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Mats Pannewig erfüllt sich seine Träume und lief schon bei den Profis auf

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Von: Patrick Droste

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Mats Pannewig, hier noch im Trikot des FC Schalke 04, durfte bereits einmal im Testspiel der Bochumer Profis mitwirken.
Mats Pannewig, hier noch im Trikot des FC Schalke 04, durfte bereits einmal im Testspiel der Bochumer Profis mitwirken. © Lenuweit

Die ersten kleinen Träume hat er sich bereits erfüllt. Von der U12 bis zur U17 spielte der Hammer Nachwuchskicker Mats Pannewig für den Traditionsverein FC Schalke 04. 

Hamm - Im vergangenen Sommer wechselte er zum VfL Bochum, wo der 17-Jährige vor den Osterferien sogar schon bei einem Testspiel im Profi-Team des Bundesligisten mitwirken durfte. Doch zufrieden geben will sich Pannewig damit noch lange nicht. „Natürlich träume ich auch davon, Fußball-Profi zu werden“, sagt der Schüler des Märkischen Gymnasiums.

Über die Stationen Hammer SC 08 und Westfalia Rhynern war der Sohn der beiden Faustballer Niels und Ina Pannewig im zarten Alter von elf Jahren zu den Königsblauen gewechselt, wo er bis zu den B-Junioren eine feste Größe in seinem jeweiligen Team war. Dann aber wurde ihm im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass die Konkurrenz in der nächsten Altersklasse sehr groß sei und er sich besser nach einem neuen Verein umschauen soll. „Das war natürlich ein doofes Gefühl“, sagt Pannewig, bei dem der Frust im ersten Moment durchaus groß war.

Doch sein Berater Stefan Pluhar ließ umgehend seine Kontakte spielen. „Am Ende war es nicht schwierig, einen neuen Verein zu finden“, stellt Pannewig klar, der im vergangenen Jahr voller Überzeugung dem VfL Bochum seine Zusage gab: „Bochum hat auf mich einen sehr sympathischen Eindruck gemacht. Mir wurde eine gute Perspektive aufgezeigt. Beim VfL wird versucht, jeden Spieler weiter zu bringen. Und man wird nicht nur positionsspezifisch ausgebildet, sondern man wird richtig gut auf den Profibereich vorbereitet.“

Trainer mit Erstliga-Erfahrung

So spielt er seitdem unter der Regie der Trainer Heiko Butscher und Marc-Andre Kruska, beide ehemalige Bundesliga-Profis, für das Team von der Castroper Straße in der A-Junioren-Bundesliga und liegt mit seiner neuen Mannschaft als Tabellenvierter nur einen Rang hinter den Schalkern.

Dennoch lief das Fußball-Jahr für Pannewig, der sich im offensiven Mittelfeld am wohlsten fühlt, nicht unbedingt perfekt. Nach einer guten Vorbereitung und zwei Toren in den ersten drei Bundesliga-Spielen verdrehte er sich bei der Partie gegen RW Oberhausen am 2. Oktober das Knie und zog sich eine schwere Verletzung zu. „Ich habe da irgendwie gegrätscht, das war eine dumme Aktion“, erinnert er sich an den ärgerlichen Moment, der zuerst eine Reihe von Arztbesuchen und anschließend eine lange Zwangspause nach sich zog. Denn trotz mehrerer MRT-Bilder waren sich die Ärzte anfangs nicht einig darüber, wie sehr das Kreuzband in Mitleidenschaft gezogen worden war. Letztlich wurde ein leichter Anriss diagnostiziert, so dass er um eine Operation herumkam und sein Knie durch ein Muskelaufbautraining stabilisierte. Im November begann er mit dem Krafttraining („Gefühlt waren bei mir alle Muskeln an dem Bein weg“), im Dezember konnte er auf dem Fußballplatz schon wieder individuell arbeiten und nahm im Januar am Mannschaftstraining teil. Seinen ersten Einsatz feierte er am 26. Februar gegen den 1. FC Köln, als er bei der 0:1-Niederlage in der 65. Minute eingewechselt wurde. „Ich habe eigentlich schnell zu alter Stärke zurückgefunden“, sagt er. Doch das Glück dauerte nicht allzu lange, denn eine Corona-Erkrankung bremste ihn im März erneut aus, so dass er wiederum eine Zwangspause einlegen musste.

Zwei Vorlagen bei den Profis

Dennoch wurde er von Thomas Reis, dem Trainer des Bundesliga-Teams, am 25. März in der Länderspielpause für das Testspiel des Profiteams gegen den niederländischen Eredivisie-Klub Heracles Almelo nominiert – und das als Jungjahrgang der A-Junioren.

„Das erste Mal bei den Profis dabei zu sein, das war natürlich ein super Gefühl“, erinnert sich Pannewig nur zu gerne an diesen Tag, an dem der Hammer auch in sportlicher Hinsicht ein deutliches Ausrufezeichen setzte. Denn nach seiner Einwechslung zur Pause bereitete er zuerst das 1:0 durch Eduard Löwen vor und sammelte bei dem Treffer von Rarsis Bonga zum 2:0 sogar einen weiteren Assist. Klar, dass der 17-Jährige nach diesem 45-Minuten-Einsatz Lust auf mehr bekommen hat, zumal Reis nach der Partie auch noch betont hatte, dass er mit den U19-Akteuren sehr zufrieden gewesen sei und er sich immer freuen würde, welche einsetzen zu können.

Abitur am Märkischen Gymnasium

Doch den Traum vom Profi-Fußball stellt Pannewig noch hinten an. Zuerst einmal will er mit den A-Junioren des VfL weiter erfolgreich sein. Und auch wenn es in diesem Jahr nicht mehr zu schaffen sein wird, mit seinem Team den Sprung in das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft zu schaffen, möchte er nur zu gerne das in diesem Jahr Versäumte in der kommenden Saison nachholen.

Zudem will er am Märkischen auch im Frühjahr 2023 sein Abitur ablegen. „Die Schule läuft ganz gut. Manchmal ist das zwar alles stressig, wenn man lange Schule, dann noch Training und am Wochenende die Spiele hat. Aber das Märkische als Sportgymnasium unterstützt da einen schon sehr gut“, betont er. Wenn er dann aber im nächsten Jahr die A-Junioren-Zeit beim VfL hinter sich gebracht und auch das Abitur bestanden hat, dann will er in Sachen Fußball noch mehr Gas geben und sich seinen ganz großen Traum vom Profi erfüllen.

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