Müdes Derby zwischen Westfalia II und SVE

Westfalia Rhynern II siegte gegen den SVE Heessen mit 1:0. - Foto: Sudermann

Hamm - „Das war heute kein Spiel zum Zusehen“, gab Thomas Schneider, Trainer von Westfalia Rhynern II, nach dem Schlusspfiff des Derbys gegen den SVE Heessen freimütig zu. Zwar siegte die Westfalia mit 3:0 (1:0), doch das fußballerische Niveau hielt sich über fast die gesamten 90 Minuten in Grenzen.

Von der ersten Minute an waren die Gastgeber feldüberlegen, schafften es jedoch nicht, die Defensive des stark ersatzgeschwächten SVE, der die letzten 30 Minuten mit Ersatztorwart Andreas Betke als rechtem Verteidiger spielte, ernsthaft zu gefährden.

Erst eine Standardsituation bescherte der Westfalia die verdiente Führung. Julian Blume brachte einen Freistoß in den Strafraum, wo die Heessener den Ball nicht wegbekamen, und der aufgerückte Innenverteidiger Tim Neumann aus dem Oberliga-Kader zum 1:0 einnetzte. Danach flachte die Partie mehr und mehr ab, und keines der beiden Teams erarbeitete sich wirklich gefährliche Möglichkeiten.

„Wenn man sieht, dass der Gegner insgesamt nur mit zwölf Mann angetreten ist, kann man schon ein bisschen Verständnis haben, wenn nach dem 1:0 die Konzentration flöten geht. Trotzdem hat man gesehen, dass wir nicht in der Lage sind, so eine Partie mit 80 Prozent zu beenden, sondern dass es immer 100 Prozent bedarf“, ärgerte sich Schneider über die Lethargie seiner Elf.

Erst rund 20 Minuten vor dem Ende nahm die Partie wieder Fahrt auf. Zunächst scheiterte Rhynerns Dimitrij Seludko an SVE-Keeper Christoph Graf, ehe der Stürmer den Nachschuss an die Latte setzte (69.). Dann war es auf der Gegenseite Bünyamin Uysal, der aus 20 Metern Maß nahm und ebenfalls den Querbalken traf (70.). Zehn Minuten später kam Patrick Knörnschild im Duell mit Graf innerhalb des Sechzehners zu Fall, und Schiedsrichter Julian Brandt entschied auf Strafstoß. Andrei Lorengel trat an und verwandelte sicher zum 2:0 (80.).

„In der zweiten Halbzeit waren wir eine kurze Zeit lang dran, in der der Ausgleich sicher drin gewesen wäre. Genau in der Phase haben wir leider das zweite Gegentor bekommen. Das war der Knackpunkt“, resümierte Heessens Co-Trainer Frank Sadowsky, der den erkrankten Chef-Coach Marian Christel an der Seitenlinie vertrat.

Nach dem zweiten Treffer taten sich die Hausherren etwas leichter, und so erzielte Lorengel zwei Minuten vor dem Abpfiff das 3:0 (88.). Nur Sekunden später wäre Heessen beinahe der Ehrentreffer gelungen, doch Brandt wertete den Einsatz von Tarik Basoglu vor seinem Torabschluss als Foul und annulierte das 1:3 (89.).

Während Rhynern II mit 33 Punkten auf dem zweiten Platz steht, hängt der SVE mit elf Zählern im Abstiegskampf fest. „Wir sind froh, dass erstmal Pause ist. Jetzt können wir durchatmen, eine gute Vorbereitung absolvieren und so den Abstieg verhindern“, gab Sadowsky das Ziel für die nächsten Monate vor.

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