Handball

Nach Mallorca-Rückkehr: So ging der ASV-Test gegen Nordhorn aus

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Lange auf Augenhöhe: Hamms Stefan Lex (links) gegen den Ex-ASVer Julian Possehl.

Nur einen Tag nach der Rückkehr des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen aus dem Trainingslager auf Mallorca bekam es das Team von Kay Rothenpieler am Mittwochabend in Werl mit Erstliga-Schusslicht HSG Nordhorn-Lingen zu tun.

Hamm - In einem engen Spiel brachte erst die zweite Halbzeit mit den Niedersachsen einen knappen, aber verdienten Sieger hervor. Trotz der 28:32 (16:16)-Niederlage, nahm Rothenpieler viele positive Erkenntnisse mit aus dem Spiel gegen den Dauer-Test-Gegner.

„Wir spielen in der Vorbereitung immer gegeneinander“, betonte der ASV-Trainer. Doch meistens sind die Kräftemessen mit Nordhorn-Lingen mehr als nur eine Tradition. „Es war auch heute wieder ein Härtetest, um zu gucken, wie weit wir sind“, erklärte Rothenpieler. Insbesondere im Gegensatz zu den Aufeinandertreffen mit Teams von der balearischen Urlaubsinsel sei die HSG ein echter Gradmesser mit „robuster Deckung“.

Der Tabellenzweite der 2. Liga und der Letzte des Oberhauses begegneten sich tatsächlich von Beginn an auf einem ausgeglichenen Niveau. Die Defensivlager schienen schnell eingestimmt, ehe Fabian Huesmann die Hammer Führung über einen Tempogegenstoß besorgte (3.). Nordhorn-Lingen antwortete, indem der Gäste-Rückraum harte wie platzierte Würfe ins Netz setzte. Doch nicht nur die Würfe waren hart, sondern auch bei den Zweikämpfen auf der Platte ging es hin und wieder ans Eingemachte. So ging der HSG-Rückraumspieler und Ex-Hammer Julian Possehl zu Boden, nachdem er auf robuste Weise in die Zange genommen worden war (6.). Der tröstende Applaus der Zuschauer erleichterte ihm das Aufstehen.

Immer wieder über Brosch und Huesmann

Mitte der ersten Hälfte verhinderten technische Fehler auf beiden Seiten, dass eine Mannschaft höher als mit nur einem Tor in Führung ging. So nahm Gästecoach Geir Sveinsson beim Spielstand von 7:7 die erste Auszeit der Partie (12.). Auch mit neuen taktischen Anweisungen kam der Erstligist nicht über ein zwischenzeitliches Zwei-Tore-Polster hinaus. Das lag vor allem an variablen Angriffen des ASV, der besser ins Spiel fand und nicht mehr – wie in der Anfangsphase – nur über den Tempogegenstoß überzeugte. Stattdessen fanden die Hausherren immer wieder Jan Brosch am Kreis oder aber Fabian Huesmann auf der linken Außen. Folgerichtig ging es mit einem 16:16 in die Pause.

Die Seiten getauscht, ging es torreich weiter. Besonders häufig klingelte es im Kasten von Oliver Krechel, der in den ersten acht Minuten gleich sieben Mal hinter sich greifen und mit ansehen musste, wie die Gäste auf drei Zähler davonzogen. Hamm wollte die Partie nicht hergeben und feuerte sich für jede gute, kleine Aktion untereinander an. Allen voran Rothenpieler, der den Anschlusstreffer zum 22:23 mit geballter Faust bejubelte und wenig später beim Stand von 24:26 die Auszeit nahm. „Ich wollte noch einmal an die Jungs appellieren, dass wir dieses bis dato gute Spiel nicht herschenken. Aber in der Phase haben uns einfach die Kräfte verlassen“, räumte der ASV-Übungsleiter ein.

Besonders schwer wogen die temporären Unterzahlsituationen. Nachdem sich die Gastgeber regelrecht zum 25:27-Anschluss abgerackert hatten, warf Rückraum-Routinier Toon Leenders postwendend und nahezu hämisch die harzige Pille ins leerstehende Tor. Die Schlussphase war eröffnet, aber das berüchtigte Feuer der letzten Minuten wusstendie Mallorca-Rückkehrer nicht mehr zu entfachen. Ein erneuter Treffer ins leere Gehäuse zum 31:26 aus Sicht der Gäste besiegelte dann die Entscheidung.

Vorbereitung auf Dresden

Doch Rothenpieler war keineswegs unzufrieden mit der Gesamtleistung: „Über die erste und zweite Welle sah das schon ordentlich aus. Aber wir müssen noch abgeklärter werden und entschlossener in der Deckung.“ Dafür hat der ASV nun genau zehn Tage Zeit. Denn dann steht das wichtige Auswärtsspiel zum Rückrundenauftakt beim HC Elbflorenz Dresden an. „Das wird ein schweres Spiel“, prognostiziert Rothenpieler. Deshalb schieben die Hammer noch eine Generalprobe gegen den Erstligisten GWD Minden vor. In Arnsberg trifft ASV-Motor Sören Südmeier am kommenden Mittwoch (19 Uhr) auf seinen Ex-Klub.

ASV: Storbeck, Krechel – Huesmann, Milde, Brosch, Fuchs, Lex, Stavast, Südmeier, Krings, von Boenigk

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