Nach Kenston-Rückzug

Eishockey in Hamm: Der Kampf ums Überleben

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Eine gut gefüllte Eishalle wird es wohl vorerst nicht mehr geben. In den nächsten Tagen geht es erst einmal um den Erhalt des Standortes.

HAMM - Nach dem Ausstieg der Kenston-Unternehmensgruppe bei den Hammer Eisbären überschlugen sich am Donnerstag rund um die Eissporthalle in Werries die Ereignisse. Das Ergebnis vieler Gespräche: es wird vermutlich weiter Eishockey in Hamm geben, allerdings vorerst nicht mehr in der Oberliga.

Kenston hatte am späten Dienstagabend per Presseerklärung verkündet, die Eisbären vom Spielbetrieb der Oberliga West zurückzuziehen. Als Grund nannte Unternehmenschef Sebastian Uckermann am Donnerstag noch einmal die aus seiner Sicht unzumutbaren Forderungen der Maximilianpark GmbH und den angeblich katastrophalen Zustand der Eissporthalle in Werries.

„Wir sollten 73 000 Euro an Eismiete für Jugend und Senioren zahlen, zusätzlich zehn Prozent vom Catering und 20 Prozent der Eintrittsgelder an den Maxipark abgeben“, so Uckermann. „Und auch die Kosten für die neue Spielzeituhr sowie andere für den Spielbetrieb notwendige Dinge hätten wir selbst aufbringen müssen. Wir wären auf eine Summe von 120 000 bis 150 000 Euro gekommen.“

Offizielle Abmeldung "nur noch Formsache"

Die offizielle Abmeldung vom Spielbetrieb war am Donnerstagmittag noch nicht beim Verband eingegangen. „Das ist nur Formsache“, sagte Uckermann, der einen Rücktritt vom Rückzug ausschloss: „Wunder gibt es zwar immer wieder, aber in diesem Fall glaube ich nicht daran.“

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Maxipark-Geschäftsführer Jörg Rogalla wehrte sich erneut gegen die Behauptung, dass die Eissporthalle in einem sehr schlechten Zustand sei. „Die TÜV-Prüfung ist im Mai erfolgt. Danach mussten einige Dinge nachgearbeitet werden, die aber in keinster Weise den Spielbetrieb oder die allgemeinen Öffnungszeiten gefährdet hätten“, erklärte Rogalla. Der Geschäftsführer erklärte weiter, dass seitens der Eisbären und der Jugend aus der Vorsaison derzeit insgesamt 26 000 Euro an Eismiete offen sind. „Die 18 000 Euro der Spielbetriebs GmbH, die Insolvenz angemeldet hat, können wir wohl abschreiben“, meinte Rogalla. „Lippe Hockey Hamm haben wir angeboten, auf die Hälfte der zu zahlenden 8 000 Euro zu verzichten. Aber zumindest 4 000 Euro hätten wir gerne noch.“

Gespräche mit Lippe Hockey Hamm

Der Maxipark-Geschäftsführer führte bereits ein Gespräch mit dem LHH-Vorsitzenden Roland Fratczak und dem ehemaligen Geschäftsführer Finanzen der Eisbären, Werner Nimmert. "Nach dem Gespräch gehe ich davon aus, dass beide Seiten versuchen werden, den Eishockey-Standort Hamm zu erhalten“, sagte Nimmert. Auch Rogalla zeigte sich sehr interessiert daran, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Nimmert will sich vor allem für die Jugend einsetzen und gleichzeitig ein Team bilden, das die Voraussetzungen dafür schaffen soll, eine erste Mannschaft von Lippe Hockey Hamm zumindest in der NRW-Liga starten zu lassen. „Wir müssen allein für die Jugend 30 000 Euro an Eismiete zahlen, haben aber nur Einnahmen in Höhe von 35 000 Euro.“ Damit sei, so Nimmert, der Spielbetrieb ohne Unterstützung von außen nicht aufrecht zu erhalten.

Aus für die Halle bei Komplettrückzug

Sollte sich Lippe Hockey Hamm komplett vom Spielbetrieb zurückziehen, dürfte das auch das Aus für die Eissporthalle am Maximilianpark bedeuten. Das bestätigte erneut Stadtkämmerer und Sportdezernent Markus Kreuz. - P. Sch.

Den kompletten Bericht lesen Sie am Donnerstag im Westfälischen Anzeiger.

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