ASV-Neuzugang Doldan träumt von der ersten Liga

+
Martin Ariel Doldan und sein Bruder Juan (hinten) trainieren in dieser Woche zusammen beim ASV. Morgens steht Krafttraining auf dem Programm, nachmittags die Übungseinheiten mit der Mannschaft.

HAMM -  Seinen ersten Tag beim ASV Hamm-Westfalen wird Martin Ariel Doldan nicht so schnell vergessen. Dirk Mittrup, Fahrer der A-Jugend, hatte den Neuzugang vom Flughafen abgeholt und ihn mit in seine Kleingartenanlage genommen, um dort gemeinsam mit Freunden das Weltmeisterschafts-Finale Deutschland gegen Argentinien zu gucken.

„Das war ein ganz bitterer Abend“, erzählt der gebürtige Argentinier mit dem italienischen Zweitpass. „Ich war der einzige im argentinischen Trikot unter all den deutschen Fans. Das war schon ganz etwas Besonderes. Nach der Niederlage habe ich mein Trikot dann verschenkt.“ Auch wenn es auf dem Fußballplatz nicht nach seinen Vorstellungen gelaufen ist, hat dem Kreisläufer die Spontaneinladung gut gefallen.

Der 27-jährige Neuzugang hat sich in der kurzen Zeit schon eingelebt. Er hat eine Wohnung fünf Minuten von der Westpress-Arena entfernt bezogen und die Mannschaft hat ihn gut aufgenommen. Mit der Verständigung ist das so eine Sache. Verstehen kann er schon eine Menge, aber mit dem Sprechen hapert es noch. Da muss Doldan immer wieder ins Englische wechseln. Doch das wird sich bald ändern. Am Montag hatte er seinen ersten Termin mit einem Deutschlehrer. Von nun an wird die Sprache richtig gelernt.

In der vergangenen Saison hat der 1,91 Meter große Kreisläufer für den spanischen Handball-Erstligisten BM. Villa de Aranda gespielt. „Dort hätte ich bleiben können“, verrät Doldan. „Doch ich wollte unbedingt in Deutschland spielen.“ Dass er sich seinen Traum in Hamm erfüllen kann, freut ihn: „Hier sind alle sehr freundlich. Der Verein ist professionell aufgestellt und die Mannschaft ist jung.“ Der Schritt, nach Deutschland zu wechseln, war für den 27-Jährigen eine große Herausforderung, denn Ehefrau Paula, eine selbstständige Produktdesignerin, ist in Spanien geblieben. „Das war eine schwere Entscheidung, die wir zusammen getroffen haben“, betont Doldan. „Ich habe in meiner Karriere noch acht bis zehn Jahre vor mir. Und irgendwann will ich in der ersten Bundesliga spielen.“ Am liebsten mit dem ASV, an den er sich für zwei Jahre gebunden hat.

Mit zwölf Jahren hat der sympathische Argentinier mit italienischen Wurzeln mit dem Handball begonnen. Zwei Jahre später war er schon Nationalspieler. Mit dem U 16- und U 20-Team hat er an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen. Schon früh war dem Rechtshänder klar, dass er ins Profilager wechseln würde. Seine erste Station führte ihn 2007 nach Italien, wo er drei Jahre für Pallamano Secchia spielte. Jeweils eine Saison lief er für Bologna United Handball und Pallamano Noci auf. In der Spielzeit 2012/13 war Doldan das erste Mal in Deutschland, als er beim Drittligisten HC Aschersleben unter Vertrag stand. Anschließend wechselte er zum spanischen Erstligisten BM Villa de Aranda.

Martin Ariel Doldan ist in diesen Tagen besonders gut drauf, denn er hat Besuch von seinem Bruder bekommen. Juan, der zwei Jahre älter ist, hat sich bei ihm einquartiert und trainiert beim ASV mit. Er hat zuvor in Italien gespielt und sucht jetzt einen neuen Verein in Deutschland. Aber erst einmal sind beide glücklich, etwas Zeit miteinander verbringen zu können. „Früher haben wir immer etwas zusammen unternommen und viel Sport getrieben“, sagt der ASV-Kreisläufer. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns aber nur kurz gesehen. Schön, dass Juan jetzt da ist.“

Irgendwann will der ASV-Neuzugang in der ersten Liga spielen, das ist sein erklärtes Ziel, aber jetzt heißt es für ihn erst einmal in der zweiten Liga ankommen. Das Zeug dazu hat er, ist sich Trainer Kay Rothenpieler sicher. Und den nötigen Ehrgeiz auch. „Ich will immer gewinnen“, sagt Martin Ariel Doldan mit einem breiten Lächeln. - hvw

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare