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Mutige SG Bockum-Hövel verliert Pokalfinale mit 0:3

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Von: Rainer Gudra

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Rafael Lopez Zapata (links) und die SG Bockum-Hövel waren im Pokalfinale gegen den Oberligisten Holzwickede (Spielszene) lange ebenbürtig.
Rafael Lopez Zapata (links) und die SG Bockum-Hövel waren im Pokalfinale gegen den Oberligisten Holzwickede (Spielszene) lange ebenbürtig. © Rainer Gudra

Die SG Bockum-Hövel hat sich im Finale um den Pokal des Fußballkreises Unna-Hamm für einen mutigen Auftritt nicht belohnt.

Kamen - Der Tabellenzweite der Landesliga 4 verlor am Donnerstag gegen den abstiegsbedrohten Oberligisten Holzwickeder SC mit 0:3 (0:0) nach Gegentoren von Maurice Majewski (66.), Pjer Radojcic (68.) und Moritz Müller (89.).

Krämpfe in der Schlussphase

„Bis zu dem Doppelschlag haben wir das sehr ordentlich gemacht, waren wohl sogar einen Tacken besser im Spiel“, meinte David Schmidt, dessen Team vor etwa 350 Zuschauern in Kaiserau bis in die Schlussphase hinein keinen Klassenunterschied erkennen ließ, am Ende aber körperlich nicht mehr in der Lage war, für die Wende zu sorgen. „Bis auf die letzten 20 Minuten haben wir uns sehr gut verkauft. Da war dann ein bisschen die Luft raus. Die ersten Spieler hatten Krämpfe – für mich ein Zeichen, dass die Jungs alles gegeben haben“, meinte der SG-Trainer. „Ich bin stolz auf die Jungs.“

Eine kurzweilige Begegnung

Seine Mannschaft hatte großen Anteil daran, dass sich vom Anpfiff an eine kurzweilige Begegnung entwickelte, in der beide Teams beste Tormöglichkeiten besaßen. Der nominelle Außenseiter verteidigte hoch, störte früh den Aufbau des Oberligisten und erspielte sich in der ersten Halbzeit einige Hochkaräter – den ersten in der 6. Minute, als Mergim Deljiu auf links dem hüftsteifen Damjan Ilic enteilte und von der Grundlinie auf Jawad Foroghi zurücklegte, dessen Schuss aus zehn Metern noch die Latte rasierte.

Müsse-Flanke geht an Innenpfosten

Nach 23 Minuten hatte Deljiu das 1:0 auf dem Fuß, schoss aus 14 Metern aber überhastet über das Tor. Und als Leon Müsse kurz vor der Pause den Ball mit einer verunglückten Flanke von links an den Innenpfosten setzte, freute sich der rot-weiße Anhang wieder zu früh. „Das Einzige, was wir uns vorwerfen müssen: letztendlich machen wir die Dinger nicht. Chancen genug hatten wir“, meinte Schmidt.

Allerdings bestand für die SG latent Gefahr, bei ihrem offensiven Spiel in Holzwickeder Konter zu laufen. Zweimal rettete Tobias Krakor in höchster Not gegen Enis Delija, einmal hatte Andres Gomez Dimas von rechts den Ball schon aus spitzem Winkel an Krakor vorbeigeschoben, aber auch am hinteren Pfosten. „Wir haben gesagt, dass wir das Risiko spielen, das wir auch in der Liga gehen. Uns war bewusst, dass es zwei, drei solcher Situationen geben wird, wenn wir so hoch stehen. Wir wollten nach vorne spielen, haben uns nicht versteckt“, meinte Schmidt.

Bengsch macht Holzwickede stärker

Das zeigte sich zunächst auch in der zweiten Halbzeit, als zum Beispiel Deljiu Torhüter Torben Simon zu einer Glanzparade zwang. Doch mit der Einwechslung von Mathieu Bengsch stärkte der HSC nicht nur seine linke Seite. In der 66. Minute ging der Favorit schließlich in Führung. Gomez Dimas hatte sich auf rechts bis zur Grundlinie vorgearbeitet, Gensicke veredelte dessen Rückpass aus kurzer Distanz und unhaltbar für Krakor.

Keine 120 Sekunden später fiel das 0:2. Radojcic nutzte die Aufregung bei den Bockum-Hövelern nach einem vermeintlichen Foul an Müsse (67.) eiskalt aus. „Das hat gesessen, auch in den Köpfen. Ich hatte danach nicht mehr das Gefühl, dass wir wiederkommen. Die Kraft hat dann einfach auch gefehlt“, meinte Schmidt, dessen Team am Ende brenzlige Situationen zu überstehen hatte, aber nur noch den dritten Gegentreffer durch Müller kassierte.

Bockum-Hövel: Krakor – Katzer (90.+1 Rieping), Westmeyer, Krausch, Franica (82. Orlowski) – Foroghi, Wohlrath – Lopez Zapata, Schroth (68. Kastner), Müsse (90. Kastner) – Delju

Holzwickede: Simon – Müller, Ilic, Fischer, You – Majewski (84. Ivancic), Arenz – Gensicke (79. Teofilo), Delija (61. Bengsch), Radojcic (68. Mc Leod) – Gomez Dimas

Schiedsrichter: Lukas Sauer

Zuschauer: 350

Tore: 0:1 Majewski (66.), 0:2 Radojcic (68.), 0:3 Müller (89.)

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