Jan-Lars Gaubatz: Nach der Pause explodiert

Leistungsexplosion nach der Pause: Jan-Lars Gaubatz.

HAMM -  Als der Sieg eingefahren und der erste Jubel abgeklungen war, machte sich Jan-Lars Gaubatz erst einmal auf, um sich ein trockenes T-Shirt zu besorgen. In den 60 Minuten zuvor hatte der Winterneuzugang des ASV Hamm-Westfalen viel schwitzen müssen – vor der Pause noch aus Ärger über die eigene Leistung, danach, weil er auf der Platte richtig heiß gelaufen war.

Fünf Tore gingen auf das Konto des früheren Gummersbachers, womit er einen großen Anteil am Erfolg des Teams gegen Nordhorn gehabt hatte. Alle fünf fielen erst nach der Pause. „Die erste Halbzeit war eine komplette Katastrophe“, war Gaubatz mit sich selbst nicht zufrieden. „Ich werfe, glaube ich, sieben Mal aufs Tor, werde viermal geblockt – da ging gar nichts.“

So wenig, dass sein Trainer den 25-Jährigen bereits nach 16 Minuten vom Feld beorderte, um es mit Martin Doldan und somit einem zweiten Kreisläufer zu probieren. „Das war in der ersten Halbzeit zu wenig von ihm“, war Rothenpieler nicht zufrieden. „Aber es war für uns enorm wichtig, dass er eine super zweite Halbzeit gespielt hat. Das war perfekt.“

Nach der Pause brauchte Gaubatz eine vierminütige Anlaufzeit bis zu seinem ersten Erfolgserlebnis. Dann lief der Motor. Der Linkshänder traute sich etwas, ging in die Eins-gegen-Eins-Situationen und schloss beherzt ab. „Ich bin in die Halbzeit gegangen und habe gedacht, heute ist nicht dein Tag. Dann habe ich den ersten reingemacht, und ab da lief es“, sagte der Rückraum-Rechte, der einen regelrechten Leistungsschub erlebte. „Die letzten zwei Spiele waren nicht gut von mir, und jetzt fing die erste Halbzeit schon wieder so an. Da habe ich mich reingekämpft. Das war eine Situation, wo man den Kopf vielleicht auch mal ausschalten muss.“

Dass er nach der Verletzung von Julian Possehl schneller als geplant mit größerer Verantwortung betraut worden ist, belastet ihn nicht. „Dadurch war klar, dass ich mehr Gas geben muss“, sagte Gaubatz und erklärte, warum er nach den anfänglichen Fehlwürfen den Mut nicht verloren und weiter seine Chance gesucht hat. „Ohne torgefährlichen Halbrechten geht es nicht. Dann verballer ich eben mal zwei, drei Bälle. Das ist besser, als am Schluss, wenn gar keiner mehr rauskommt und wir gar kein Tempo mehr ins Spiel kriegen.“

Das Tempo hatte vor allem er selbst aufgenommen, oder wie Gästecoach Heiner Bültmann es ausdrückte: „Gaubatz ist in der Phase nochmal explodiert. Wir hatten nicht mehr die gute Organisation und er mehr Zeit für seine Bälle.“

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