Im Fußballkreis Unna-Hamm:

Michael Allery hat als Vorsitzender noch keine normale Saison erlebt

Kennt die Sorgen der Vereine: Michael Allery.
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Kennt die Sorgen der Vereine: Michael Allery.

Seit März 2019 ist Michael Allery der Vorsitzende des Fußballkreises Unna-Hamm. Seine ersten beiden Jahre als Nachfolger von Horst Weischenberg verliefen angesichts der Corona-Pandemie nicht annähernd so wie vorgestellt.

Hamm – Das löst beim Nachfolger von Horst Weischenberg ihm zumindest keinen allzu großen Frust aus. „Ich bin bereits seit 1995 im Kreisvorstand tätig. Doch dass ich als Kreisvorsitzender bisher nicht eine normale Saison erleben durfte, ist natürlich nicht so schön“, betont der ehemalige Schiedsrichter der TuS Germania Hamm, der dennoch nach gut 26 Monaten im Amt eine positive Bilanz zieht.

Vor allem, was den Umgang mit seinen Vereinen betrifft. „Da ich kein Freund von Briefen und E-Mails bin, suche ich lieber den direkten und ehrlichen Kontakt zu den Vertretern der Klubs“, berichtet Allery. „Und ich darf jetzt feststellen, dass zumindest das bisher sehr gut und harmonisch gelaufen ist.“

Probleme vor allem für neu gegründete Vereine

Die 29 Kreise in Westfalen hatten sich schnell darauf verständigt, zu Pandemie-Zeit, was den Spielbetrieb betrifft, generell den Anweisungen des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen in Kaiserau zu folgen. „Das sollte die ganze Sache bis zur untersten Klasse vereinfachen. Daran haben wir uns auch strikt gehalten, uns deshalb in der Öffentlichkeit als Kreisvorstand auch zurückgenommen“, beteuert Allery. Dabei hat es schon allein wegen der Pandemie für alle 56 Fußball-Klubs im Kreis 32 große Probleme gegeben. „Der Mitgliederschwund hat sich zumindest bei den meisten Vereinen in Grenzen gehalten, dennoch fehlen natürlich die Einnahmen durch den Spielbetrieb sowie dem Getränke- und Würstchenverkauf im Klubhaus und auf den Anlagen“, weiß Allery um die Sorgen der Funktionäre. Finanziell drückt so an einigen Orten der Schuh. „Vor allem die neuen Vereine wie der FC Internationale Hamm oder FC Romania Unita Unna, die erst seit einem Jahr am Spielbetrieb teilnehmen, mussten sich gewaltig strecken. Sie haben es dennoch geschafft, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.“

Die Verbandsabgaben hatten ohnehin zum Jahreswechsel für einigen Wirbel gesorgt. Die Schreiben vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen waren unübersichtlich. Für einige Vereine war daher auf Anhieb nicht zu erkennen, ob es sich um die Spielabgaben oder Mitgliedsbeiträge handelte. „Das hat für einigen Frust gesorgt“, berichtet Allery. „Doch die Aufforderung zur Zahlung der Mitgliedsbeiträge waren rechtens, weil ansonsten die Gemeinnützigkeit des Verbandes gefährdet wäre“, erklärt der Kreisvorsitzende.

Auf Strafen beim Schiedsrichter-Soll verzichtet

Der Kreis Unna-Hamm kam seinen Vereinen, was die Finanzen angeht, aber entgegen. „Wir haben in den beiden letzten Quartalen des Jahres 2020 und im ersten des Jahres 2021 darauf verzichtet, die Strafzahlungen für die Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls einzuziehen“, bestätigt Allery das große Entgegenkommen. Dieses sei, sowohl von Verbandsseite als auch vom DFB, nur wenig zu spüren gewesen. Die Kreise wurden sogar zusätzlich noch zur Kasse gebeten, als im Dezember an drei Sonntagen das DFBnet ausfiel. „Weil ohnehin schon wegen der Saisonunterbrechung die Zahl der Klicks stark zurückgingen und dem DFB dadurch wichtige Einnahmen wegbrachen, wurden die entstandenen Kosten auf die Kreise umgelegt“, ärgert sich Allery.

Der setzt nun darauf, dass am 15. August die Saison in allen Klassen wieder gestartet werden kann. „Hoffentlich auch mit Zuschauern“, betont der Kreisvorsitzende. „Die Vereine hatten ja schon im vergangenen Jahr ganz hervorragende Hygienekonzepte erstellt. Vorbildlich, was da von einigen geleistet wurde“, erklärte der 50-Jährige.

Offene Fragen im Nachwuchsbereich

Gespannt ist man allerdings auch im Kreisvorstand darauf, wie sich die Corona-Pandemie im Nachwuchsbereich auswirken wird. „Die Vereine wissen nicht, ob nach dieser langen Pause auch wirklich alle Jugendlichen wiederkommen, oder ob sie sich vielleicht anders orientiert haben“, sagt Allery. Auch der Spielbetrieb bei den Alten Herren liegt ihm am Herzen. „Wir sind einer der wenigen Kreise, die den noch offiziell mit Spieltagen und dem Einsatz von Schiedsrichtern regeln“, erzählt der Kreisvorsitzende. Der hat aber schon vor einem Jahr gemerkt, dass von zehn angesetzten Spielen oft nur noch vier wirklich stattgefunden haben. „Es wäre sehr schade, wenn diese Tendenz anhalten würde“, sagt Allery.

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