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Vernunft siegt: Wochenendspiele der Eisbären abgesagt

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Von: Peter Schwennecker

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Eisbären-Manager Jan Koch bestätigte jetzt einen vierten Corona-Verdachtsfall beim Oberligisten.
Eisbären-Manager Jan Koch bestätigte jetzt einen vierten Corona-Verdachtsfall beim Oberligisten. © Robert Szkudlarek/Digitalbild

Nachdem es am Freitagmittag einen vierten Corona-Verdachtsfall im Team der Hammer Eisbären gegeben hat, wurde das für Freitagabend geplante Spiel gegen die Moskitos Essen vom Deutschen Eishockey-Bund abgesetzt.

Hamm – Am Ende hat nun doch der Deutsche Eishockey-Bund reagiert und eine Entscheidung der Vernunft getroffen. Gut dreieinhalb Stunden vor dem Bully in Werries setzte der DEB in München das für Freitagabend geplante Oberliga-Spiel zwischen den Eisbären und den Essener Moskitos wegen der Corona-Fälle im Hammer Team offiziell vom Spielplan ab. Bereits zuvor hatte sich Eisbären-Manager Jan Koch mit den Icefighters aus Leipzig darauf geeinigt, das Sonntagspiel bei den Sachsen auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.

Mit Mike Ortwein, Igor Furda und Fabian Calovi waren gleich drei Akteure der Eisbären positiv auf Corona getestet worden. Manager Koch sprach am Freitagmorgen erneut mit DEB-Ligenleiter Markus Schubert in München, der erst noch Rücksprache mit der medizinischen Abteilung des Bundes halten wollte. Die erklärte, dass die Austragung des Spiels gegen Essen dann möglich sei, wenn weitere Schnelltests bei den anderen Spielern negativ ausfallen würden. Wie Koch bestätigte, hatte allerdings ein Schnelltest am Mittag ein positives Ergebnis. Den Namen des Akteurs wollte er nicht nennen, weil das Resultat des PCR-Tests erst am Wochenende vorliegen wird. Auch der DEB hielt die Austragung der Begegnung nach dem vierten Fall für unverantwortlich, weil sich durchaus noch mehr Spieler infiziert haben könnten. Am späten Freitagnachmittag wurde die Partie endgültig vom Spielplan gestrichen.
Die Essener hatten sich zuvor in Gesprächen mit den Eisbären strikt geweigert, die Begegnung auf einen späteren Termin zu verlegen. Das war bei vielen äußerst unangenehm aufgestoßen.

Reaktion aus Leipzig bemerkenswert

Eine bemerkenswerte Reaktion kam von den Icefighters aus Leipzig. Die erklärten sich sofort und ohne große Diskussionen dazu bereit, das für Sonntag im Kohlrabizirkus von Leipzig geplante Spiel zu einem späteren Zeitpunkt auszutragen. „Wir haben mehrere Gründe, warum wir dieses Spiel verlegen wollen. Nummer eins ist die Sicherheit unserer eigenen Mannschaft. Auch wenn offizielle Regularien es möglich machen würden, dass gespielt wird, wollen wir unser Team trotzdem so gut es geht schützen“, erklärte Headcoach Sven Gerike, der gleichzeitig Geschäftsführer der Icefighters ist. „Punkt zwei ist, dass wir auch Bedenken haben, bei der derzeitigen Situation in Sachsen und Leipzig, das falsche Signal zu senden, wenn wir die positiven Testergebnisse ignorieren. Punkt drei ist rein sportlich. Die Hammer Eisbären haben, so wie wir auch, seit Wochen einige Ausfälle und nun kommen noch die positiv getesteten Spieler dazu. Wir haben in einigen Oberliga-Tagungen besprochen, in diesen schweren Zeiten enger zusammenzurücken und auf die Bedürfnisse der anderen Teams so gut es geht zu achten. “

Ein kleiner Seitenhieb auf den Neuling aus Essen, der offenbar gerne die Punkte aus Hamm mitgenommen hätte. Denn angesichts der Ausfälle der verletzten Daniel Filimonow, Viktor Beck, Michal Spacek und Maximilian Otte sowie weiteren vier Corona-Ausfällen hätten die Eisbären am Wochenende nur mit einer Rumpfmannschaft antreten können.

Trainingsbetrieb vorerst eingestellt

Eisbären-Manager Koch lobte das äußerst faire Verhalten der Leipziger und zeigte sich auch erleichtert darüber, dass der DEB im Fall Essen einlenkte. Die Eisbären werden den Spiel- und Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung einstellen und die weitere Entwicklung abwarten. Alle Spieler, Trainer und Betreuer des Teams waren zuvor bereits zweimal geimpft worden. Es handelt sich also bei den Covid-19-Fällen um Impfdurchbrüche. Das weitere Vorgehen will Manager Koch jetzt erst einmal mit dem Gesundheitsamt absprechen. „Die Gesundheit aller Beteiligten wird dabei absolut im Vordergrund stehen“, beteuerte Koch.

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