Nach Fußball-Stadtderby: HSV genießt, Rhynern hakt ab

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Kopfball mit Dieter-Hoeneß-Gedenk-Turban: Hamms Miguel Dotor Ledo spielte im Derby trotz Kopfverletzung durch.

HAMM - Die einen haben noch am Derby zu knabbern und versuchen, die Niederlage – so gut es geht – zu verdauen. Die anderen genießen den Triumph, freuen sich über den knappen 1:0-Sieg im prestigeträchtigen Ortsduell. Unterschiedlicher konnten die Stimmungslagen am Tag nach dem 1:0-Erfolg der Hammer SpVg im Oberliga-Duell gegen den ungeliebten Nachbarn Westfalia Rhynern kaum sein.

Von Patrick Droste und Simon Stock

HSV-Trainer Oliver Gottwald brauchte einige Zeit, um das intensive Duell vor knapp 2000 Zuschauern zu verdauen. „Die Situation an dem Tag war ja sehr angespannt, und dann lässt der Schiedsrichter auch noch fast neun Minuten nachspielen. Erst als ich im Auto und später zuhause auf der Couch saß, kam die Freude voll durch. Genießen kann ich den Sieg erst heute so richtig“, sagte der Wittener am Montagmittag.

Allzu lange konnte er das Gefühl nicht auskosten, denn bereits am Abend ging es weiter mit der Vorbereitung auf das wichtige Nachholspiel beim Schlusslicht SV Zweckel am Mittwoch (19.30 Uhr). Er wird seine Innenverteidigung ein weiteres Mal umbauen müssen. Die Platzwunde, die sich Miguel Dotor Ledo beim Zusammenprall mit Rhynerns Thanh-Tan Tran zuzog, musste mit zehn Stichen genäht werden. Zudem erlitt der Verteidiger, der bis zum Schlusspfiff durchhielt, eine leichte Gehirnerschütterung. Ob sich der von einer Lungenentzündung geschwächte Siegtorschütze Damir Kurtovic so schnell erholt, dass er Mittwoch spielen kann, war gestern fraglich.

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Gottwald erhofft sich durch den Derbysieg einen Schub für den weiteren Abstiegskampf. „Sicher hatten die Rhyneraner das Spiel gegen Ahlen in den Knochen, aber das schmälert unsere Leistung nicht. Unser Ziel war es, das Umschaltspiel zu verhindern. Das ist uns bis auf wenige Ausnahmen gelungen. Wir haben Rhynern klar den Zahn gezogen. Wir waren leidenschaftlicher und haben einen Tacken mehr draufgelegt. Daher geht unser Sieg in Ordnung“, sagte Gottwald und hob vor allem seinen Torwart Manuel Lenz hervor: „Das war Note eins plus.“

In Rhynern herrschte gestern vor allem Erleichterung darüber, dass Trans Verletzung nicht so gravierend ist wie zuerst befürchtet. Der Angreifer, der nach dem Zusammenstoß mit Dotor Ledo mit einer enormen Platzwunde und Verdacht auf Bruch der Augenhöhle ausgewechselt werden musste, hatte die Nacht zwar im Krankenhaus verbringen müssen, wurde am Montagmorgen aber schon wieder entlassen. „Er hat keinen Bruch, aber ein Muskel über dem Auge musste genäht werden. Für Sonntag wird es nicht reichen, in zwei, drei Wochen rechne ich wieder mit ihm. Er ist ein harter Hund“, sagte Mehnert, der nach eigener Aussage auch nicht verärgert oder sauer über den Ausgang des Derbys war.

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Fußball Oberliga: HSV schlägt Rhynern 1:0 im Stadtderby

„Ich war enttäuscht, wie wir Fußball gespielt haben. Das war kein guter Auftritt von uns“, sagte Rhynerns Coach. „Wir haben nicht das umgesetzt, was uns sonst auszeichnet. Wir haben nicht von hinten raus gespielt und uns nicht durch das Mittelfeld kombiniert, sondern viel zu oft mit langen, hohen Bällen operiert. Offensichtlich war es für die Mannschaft schwer, vier Tage nach dem emotionalen Match gegen Ahlen schon wieder zu spielen.“ Dennoch gewann Mehnert letztlich den beiden Ergebnissen gegen RWA und die HSV noch etwas Positives ab: „Wir hätten gegen Hamm unentschieden spielen können und gegen Ahlen auch. Dann hätten wir zwei Zähler gehabt. So haben wir aus diesen zwei Begegnungen drei Punkte geholt und haben den Abstand nach vorne verkürzt. Wir sind weiter im Rennen – das ist das Wichtigste.“

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