Große Ziele in Hamm

Das ist der neue ASV-Platzhirsch auf Rechtsaußen

+
Die Anstrengung ins Gesicht geschrieben: Marten Franke quält sich für eine erfolgreiche Saison beim ASV.

Karriereplanung? Gibt es nicht, versichert Marten Franke. „Für mich sind die nächsten zwei Jahre wichtig. Dann gucke ich weiter.“ Für diese zwei Jahre ist der Rechtsaußen erst einmal vom Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen gebucht. Und er verspricht: „Da will ich richtig Gas geben.“

Hamm – Mit dieser Sichtweise, im Hier und Jetzt zu leben, ist Franke bisher gut gefahren. Nach der Jugendzeit, die er als gebürtiger Mindener komplett beim Erstligisten GWD Minden verbracht hat, wechselte er – zunächst mit einem Doppelspielrecht ausgestattet – zum Zweitligisten VfL Bad Schwartau und blieb dort zweieinhalb Jahre. 

Es folgten weitere zweieinhalb Jahre beim TV Emsdetten, ehe der Linkshänder nun in Hamm landete. Hier ist der erste Eindruck positiv, wie der Rechtsaußen versichert, der erst am Montag vor dem Trainingsauftakt seine neue Wohnung bezogen hat. „Wir waren schon einmal in der Innenstadt, haben was gegessen“, sagt er. „Hamm ist deutlich größer als Emsdetten, aber schon okay.“ 

Franke trifft beim ASV auf bekannte Gesichter

Bereits im März hat Franke dem ASV seine Zusage gegeben. Beschäftigt hat er sich in der Zeit danach mit seinem neuen Verein eher am Rande. „Ich glaube, dass es gelogen wäre, zu sagen, dass man gar nicht in die Zukunft schaut, wenn man weiß, wie die nächsten zwei Jahre geplant sind“, räumt er ein. „Aber man gibt schon weiter 120 Prozent für den aktuellen Klub. Wirklich realisiert habe ich den Wechsel für mich, als ich wusste, okay, jetzt muss ich nach Hamm ziehen. Da ging es dann relativ schnell.“ 

Seit dem vergangenen Mittwoch steht er nun täglich mit den neuen Kollegen in der Halle. Große Startprobleme hatte er dabei nicht. „Das war sehr locker. Man kennt sich ja sowieso schon von den Derbys. Und mit ein, zwei Spielern habe ich zusammen gespielt, das erleichtert das alles“, sagt er. 

Aufstieg in Liga eins ist das Ziel

„Ich habe sieben Jahre in Minden in der Jugend gespielt, kannte Sören Südmeier und Markus Fuchs zumindest vom Namen her ganz gut. In Schwartau habe ich mit Oli Milde zusammen gespielt. Und zuletzt in Emsdetten halt mit Merten Krings – gefühlt kenne ich die halbe Mannschaft.“ Neuland gibt es für ihn beim ASV dennoch genug. „So eine Leistungsdiagnostik wie hier hatte ich bisher noch nicht“, sagt er. „Man kann anhand der Werte genau beobachten, wann man richtig fit ist und wann nicht, woran man arbeiten muss, wo die Schwächen sind, wo die Stärken. Das ist schon eine super Voraussetzung.“ 

Schließlich hat er mit dem Team viel vor, das sich den Aufstieg in die erste Liga als Marke gesetzt hat. „Als Sportler will man immer Erfolg, will jedes Spiel gewinnen, sonst muss man nicht auf den Platz gehen“, umschifft er das Thema dennoch geschickt. „Ich sehe das immer mit der Mannschaft deckungsgleich. Mein Ziel ist das selbe, wie das der Mannschaft. Klar will man viel spielen, sich weiterentwickeln, vor allem auch in der Abwehr, aber für mich zählt einfach nur das Team.“ 

Franke präsentiert sich selbstbewusst

Dass nach den Wechseln von Lukas Blohme zum VfL Gummersbach und Lars Gudat in die zweite Mannschaft alle Augen auf ihn gerichtet sind, weiß der 1,88 Meter-Mann. „Ich bin gesetzt auf der Position“, sagt er selbstbewusst. „Dafür habe ich in den letzten Jahren hart genug gearbeitet. Ich bin froh, dass mir das Vertrauen geschenkt wurde und möchte das mit Leistung zurück zahlen.“ 

Trotz der klaren Rollenverteilung auf seiner Position, die er sich mit dem 20-jährigen Jan Pretzewofsky teilt, der aus dem Oberliga-Kader aufrückt, sieht Franke sich aber nicht als Alleinunterhalter. „Pretze ist ja auch da und hat schon was auf dem Kasten“, sagt Franke. „Er wird von hinten Gas geben und Druck machen. Ich finde es cool, zu zweit auf der Position zu sein. Und wenn man sich dann noch gut versteht, ist das die halbe Miete.“ 

ASV-Spielphilosophie kommt Franke entgegen

Die Spielphilosophie des ASV sagt Franke sehr zu. „Was interessant ist, wird halt der Tempogegenstoß“, sagt er. „Das ist genau meins, Gas geben, nicht nur durch den aufgebauten Angriff Tore erzielen, sondern auch durch die erste und zweite Welle.“ Aus dem gebundenen Spiel heraus „sind die Außen ja abhängig von den Mitspielern“, weiß er. „Interessant ist da für mich, was jetzt Jan von Boenigk und Stefan Lex machen. Und die kenne ich ja schon von der Video-Analyse in Emsdetten.“ 

Seine Wohnung in Hamm hat er erst einmal allein bezogen. „Meine Freundin und ich haben in der Heimat bei Minden ein Haus zusammen, und wenn ich Zeit habe, fahre ich hin oder sie kommt hierher.“ 

Doppelbelastung durch Fernstudium

Zeit ist allerdings knapp bemessen. Denn neben dem Handball-Job absolviert Franke noch ein Fernstudium in Logistik-Management – derzeit im vierten Semester, „für das ich sicher ein Jahr länger brauchen werde, weil der Sport im Vordergrund steht. Ansonsten habe ich Hobbys wie jeder andere auch, fahre gern in den Urlaub in der freien Zeit, treffe die Familie oder Freunde, die mittlerweile über ganz Deutschland verstreut sind.“ 

Das dürfte in nächster Zeit erst einmal wieder nur in Verbindung mit Auswärtsspielen gelingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare