Handball

Neuer Coach des ASV Hamm-Westfalen II: Dirk Schmidtmeier gibt Gas

Dirk Schmidtmeier coacht künftig die zweite Mannschaft des ASV Hamm-Westfalen.
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Dirk Schmidtmeier coacht künftig die zweite Mannschaft des ASV Hamm-Westfalen.

Dirk Schmidtmeier übernimmt in der kommenden Drittliga-Saison das Kommando an der Seitenlinie des Aufsteigers ASV Hamm-Westfalen II - und verspricht seinen Spielern eine intensive Vorbereitung.

Hamm - Freizeit? Hat Dirk Schmidtmeier in den vergangenen Monaten so viel gehabt wie seit Jahren nicht mehr. Durch das Corona-bedingte Saison-Aus für fast alle Sportarten, wurde auch der neue Coach des ASV Hamm-Westfalen II mitten in der Rückrunde ausgebremst. Derzeit genießt Schmidtmeier seinen Urlaub auf Norderney, ehe er sich nach seiner Rückkehr wieder ganz dem Handball widmen wird.

„Ich habe die viele Freizeit für mich genutzt, habe mit der Familie so viel Zeit gehabt wie im ganzen Leben noch nicht“, sagt der 47-Jährige, der weiß, dass die Freizeit ab Beginn der Saisonvorbereitung erst einmal wieder rar gesät sein wird. „Sobald ich aus dem Urlaub zurück bin, starten wir mit der Vorbereitung.“ Und danach wird es wohl für lange Zeit keine Pause mehr für ihn und die Spieler geben.

Der Vorbereitungsplan steht bereits, auf den frisch gebackenen Drittliga-Aufsteiger wartet ab Montag, 13. Juli, ein Mammutprogramm – und das, obwohl Schmidtmeier ins Blaue planen musste. Denn während alle anderen Ligen bereits über Start und Ablauf der anstehenden Saison informiert sind, tappen die Vertreter der vier 3. Ligen noch komplett im Dunklen. „Ich finde, es ist eine Frechheit, dass wir noch nicht wissen, wann es losgeht“, sagt der Coach. „Wir sind in der 3. Liga noch alles Amateure und keine Halbprofis. Wenn die vom Verband so eine große Liga mit 18 bis 20 Mannschaften bilden werden, ist das schon krass und wird sehr hart.“

Wird auch über Weihnachten gespielt?

Ob es letztlich so kommen wird, ist noch offen. Ein Grund der Verzögerung in Sachen Spielplan und Gruppeneinteilung ist allerdings auch, dass der Deutsche Handball-Bund (DHB) vor der Entscheidung erst noch die Meinung der Klubs einholen wollte. „Wir mussten erst noch bis zum 30. Juni einen Fragebogen beantworten, der jetzt ausgewertet wird“, gibt sich der Sportliche Leiter des ASV-Unterbaus, Christof Reichenberger, noch entspannt. „Ich denke, dass wir ähnlich beginnen werden wie die 2. Liga und dass wir in dieser Woche erfahren werden, wann die Liga startet, ob wir Weihnachten spielen müssen, ob wir Zuschauer erlauben dürfen. Und dann werden wir auch wissen, wie viele Wochen die Vorbereitung dauern wird.“

Fest steht, dass beim voraussichtlichen Start am 2. Oktober und einer Gruppenstärke von 18 bis 20 Mannschaften pro Staffel auch der eine oder andere Wochenspieltag auf die Akteure zukommen wird – wenn der Modus nicht ähnlich wie in der Oberliga geändert wird. Da werden die Vereine in zwei Vorrundengruppen eingeteilt, aus denen sich die ersten vier Mannschaften jeweils für die Endrunde um die Meisterschaft qualifizieren und die restlichen vier gegen den Abstieg spielen werden. „Diesen Modus fände ich auch für uns nicht schlecht“, könnte sich Schmidtmeier mit einem solchen Spielsystem anfreunden, um zu verhindern, „dass wir bis Ende Juni durchspielen müssen.“ Um dann direkt in die Vorbereitung der kommenden Spielzeit zu gehen.

Trainingsstart ist am kommenden Montag

Unabhängig von der fehlenden Information zum Saisonstart hat der Nachfolger von Christian Feldmann den Trainingsstart auf den kommenden Montag festgelegt. „Dann fangen wir bis zum August ganz locker an, bewegen uns ein bisschen, machen Einheiten zum Teambuilding, ehe wir in die normale Vorbereitung übergehen werden, die acht Wochen dauern wird.“ Eine Pause wird es dann bis zum ersten Meisterschaftsspiel nicht mehr geben. „Dann ziehen wir durch“, verspricht der Coach seinen Spielern eine intensive gemeinsame Zeit.

Eine Zeit, in der auch zahlreiche Testspiele auf das Team warten. „Wir haben viele Leistungsträger verloren, müssen uns neu finden“, erklärt Schmidtmeier. „Damit wir nicht im ersten Saisonspiel wie die einbeinigen Bockwurstdenkmäler über das Feld laufen.“

Seit Januar steht bereits fest, dass Schmidtmeier, der in der Jugend für den ASV aufgelaufen ist, das Team übernehmen wird. Mit seinem damaligen Team, den Sportfreunden Loxten, war er bis auf einen Punkt an die Hammer herangerückt, als der Lockdown die Saison zugunsten des ASV entschied. Daran verliert Schmidtmeier aber keinen Gedanken mehr. Jetzt gilt es für ihn, seine neue Mannschaft „peu à peu zu entwickeln“. „In der Planung haben wir klar abgesprochen, wer uns weiterhelfen könnte“, bestätigt der Coach, dass er in die Kaderkonzeption eingebunden war. „Grundlegend haben die Verpflichtungen aber Team-Manager Frank Scharschmidt und Christof Reichenberger gemacht.“

Den Kader hat Schmidtmeier schon kennengelernt

Ein erstes Treffen mit dem neuen Kader gab es kurz vor Ferienbeginn. „Da haben wir uns beschnuppert und grob besprochen, wie die Vorbereitung abläuft“, sagt Schmidtmeier, der es selbst als Spieler bis zur 2. Liga gebracht hat, wo er viele Jahre als Kapitän für die Ahlener SG aktiv war. Dass es schwierig wird, den Klassenerhalt zu schaffen weiß der Trainer, dass es die Mannschaft schaffen kann, glaubt er fest – auch wenn es bei einem vermehrten Abstieg in der anstehenden Serie sehr schwer werden dürfte. Linkshänder Matthias Zimny und Moritz Eigenbrodt von Drittligist SG Menden Sauerland, Nachwuchsmann Tobias Filthaut kehrt vom Tusem Essen zu seinem Stammverein zurück, Torhüter Tim Faber kommt vom Oberligisten Soester TV, Florian Schösse vom Oberligisten HC TuRa Bergkamen. „Da sind Spieler dabei, die in der 3. Liga gespielt haben, die aber zuletzt auch nicht besonders erfolgreich waren“, sagt Schmidtmeier. „Diese Jungs musst du ein bisschen aufbauen.“

Die Zusammenarbeit mit dem neuen Coach des Zweitligateams hat bereits begonnen. „Wie Michael Lerscht aussieht, weiß ich nicht, aber telefonisch haben wir schon Kontakt gehabt“, so Schmidtmeier. „Wir sprechen uns ein bisschen ab. David Spiekermann soll ja auch oben mittrainieren. Daher werden wir schon noch das eine oder andere Wort fallen lassen.“

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