„Jung, modern, wild - und klug“

Neuer ASV-Coach will Mannschaft offensiv nach vorne bringen

+
Vorfreude auf die neue Aufgabe: Niels Pfannenschmidt will mit dem ASV Hamm-Westfalen viel erreichen.

Hamm - Am 9. Juli beginnt Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Mit dem neuen Trainer Niels Pfannenschmidt werden dann einige Veränderungen auf die Mannschaft zukommen. Im Gespräch mit Günter Thomas verriet der ASV-Coach, worauf sich die Spieler und das Umfeld einstellen dürfen.

Sie hatten das Glück, sich im vergangenen halben Jahr bereits intensiv mit ihrer neuen Mannschaft beschäftigen zu können. Welche Eindrücke haben Sie gewonnen? 

Pfannenschmidt: Das war sehr gut. Da konnte ich die Spieler kennenlernen. Und dadurch, dass Kay Rothenpieler und ich ein super Verhältnis haben, ist ja auch ein Übergang da, bei dem der bisherige Trainer den neuen einführt. Das sind schon sehr gute Voraussetzungen.

Gibt es, rein sportlich gesehen, Dinge, die Ihnen aufgefallen sind, wo Sie sagen, da kann ich noch etwas ändern, da will ich etwas anderes ausprobieren? 

Pfannenschmidt: Gut, bei den Spielen, die ich gesehen habe, hatte die Mannschaft ja schon einen Aderlass durch die Verletzten. Die Mannschaft wird ja jetzt ein anderes Gesicht bekommen. Jakob Macke kommt wieder, wir haben drei Neuzugänge. Orlowski und Huesmann kommen zurück. Trotzdem gibt es sicher Positionen in der Abwehr, wo ich Ideen habe, Spieler hinzustellen, wo sie bisher noch nicht waren.

Auf welche Änderungen im Spielsystem dürfen wir uns einstellen? 

Pfannenschmidt: Erstmal muss man ja sagen, dass Kay da eine super Basis gelegt hat. Meins wird darauf aufbauen. Es muss zu dieser jungen, wilden Mannschaft passen. Ich will ein kreatives System haben. Das heißt, unsere Deckung wird etwas offener sein, ich werde noch eine offensive Variante dazunehmen, die auf Ballgewinn aus ist. Aber vor allem will ich überraschend sein. Der ASV Hamm muss schwierig zu spielen sein. Es gibt ja dieses Videoportal, wo du dir jeden Gegner angucken kannst. Ich will es schaffen, dass es für den gegnerischen Trainer trotzdem schwierig sein wird, sich auf den ASV einzustellen. Wir wollen eine Mannschaft sein, die jung, modern, wild ist – aber auch klug. Das ist sehr anspruchsvoll, aber ich würde das nicht machen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass die Spieler das umsetzen können. Danach habe ich die Neuen ja mit ausgesucht.

Der Kader ist jetzt auch größer geworden... 

Pfannenschmidt: Wir brauchen einen großen Kader, denn dieses Abwehrsystem ist sehr anstrengend, weil wir ein Tempo spielen wollen, das noch eine Nummer höher wird als bisher. Dafür brauche ich auch eine fitte Mannschaft. Ich habe zwar auf einen Co-Trainer verzichtet, dafür aber unseren Athletik-Trainer (Anm. d. Red.: Thomas Isdepski), der noch stärker integriert wird. Dieses System zu integrieren, schaffen wir sicher nicht in den fünf Wochen Vorbereitung, die wir haben, das kann bis zu einem Jahr dauern. Aber wir werden soweit sein, dass wir einen guten Start hinlegen können. Marian Orlowski will im September wieder einsteigen. Dann hoffe ich, dass der Kader groß genug ist. Es ist eine verdammt lange Saison. Dazu kommen diese beschissenen Doppelspieltage – vier oder fünf. Da spielen wir freitags hier, und sonntags fahren wir nach Neuhausen. Da brauche ich einfach viele Leute.

Zwei der drei Neuen, Björn Zintel und Savvas Savvas, sind blutjung. Wie schwer wird es, sie an das Zweitliga-Niveau heranzuführen? 

Pfannenschmidt: Das wird vor allem bei Zintel länger dauern, denn er ist während der Vorbereitung bei der Nationalmannschaft. Das ist der größte Mist bei den Nationalspielern in der Jugend. Der Junge ist 17, und ich muss den integrieren – nur, der ist erstmal gar nicht da. Und in der Winterpause ist er wieder weg, weil er bei der Bundeswehr-Sportkompanie anfängt. Deswegen würde ich bei ihm am Anfang gar nicht so große Erwartungen haben. Bei Savvas ist das anders. Der ist ein Geheimtipp. Den haben noch nicht viele auf der Rechnung. Aber so wie ich ihn kennengelernt habe, werden wir an ihm viel Freude haben und relativ schnell auch die Bundesligisten auf ihn aufmerksam werden. Daher bin ich sehr froh, dass wir ihn bekommen haben. Joscha Ritterbach ist bis Anfang August bei der Nationalmannschaft. Aber dann muss ich ihm ja eine Woche oder am besten zehn Tage Pause geben, kann ihn nicht gleich wieder einsetzen.

Das komplette Interview lesen Sie am Freitag im Westfälischen Anzeiger.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare