Ein eher stoischer Typ will mit dem ASV in die Bundesliga

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ASV-Trainer Rothenpieler begrüßte den neuen Torhüter Gregor Lorger in der Westpress-Arena.

Hamm - Gregor Lorger hat seinen ersten und bisher einzigen Auftritt in der Westpress Arena noch gut vor Augen. In der Saison 2011/12 war der neue Torhüter des ASV Hamm-Westfalen mit dem TV Bittenfeld dort zu Gast. Und verlor. „Ich kann mich noch gut an die Stimmung hier erinnern“, sagt Lorger, der sein Deutsch erst wieder auffrischen muss und daher mit einem Dolmetscher angereist ist. „Und das war ein schwieriges Spiel für uns.“

Jetzt steht er wieder an gleicher Stelle – dieses Mal ohne Zuschauer. Noch. Denn der Slowene schaut nur für eine zweitägige Stippvisite bei seinem neuen Verein vorbei. Wohnungssuche, Medizincheck – und dann erst einmal zurück in den Heimaturlaub.

Erst seit wenigen Wochen steht fest, dass der siebenmalige slowenische Nationalspieler in der kommenden Spielzeit beim Hammer Zweitligisten zwischen den Pfosten stehen wird. Und entsprechend hat Lorger erst vor kurzem damit begonnen, sich über seinen neuen Arbeitgeber zu informieren. „Ich habe über die DHB-Seite in der Rückrunde verfolgt, wie die Hammer spielen“, sagt er. Und was er gesehen hat, überzeugte offensichtlich. Denn: „Es gab auch andere Angebote. Aber als Hamm kam, habe ich nicht mehr lange überlegt. Ich wollte wieder nach Deutschland, in die Bundesliga. Und jetzt freue ich mich darauf, die neue sportliche Herausforderung anzunehmen und dazu beizutragen, dass Hamm demnächst vielleicht mal wieder erste Liga spielen wird.“

Denn dort will der Routinier hin. Und da hat er in den vergangenen 17 Jahren überwiegend gespielt: In seiner Heimatstadt Celje begann der 2,05-Meter-Hüne seine Karriere, wurde mit dem Klub fünfmal Meister, dreimal Pokalsieger und gewann zur Krönung im Jahr 2004 die Champions League. Es folgten fünf Jahre in Spanien bei BM Valladolid (2006 bis 2009), wo er 2007 erst im Champions-League-Halbfinale mit seinem Team an der SG Flensburg-Handewitt scheiterte, zwei Jahre später aber den Europapokal der Pokalsieger gewann, sowie Naturhouse La Rioja (2009 bis 2011). Dann kam er zum ersten Mal für ein Jahr nach Deutschland zum TV Bittenfeld.

Es folgten einjährige Auftritte in Katar und Ungarn, ehe er noch einmal für drei Jahre nach Spanien zurückkehrte: zu Helvetia Anaitasuna. „Grundsätzlich wird in Spanien ein anderer Handball gespielt“, so Lorger. „Dort geht es taktischer und mit weniger Körperkontakt zu.“ Was ASV-Coach Kay Rothenpieler bestätigt. „Die Abwehrreihen packen hier mehr zu“, sagt er. „In Spanien wird der Torwart mehr freie Bälle gegen sich kriegen. Hier hat jeder Gegner Kontakt, da kann sich der Torwart eher auszeichnen.“ Und ein weiterer Grund: „Bei allen drei Vereinen in Spanien haben die Trainer bei dem gleichen Coach gelernt“, sagt Lorger. „Ich wollte noch einmal etwas anderes machen.“

Das betrifft auch seine Rückennummer. Denn während der 35-Jährige bislang immer die 16 auf dem Trikot getragen hat, hat er dieses Mal die Zahlen einfach gedreht – zwischen den ASV-Pfosten wird er entsprechend als Nummer 61 das Duo mit Felix Storbeck bilden, der die 1 behält.

Auf dem Feld verhalten sich die beiden Keeper völlig unterschiedlich. Während Storbeck für spektakuläre Paraden steht, für viel Bewegung zwischen den Pfosten, ist Lorger eher der stoische Typ – wie der frühere Hammer Tomas Mirkva. „Ich bin eher ein ruhiger Torwart, mache keine wilden Szenen“, sagt Lorger, der sich „in erster Linie als Teamplayer“ bezeichnet. „Im Zusammenspiel mit der Abwehr muss es eben passen.“ Entsprechend bezeichnet Rothenpieler „die Defensive als Schwerpunkt in unserer Trainingsarbeit“.

Bis es soweit ist, kann sich Lorger, der kurz vor dem Trainingsstart am 17. Juli gemeinsam mit seiner Frau nach Hamm ziehen wird, noch seinem Hobby, dem Tennis spielen, widmen. Danach will er seine freie Zeit lieber anders nutzen, versichert er: „Um Deutsch zu lernen.“

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