Fußball

Nach Pokal- und Turniersieg: Dennis Klossek erklärt den HSV-Aufschwung

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Dennis Klossek schwärmt von dem neuen Zusammenhalt im Oberligateam der Hammer SpVg.

Fußball-Oberligist Hammer SpVg hat am Wochenende den Kreispokal und das Turnier des TuS Wiescherhöfen gewonnen. Mittelfeldakteur Dennis Klossek erklärt, was bei der HSV jetzt alles besser läuft.

Hamm - In den vergangenen zwei Jahren hat die Hammer SpVg in der Fußball-Oberliga beide Male nur hauchdünn den Abstieg verhindert: in der Saison 2018/19 durch einen Sieg am letzten Spieltag beim FC Gütersloh und zuletzt nach einer desaströsen Saison mit keinem einzigen Dreier durch den coronabedingten Abbruch und die Entscheidung am grünen Tisch, dass jedes Team den Klassenerhalt schafft. 

In beiden Spielzeiten gehörte Dennis Klossek zum Kader der HSV und hat sich von diesem schwachen Abschneiden nicht davon abhalten lassen, in sein drittes Jahr beim in jüngster Vergangenheit so enorm gebeutelten Hammer Oberligisten zu gehen. „Ich studiere in Hamm, ich komme mit dem Umfeld klar, fühle mich bei der HSV wohl, daher habe ich auch für diese Saison zugesagt“, erklärt der 24-Jährige aus Bockum-Hövel, der in Hamm an der Hochschule Technisches Management und Marketing studiert – und der spätestens seit vergangenem Samstag, als er mit den HSVern den Kreispokal gegen IG Bönen gewann, fest davon überzeugt ist, dass er sich richtig entschieden hat.

Mit Mittelfußbruch in der Zuschauerrolle

Im Sommer 2018 war Klossek vom Landesligisten Werner SC zur HSV gewechselt, die damals gerade hauchdünn den Aufstieg in die Regionalliga verpasst hatte. Umso bitterer war es für den Neuzugang, dass er und seine Teamkollegen in der Saison 2018/19 den Blick nicht mehr nach oben richten konnten, sondern plötzlich in einer Abwärtsspirale gefangen waren und gegen den Abstieg kämpfen mussten. „Das ist in dem Jahr leider nicht so gelaufen, wie es laufen sollte“, erinnert er sich. Und auch im Folgejahr unter Trainer René Lewejohann lief es alles andere als berauschend, wobei Klossek nach einem Mittelfußbruch zu Beginn der Spielzeit monatelang ausfiel und das erfolglose Mühen seiner Teamkollegen nur von der Tribüne aus verfolgen durfte.

In dieser Spielzeit soll nun alles besser werden. So hofft es Klossek. Und ist auch davon überzeugt. „Wir müssen das, was wir uns im Training erarbeiten, auch auf dem Platz umsetzen. Natürlich ist unser erstes Ziel, die Liga zu halten. Vielleicht kann es am Ende sogar ein einstelliger Tabellenplatz für uns werden“, meint er voller Vorfreude auf die Anfang September beginnende Oberliga-Saison.

Lob für Trainer Steven Degelmann

Positive Zeichen, die in eine erfolgreichere Zukunft deuten, hat er dabei zuletzt schon mehr als genug gesehen. Zum Beispiel Coach Steven Degelmann, der seiner Meinung nach eine wichtige Rolle bei der Neuorientierung im Hammer Osten spielt. „Mir gefällt seine Art der Präsentation. Er kann uns super motivieren. Er vermittelt eine gute Mischung aus Spaß und Ernsthaftigkeit. Und er weiß, wo wir stehen, wo wir pressen müssen und wo man den tödlichen Pass spielt“, lobt Klossek die Arbeit des Trainers.

Aber auch die Mannschaft passt seiner Meinung nach deutlich besser zusammen als in der vergangenen Saison. „Letztes Jahr hat die Chemie zwischen den jungen und alten Spielern nicht so gestimmt. Jetzt haben wir ein Kollektiv, in dem alles angesprochen werden kann und mit unseren beiden Kapitänen Marcel Todte und Philipp Grodowski gemeinsam gelöst wird“, erläutert Klossek. Zudem sei der Konkurrenzkampf deutlich größer als in der vergangenen Spielzeit, so dass jeder Akteur schon im Training an seine Grenzen gehen würde, um sich von seiner besten Seite zu präsentieren: „Letzte Saison hat es fußballerisch nicht gepasst und vom Kollektiv her nicht funktioniert. Das ist jetzt anders.“

Auch Klossek will seinen Teil dazu beitragen, dass die HSV wieder positive Schlagzeilen schreibt. So will er auf seiner Position als Sechser im defensiven Mittelfeld viel Gas geben, die Zweikämpfe gewinnen und das Spiel seines Teams ordnen und lenken. Sein Trainer traut ihm dies zu. „Beim Passspiel hat er noch Proleme, da muss er sich verbessern. Aber Klossi ist ein super laufstarker Sechser, der auch sehr zweikampfstark ist. Er ist jemand, der vorneweg marschiert und die anderen mitreißt“, sagt Degelmann.

"Variabel und schwer ausrechenbar"

Zudem ist Klossek zusammen mit Halil Dogan der dienstälteste Akteur im HSV-Kader und weiß daher besser als manch anderer Spieler, der gerade aus der A-Jugend aufgerückt ist, wie es in der Oberliga läuft. „Ich habe natürlich noch keine 200 Oberliga-Spiele auf dem Buckel, aber ich kenne mittlerweile einige Spieler und weiß über die Stärken und Schwächen der Mannschaften Bescheid“, sagt er. „Und ich weiß, dass man in dieser Liga um jeden Punkt kämpfen muss, die Partien werden sehr intensiv. Daher ist angesichts der langen Saison wichtig, Ruhe reinzubringen, eine Konstanz zu finden, trotzdem aber variabel und schwer ausrechenbar zu bleiben.“

Noch aber ist die HSV auf der Suche nach der nötigen Konstanz, wobei die Formkurve spätestens seit dem vergangenen Wochenende deutlich nach oben zeigt. Drei guten Auftritten gegen den SVE Heessen, Preußen Münster und Westfalia Rhynern stehen die schwachen Vorstellungen gegen die SG Bockum-Hövel, den SC Sönnern und die SpVg Beckum gegenüber. 

Klossek lobt das Kollektiv

Aber spätestens seit dem Sieg im Kreispokal über die IG Bönen und dem Triumph beim Turnier des TuS Wiescherhöfen mit den Erfolgen über den gastgebenden Landesligisten und den Westfalenligisten Lüner SV macht sich Klossek keine großen Gedanken mehr über die Berg- und Talfahrt im Laufe der Vorbereitung. „Die Testspiele sind doch dafür da, um Dinge auszuprobieren“, misst er den Niederlagen nicht allzu viel Bedeutung zu, sondern schwärmt vielmehr von der neuen HSV-Mannschaft: „Als Kollektiv macht das einfach nur Bock mit der Truppe, und solche Siege wie am Wochenende schweißen eine Truppe nochmal enger zusammen. Alle haben Bock auf den ersten Spieltag.“

Was für ein neuer Teamspirit im Hammer Osten herrscht, hatte sich auch schon im Kreispokalhalbfinale gegen Rhynern gezeigt. Auf der Tribüne hatten die nicht im Kader stehenden Spieler die Mannschaft auf dem Rasen unermüdlich unterstützt und angefeuert. „Da hat man gesehen, was wir für einen Zusammenhalt in der Truppe haben. Alle hatten doch erwartet, dass wir gegen Rhynern eine Packung kriegen. Am Ende haben wir das Spiel gewonnen. Und am Samstag sogar noch das Finale“, sagt er und fügt voller Zuversicht hinzu: „Da hat man gesehen, dass im Fußball alles möglich ist. Letztlich können wir nur besser abschneiden als letzte Saison. Es ist viel Luft für uns nach oben. Aber wir müssen es auf den Platz bringen.“ So wie am vergangenen Wochenende.

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