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Neuer Spieler für den ASV Hamm-Westfalen

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Von: Günter Thomas

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Neu beim ASV: Geschäftsführer Thomas Lammers (links) begrüßt Kreisläufer Benjamin Meschke im Team.
Neu beim ASV: Geschäftsführer Thomas Lammers (links) begrüßt Kreisläufer Benjamin Meschke im Team. © Thomas

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen ist kurz vor dem Ende der Winterpause noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv geworden und hat mit Benjamin Meschke einen weiteren Kreisläufer verpflichtet.

Hamm – „Durch den Abgang von Jan Brosch zur nächsten Saison war die Position vakant. Daher haben wir den Markt sondiert. Und als klar wurde, dass Benni ab sofort frei ist, haben wir ihn auch zu sofort verpflichtet“, sagt ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers. „Wir haben in der Rückrunde ein straffes Programm mit 19 Spielen vor uns und müssen gucken, wie wir aus der Corona-Pause rauskommen. Er kann uns sowohl offensiv helfen, als auch mit seiner Physis im Innenblock – und sich gleich für die neue Saison einspielen. Das ist der positive Nebeneffekt.“

Für den 31-Jährigen selbst schließt sich mit dem Engagement beim Hammer Handball-Zweitligisten, das zunächst für eineinhalb Jahre beschlossen ist, ein Kreis. Denn der erste Gedanke zur gemeinsamen Geschichte von Meschke und dem ASV geht unweigerlich zurück auf den 7. September 2018. Damals traten die Hammer am dritten Spieltag in eigener Halle gegen die HBW Balingen-Weilstetten an, in deren Reihen Meschke stand. Das Ende der Partie erlebte das Kreisläufer-Kraftpaket allerdings im Krankenhaus. Diagnose: Wadenbeinbruch und Sprunggelenkfraktur. Zwei Jahre brauchte der erfahrene Erstligaspieler, ehe er wieder ganz der Alte war – dass er jetzt in der Halle seinen Job verrichtet, in der er einen Teil seiner Karriere verloren hat, ist für ihn aber überhaupt kein Thema „Damit bin ich durch, das juckt mich nicht großartig“, versichert Meschke. „Und vor allem habe ich in Hamm ja eine super Betreuung gehabt mit Schlummi (Anm. d. Red: ASV-Teamarzt Dr. Hermann Schlummer) und in der Barbara-Klinik.“

Chance, Profihandball zu spielen irgendwann vorbei

Fast ein Jahr hat er nach dem Vertragsende in Balingen individuell an sich gearbeitet. Dort stand er nach sechs Monaten zwar wieder auf der Platte, spielen konnte er aber nur unter Schmerzen. „Prof. Dr. Stöckle, bei dem ich in Behandlung war, hat mir gesagt, das wird alles gut, aber das dauert zwei Jahre, bis du den Fuß wieder nutzen kannst, wie du es gewohnt bist. Am Ende des Tages war es so“, sagt Meschke, der die Coronaphase genutzt hat, um seinen Bachelor im Master (BWL und Sportmanagement) zu bauen, sich wieder richtig fit zu machen und seine Handballkarriere fortzusetzen. Denn, dass er das wollte, stand für ihn fest. „Ich hatte Angebote zum beruflichen Einstieg, die cool waren“, sagt er. „Doch meinen Abschluss nimmt mir keiner weg. Die Chance, Profihandball zu spielen, ist aber irgendwann vorbei. Ich bin 31, im letzten Drittel meiner Handballkarriere – und fit.“

Keine Lust auf Feuerwehrmann

Auf ein erstes Kurz-Engagement beim Erstligisten HC Erlangen im Frühjahr des vergangenen Jahres folgte ein weiteres beim Erstliga-Vertreter TVB Stuttgart bis zum Jahresende. Und die Gewissheit: Ein Aushilfs-Job kommt nicht mehr in Frage. „Feuerwehrmann sein ist halt zäh“, sagt Meschke, der im sächsischen Plauen geboren ist. „Du kommst irgendwo hin, musst abliefern, hast keine Vorbereitung, gehörst nicht richtig dazu, und dann bist du schnell wieder weg. Jetzt mache ich eineinhalb Jahre Hamm – wenn es gut läuft, geht es länger. Mir war es wichtig, wieder eine sportliche Heimat zu finden.“ Wie in seiner Profi-Karriere vor der Verletzung, in der Meschke, der seine Ausbildung im Magdeburger Jugend-Internat genossen und über 50 Länderspiele im Jugendbereich absolviert hat. Da hat er unter anderem drei Jahre für Leipzig in Liga eins gespielt – wohin er auch mit seinem neuen Team möchte.

Im Moment ist Meschke mit seiner Freundin noch auf Wohnungssuche in Hamm – die erste Nacht hat er bei einem sehr guten Freund auf dem Sofa verbracht: ASV-Torhüter Felix Storbeck. „Mit Felix und seiner Freundin Helena sind wir eng befreundet, wir waren zusammen im Urlaub – die soziale Anbindung ist also gegeben.“

Sportlich wird er sicher noch ein paar Einheiten brauchen, bis die Abstimmung klappt. Aber die Handballsprache ist überall die gleiche. „Das wird sich schnell automatisieren“, ist sich der Profi sicher.

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