Hammer Ruderin bei U23-Europameisterschaft

Nach Doppel-Bronze bei der DM: Lene Mührs für EM-Achter nominiert

Die Hammerin Lene Mührs freut sich auf die Europameisterschaft, die im September in Polen stattfinden wird.
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Die Hammerin Lene Mührs freut sich auf die Europameisterschaft, die im September in Polen stattfinden wird.

Lene Mührs, Ruderin aus Hamm, ist für die U 23-Europameisterschaft in Polen in den Riemen-Achter berufen worden.

Hamm - Die Titelkämpfe finden vom 3. bis zum 5. September 2021 im polnischen Kruszwica statt. Bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Essener Baldeneysee hatte sie sich jüngst zwei schöne Geschenke zum 19. Geburtstag gemacht und damit die Hoffnungen auf eine EM-Teilnahme geschürt: Im Vierer mit und ohne Steuerfrau sicherte sie sich jeweils die Bronzemedaille – und das nach einer schweren Rückenverletzung im Herbst vergangenen Jahres und monatelanger Reha. „Schon die DM war eine Entschädigung für die Mühen der Reha; sie war ein Ziel, an dem ich wieder starten konnte. Und die Nominierung für die EM entschädigt erst recht“, freut sich Mührs.

Erfreuliche E-Mail von der Bundestrainerin

Die Bestätigung vom Deutschen Ruderverband (DRV) gab’s am letzten Juni-Tag. Bundestrainerin Brigitte Bielig verschickte die mit Spannung erwarteten E-Mails – auch an die Hammerin, die sich damit im dritten Jahr in Folge für einen Platz in der Nationalmannschaft qualifiziert hat.

Die Freude war entsprechend riesig, denn zuvor hatte die junge Ruderin fünf sehr harte Monate zu überstehen. Mührs, die für die Essen-Kettwiger Rudergesellschaft startet, quälte sich vom November an bis in den März hinein auf dem Trockenen, ehe sie wieder in ein Boot steigen durfte. Zunächst wurde im Einer die Intensität peu á peu erhöht, und erst kurz vor der Deutschen Meisterschaft stieg sie wieder in den Riemen-Vierer um. „Umso mehr habe ich mich über die beiden Medaillen gefreut“, sagt Mührs. Traurig war für sie die Zeit vorher allemal, denn ein Ziel war zeitlich nicht zu realisieren: „Ich konnte ja die Quali für die Weltmeisterschaft nicht fahren. Es war halt sehr blöd, die anderen im Boot zu sehen.“

Harte Reha nach schwerer Rückenverletzung

Die harte Arbeit am Comeback mit Operation, Physiotherapie, Training, ärztlichen Behandlungen und nicht zuletzt Schule haben sich bezahlt gemacht. Die Vizeweltmeisterin im Juniorinnen-Achter aus 2019 in Tokio (die WM 2020, für die sie sich auch qualifiziert hatte, war der Pandemie zum Opfer gefallen), wird nun zunächst weiter im Verein trainieren. Erst zwei Wochen vor dem Trainingslager in Berlin-Grünau steigen die Ruderinnen in den Achter um. Grünau wird mit der gesamten Nationalmannschaft den kontinentalen Meisterschaften vorgelagert, um den Sportlerinnen und Sportlern innerhalb von vier Wochen den letzten Schliff zu geben und die Mannschaft aufeinander abzustimmen, bevor der Flieger in Richtung Polen abheben wird.

Das Heimtraining wird von Lene Mührs in den jetzt beginnenden Sommerferien nach einem Trainingsplan des Deutschen Ruderverbandes gestaltet. Mit ihren Coaches und Physiotherapeuten wird sie sich individuell weiter vorbereiten, um die ansteigende Form noch zu verbessern und an der Stabilisierung ihres Rückens zu arbeiten.

Mutter drückt an der Strecke in Kruszwica die Daumen

Dass dieser Vorbereitung der geplante Ostseeurlaub mit Mutter Britta zum Opfer fällt, ist für die 19-Jährige ein notwendiges Übel. Aber auch hier entschädigt die EM in Polen: Die Mama ist in Kruszwica, gut 50 Kilometer östlich von Posen, an der idyllisch gelegenen Regattastrecke dabei und wird dort bei den Läufen über 2 000 Meter die Daumen drücken.

Das Ziel für den Riemen-Achter der U 23-Frauen ist klar formuliert: Eine Medaille soll es schon sein. Welche Farbe? Offen. „Ich kann die Konkurrenz schwer einschätzen, aber von den Namen her haben wir ein sehr starkes Boot“, sagt Mührs. Es wäre der gelungene Abschluss eines schwierigen Jahres, bevor es für sie in 2022 zunächst um das Abitur gehen wird.

Auch nach dem Abi steht der Sport im Fokus

Aber auch dann bleibt das wöchentliche Pensum hoch. 20 Stunden und mehr, in den Regenerationswochen vielleicht ein paar weniger, investiert Lene Mührs in ihren Sport: „Das ist komplett abgestimmt auf den Unterricht an der Sportschule – und wir werden bei Wettkämpfen entsprechend vom Unterricht befreit.“ Letzteres aber auch nur, wenn die Noten stimmen. Auch nach dem Abi will sie dem Rudern treu bleiben. Sie habe Optionen offen, eventuell im Ausland oder eventuell über die Bundeswehr. „Auf jeden Fall“, sagt Lene Mührs, „wird der Sport weiter klar im Fokus stehen.“

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