TuS Germania Lohauserholz will „den Bock umstoßen“

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Irfan Uzungelis (rechts) hat mit dem TuS Germania Lohauserholz bereits drei Niederlagen kassiert.

HAMM - Krise? Nach vier Spieltagen? Nein, von diesem Begriff hält Michael Scheffler nichts. Der träfe allenfalls zu, „wenn wir Weihnachten Drittletzter wären“, sagt der Trainer des Fußball-Bezirksligisten TuS Germania Lohauserholz. Dass es so weit nicht kommen soll, versteht sich von selbst. Dass der Start in die Saison allerdings „in die Hose gegangen“ ist, weiß auch der Coach sehr genau.

Was die Zahlen belegen. In jeder Begegnung lagen die Hölzkener in Führung, zuletzt beim 2:4 gegen Bockum-Hövel sogar zweimal – und feierten bislang erst einen Sieg. Drei Punkte, elf Gegentreffer – die mickrige Ausbeute will so gar nicht zu der guten Vorbereitung passen. „Vielleicht waren die Euphorie und das Selbstbewusstsein danach ein bisschen zu groß“, sagt Scheffler, gibt aber nach längeren Gesprächen im Training und einigen selbstkritischen Worten seiner Spieler auch zu, dass die Entwicklung „uns allen im Moment ein bisschen ein Rätsel ist“.

Den einen oder anderen Erklärungsansatz allerdings hat der 44-Jährige durchaus. Vor allem die kämpferische Komponente kam ihm bislang zu kurz. „Du kannst nicht alles spielerisch hinkriegen“, sagt er und verweist auf den jüngsten Kontrahenten: „Bockum-Hövel hat es am Sonntag unbedingt gewollt.“ In dieser Partie kam in der entscheidenden Phase auch die fehlende Abgeklärtheit als Manko hinzu. Das späte 2:1 (71.) brachte der TuS nicht über die Zeit. „Da haben wir uns nicht clever angestellt, haben zu viele Räume geboten, die Bockum-Hövel natürlich genutzt hat“, erklärt Scheffler, deutet aber zudem auf das niedrige Alter einiger Akteure hin – und die damit verbundene fehlende Erfahrung.

Die vielen Ausfälle lässt er derweil nur bedingt als Entschuldigung gelten. Zwar fehlte Lukas Hulboj nach seiner Roten Karte im ersten Spiel der Abwehr zuletzt als Führungsfigur, zwar wogen auch Verletzungen wie die von Felix Hennig oder Rudi Bieche schwer, aber: „Es ist doch immer so, dass die andere Jungs, die hinten dran sind, sich beweisen können“, meint Scheffler.

Den Qualitäts-Nachweis wollen die Germanen nun am Sonntag liefern – im nächsten Nachbarschaftsduell beim TSC Hamm, gegen den sich die Hölzkener allerdings traditionell schwer tun. Auf die Kompaktheit der Defensive, in die Hulboj zurückkehrt, legt Scheffler dabei besonderen Wert. „Wir wollen den Bock umstoßen. Und wenn’s dann am Ende vielleicht ‘nur’ ein 0:0 gibt, wäre das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt der Coach, weiß aber auch um die gravierenden Folgen, die eine weitere Niederlage hätte. „Wir müssen etwas mitnehmen, sonst wird es arg dunkel. Drei Punkte nach fünf Spielen – das wäre eine mittlere Katastrophe“, so Scheffler. Und die mit dem personellen „Aufrüsten“ verbundene Hoffnung des Vorjahres-Zwölften auf eine „ruhige Saison“ hätte sich dann erst einmal zerschlagen. Dass sein Team von einigen Konkurrenten vor der Spielzeit in die Rolle eines Mitfavoriten geschubst worden war, hatte Scheffler indes ohnehin nie sonderlich ernst genommen. „Wenn andere uns so sehen, ist das deren Problem“, sagt der Coach und erkennt auch vereinsintern keinen übergroßen, womöglich lähmenden Druck. „Der Verein hat ja nie gesagt, dass wir oben angreifen sollen. Und unsere Erwartungshaltung war zunächst einmal einfach, dass wir guten Fußball präsentieren wollen“, erklärt Scheffler, sagt allerdings auch: „Natürlich hatten wir eine andere Erwartung, was die Punktzahl nach vier Spieltagen angeht. Ärgerlich ist es vor allem, wenn du zwei von drei Derbys verlierst.“

Ärgerlich – aber eben noch nicht mehr. „Es ist wichtig, mit ruhiger Hand zu reagieren. Wir müssen mal die Kirche im Dorf lassen“, sagt Scheffler und verweist auf die lange akute Abstiegsgefahr im Vorjahr. „Da haben wir auch keine Panik verbreitet. Das war unsere Stärke.“ - fh

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