Kanu

Marie Allendorf setzt bei der Junioren-WM noch einen drauf

Siegerehrung: Marie Allendorf (links) vom Kanu-Ring Hamm und ihre Mitstreiterinnen gewannen Silber.
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Siegerehrung: Marie Allendorf (links) vom Kanu-Ring Hamm und ihre Mitstreiterinnen gewannen Silber.

Am Samstag baumelte eine Bronzemedaille um den Hals von Marie Allendorf, am Montagvormittag kam für die 17-Jährige vom Kanu-Ring Hamm bei der Junioren-Weltmeisterschaft im portugiesischen Montemor-o-Velho noch eine silberne dazu.

Hamm - „Ich freue mich sehr, sehr, auch weil es jetzt sogar zwei Medaillen geworden sind”, sagte Allendorf. „Auf eine Medaille hatte ich irgendwie gehofft. Und jetzt Bronze und Silber, das ist einfach unglaublich.”

Schon mit ihrem dritten Platz im K1 über 1000 m hatte die in Lünen lebende Allendorf für einen Paukenschlag gesorgt. Im K4 setzte sie dann noch einen drauf. Zusammen mit Vanessa Stramke, Estella Damm und Jette Brucker fuhr sie hinter den neuen Weltmeisterinnen aus Ungarn auf Rang zwei. „Es lief gut”, sagte ihr Heimtrainer Björn Hilbk vom Kanu-Ring, ehe er schnell hinzufügte: „Es lief sehr, sehr gut.”

Hilbk hatte das Rennen seines Schützlings nicht vor Ort verfolgen können, weil er derzeit in Kienbaum im Vorfeld der Olympic Hope Games ein Trainingslager leitet. Und genau zur Startzeit von Allendorf um kurz vor halb elf hatte der Coach mit seinen Schützlingen in Brandenburg eine Einheit auf dem Wasser angesetzt. Kurzerhand unterbrach er das Training und schaute sich im Motorboot sitzend auf seinem Smartphone den Livestream vom WM-Finale an.

Erst der Fehlstart, dann die zwischenzeitliche Führung

Neun Boote hatten den Sprung in den Endlauf geschafft, der deutsche Vierer war auf Bahn vier zwischen Italien und Ungarn platziert. „Wir waren schon sehr angespannt, zumal wir ja die zweitschnellste Vorlaufzeit hatten, das bringt ja auch ein bisschen Druck mit sich”, sagte Allendorf. Zu allem Überfluss verursachte das Team um die KR-Kanutin auch noch einen Fehlstart – und wäre bei einem weiteren disqualifiziert worden. „Das war der erste Fehlstart in meinem Leben. Und dann noch bei so einem wichtigen Rennen. Das war nicht ganz so optimal”, erklärte die 17-Jährige.

Der zweite Start klappte dann perfekt, das deutsche Boot fand schnell ins Rennen, lag nach rund 200 Metern sogar in Front. Dann aber drehten die Ungarinnen auf und fuhren als Erste über die Ziellinie.

Am Ende hatte das deutsche Quartett 1,21 Sekunden Rückstand auf die Ungarinnen, aber 1,90 Sekunden Vorsprung auf die drittplatzierten Spanierinnen. „Die Ungarinnen waren einfach zu stark. Der zweite Platz war das Beste, was wir rausholen konnten”, meinte Allendorf. „Da waren wir alle sehr glücklich drüber.”

Der Coach ist zufrieden

Genauso zufrieden war auch ihr Heimcoach. „Eine Sekunde ist im Vierer schon eine kleine Welt. Die Medaille war während des gesamten Rennens nie gefährdet”, sagte Hilbk, der letztlich aber nicht allzu überrascht über den zweiten Platz war: „Dass die Ungarinnen gewinnen, war zu erwarten. Aber nach dem starken Vorlauf und den guten Platzierungen der anderen deutschen Boote war mir klar, dass es im K4 auch was zu holen gibt. Für mich sind die beiden Medaillen von Marie eine Bestätigung, dass wir so viel nicht falsch gemacht haben können. Unser Ziel war es, dass sie es zu einer WM schafft. Silber und Bronze sind jetzt das i-Tüpfelchen.”

Entsprechend hoch ist der Stellenwert der Medaillen für Allendorf. „Das war der bislang wichtigste Wettkampf in meinem Leben”, stellte sie klar und freute sich, dass sie sowohl im Einer als auch mit der Mannschaft erfolgreich war: „Es ist sehr schön zu wissen, dass man es im Einer auch alleine kann. Aber bei der Team-Medaille ist das Schöne, dass man sich mit den anderen viel mehr zusammen freuen kann.”

Jetzt will sie erst einmal Urlaub machen, die Füße hochlegen, entspannen und ihre WM-Medaillen genießen, ehe im Herbst ihr Studium beginnt.

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