürmer – das wäre das letzte Puzzleteil“, so Degelmann. „Aber da sind wir sehr weit. Vielleicht können wir in den nächsten 48 Stunden etwas melden.“

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