Handball

Zurück aus Mallorca: ASV testet bei Erstligist

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Schnell wieder in den Rhythmus bringen will ASV-Trainer Kay Rothenpieler seine Mannschaft.

ASV-Coach Kay Rothenpieler zieht eine positive Bilanz aus dem siebentägigen Trainingslager auf Mallorca. Zum Härtetest wartet nun ein Erstligist. 

Palma – Zum Abschied machte es die Insel den Spielern des ASV Hamm-Westfalen ein wenig leichter: „Mallorca weint, weil wir nach Hause fliegen“, nahm Kay Rothenpieler, Trainer des Handball-Zweitligisten, die äußeren Bedingungen mit regnerischem Wetter und stürmischen Böen auf der balearischen Urlaubsinsel mit Humor.

Schließlich hatte er mit der Mannschaft zuvor während des einwöchigen Trainingslagers in der Nähe von Palma wettertechnisch eine optimale Zeit verbracht. „Was die Trainingsbedingungen angeht, mussten wir im Gegensatz zu einem deutschen Standort aber sicher ein paar Abstriche machen.“

Von der Halle bis zum Trainingsgelände mussten die Akteure zunächst eine zehnminütige Autofahrt in Kauf nehmen, und auch die Halle war „qualitativ nicht so gut. Doch das ist dort normal.“

Dafür war Rothenpieler mit den Ergebnissen der Woche um so zufriedener. „In Sachen Athletik- und Krafttraining haben wir richtig viel gemacht“, sagte der Coach, der den Spielern nach dem morgendlichen Lauf einen Tag zur freien Verfügung spendiert hatte.

Gestärktes Mannschaftsgefüge

„Und auch taktisch haben wir mit den ersten Dingen angefangen. Dazu hatten wir zwei Spiele, in denen wir viel gelaufen sind und das Tempo forciert haben, auch wenn die Gegner jetzt nicht so gut waren. Hartes Training, Spaß, Teambuilding – alles war dabei. Und wir sind als Mannschaft noch etwas enger zusammengerückt.“

Teambuilding vor allem beim gemeinsamen Mannschaftsabend in Palma, zu dem auch der verletzte Jakob Schwabe noch nachgekommen war. „Dass er noch gekommen ist, war wichtig. Er ist der Kapitän, und es wird nachher auch von Bedeutung sein, dass er bei den Spielen dabei ist. Denn Jakob ist auch außerhalb des Trainings wichtig für uns.“

Während es beim 30-Jährigen noch für ein paar Tage gereicht hat und Jan von Boenigk, Merten Krings sowie Jan Brosch bereits einen Tag früher von Mallorca abgereist sind, weil sie noch Klausuren schreiben mussten, war an eine spätere Anreise für Vyron Papadopoulos nicht zu denken. Den Linksaußen hatte eine heftige Influenza außer Gefecht gesetzt. „Papa ging es gar nicht gut“, so der Trainer. „Er konnte auch in den vergangenen Tagen nichts machen und wird vermutlich noch ein, zwei Wochen brauchen, um wieder halbwegs fit zu werden.“

Test gegen Erstligist steht vor der Tür

Bei den anderen sollte das schneller gehen. Denn: „Jetzt haben wir noch knapp zwei Wochen für die Feinabstimmung, um die Wettkampfhärte wieder reinzubringen“, sagte Rothenpieler. „Das fängt ja schon am Mittwoch mit dem nächsten Testspiel an.“ Dann geht es für den Tabellenzweiten der 2. Handball-Bundesliga gegen das aktuelle Schlusslicht in Liga eins, die HSG Nordhorn-Lingen (19 Uhr/Dreifach-Sporthalle, Werl). „Unser Ziel ist es jetzt, möglichst schnell wieder in den Spielrhythmus zu kommen“, sagt Rothenpieler.

„Die Wintervorbereitung ist da ja schon etwas anders als die im Sommer, wo du viele neue Leute einbauen musst. Wir haben im Winter ja nichts Neues gemacht, müssen uns aber schnell wieder an Halle und Ball gewöhnen.“ Spezielle Ziele hat der Coach der Mannschaft für das Match gegen Nordhorn nicht gesetzt, wohl aber generell in der weiteren Entwicklung.

„Wir wollen in der Deckung noch etwas aggressiver werden und das Tempo nach vorne forcieren – außerdem die Abläufe vorne aus dem gebundenen Spiel mit mehr Durchschlagskraft versehen.“ Da ist der Erstligist genau der richtige Prüfstein, denn auch wenn die HSG mit nur zwei Punkten Tabellenletzter in der deutschen Eliteliga ist, verfügt sie doch über ein starkes Team.

Kein Vergleich zu bisherigen Tests in Spanien

„Das ist ein ganz anderes Kaliber als die spanischen Mannschaften, gegen die wir zuletzt gespielt haben“, weiß Rothenpieler – auch wenn die HSG ohne Nationalspieler Robert Weber antreten wird, der derzeit ja bei der EM für Österreich im Einsatz ist. „Darum geht es aber auch nicht. Nach den zwei Spielen auf der Insel mit der Hin- und Her-Rennerei ist das jetzt eins, wo du dagegen halten musst. Das brauchen wir jetzt.“

Schließlich hat die Mannschaft sich für die Rückserie große Ziele gesetzt. „Wir wollen unbedingt am Ende der Saison in der Tabelle da stehen, wo wir jetzt stehen – mindestens. Und wir wissen, dass wir gut genug sind, um das zu schaffen.“ Dass für dieses Ziel noch ein neuer Spieler verpflichtet werden soll, der den Ausfall von Schwabe kompensieren soll, haben die Verantwortlichen bereits klargestellt.

Jetzt sind auch die Verhandlungen mit dem entsprechenden Kandidaten, der sowohl vorne am Kreis als auch im Innenblock agieren kann, in den letzten Zügen. „Wir sind nah dran“, sagt Rothenpieler. „Vielleicht können wir noch in dieser Woche Vollzug melden.“

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