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Maria Asnaimer ist die 101-Tore-Frau des TuS Lohauserholz

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Von: Rainer Gudra

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Sie weiß, wo das Tor steht: Maria Asnaimer knipst für den TuS Lohauserholz am laufenden Band.
Sie weiß, wo das Tor steht: Maria Asnaimer knipst für den TuS Lohauserholz am laufenden Band. © Rainer Gudra

Ein Hallensprecher von RW Ahlen hat ihr vor einigen Jahren während eines Fußballturniers diesen Spitzennamen verpasst: AS_Neymar. 

Hamm - Ein schönes Wortspiel, das Maria Asnaimer ganz witzig findet, das ihr letztlich aber nicht gerecht wird. Denn die 27-Jährige vom TuS Germania Lohauserholz ist im Gegensatz zum Brasilianer von Paris St. Germain alles andere als exzentrisch mit einem ausgeprägten Hang zum Narzissmus. Das Einzige, was sie über das Normale hinaus auffällig macht, ist ein schwarz-weißes Kopftuch, das sie in jedem Spiel trägt. Und ihr unglaublicher Torinstinkt.

Asnaimer ist Knipserin: Beim 14:1-Erfolg der TuS-Reserve gegen SW Frömern in der Kreisliga A Unna-Hamm erzielte sie ihr 100. Pflichtspieltor – in einer Saison wohlgemerkt.

Sie bezeichnet sich als Straßenfußballerin. „Ich habe jede freie Minute auf dem Bolzplatz verbracht. Während meine Freundinnen mit 16 Jahren feierten, habe ich bis spät in die Nacht an meiner Technik gefeilt“, verrät sie ihr „Erfolgsgeheimnis“, das ihr auch das Prädikat „beidfüßig“ eingebracht hat.

Angeborener Torinstinkt

Weil das für den 12. Juni angesetzte Saisonfinale beim Kamener SC II von den Gastgeberinnen abgesagt worden ist, hat Asnaimer 101 Treffer zu Buche stehen – 93 in 33 Ligaspielen, acht im Pokalwettbewerb. Das reicht wohl aus, um sich in der Spielzeit 21/22 unter allen Kreisliga-Torjägerinnen Deutschlands die Kanone zu sichern. Wobei ihr Maren Schönherr vom Niederrhein-Klub SV 1967 Mühlheim-Raadt in nichts nachsteht – sie erzielte in 20 Spielen 72 Tore.

„Ich denke, ich habe einen angeborenen Torinstinkt, bin schnell und gut im Eins-gegen-eins“, sagt die 1,65 Meter große und 56 Kilo leichte Asnaimer, sieht sich aber auch als Teamplayerin: „Ich lege für meine Kolleginnen auch gerne auf.“ Schon für den Monat März wurde sie auf der DFB-Plattform fussball.de als bundesweit erfolgreichste Torschützin vorgestellt. Die Regularien erlauben es ihr, für beide Hölzkener Frauenmannschaften zu spielen. Und in der Reserve hilft sie gerne mal aus. 24 Tore gelangen ihr mit diesem Team, 69 mit der ersten Mannschaft, die bereits Mitte Mai vorzeitig die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Bezirksliga feierte – mit 27 Siegen in 27 Spielen und einem Torverhältnis von 173:21.

Die einzige Niederlage gab es im Pokalfinale

Nur im Pokal gab‘s die eine Saisonniederlage: im Finale in Kaiserau mit 2:4 gegen den Bezirksligisten RW Unna. Und dabei nur einen Treffer von Asnaimer, wobei sie mehrere Top-Chancen vergab – darunter eine per Seitfallzieher, der auch den anschließend spielenden Männern der SG Bockum-Hövel und des Holzwickeder SC nicht nur anerkennendes Kopfnicken abverlangte. „Ich versuche, das mit den Toren in dieser Saison auf jeden Fall noch dreistellig hinzukriegen“, hatte sie danach gesagt – und Wort gehalten. Der Treffer zum 8:1 gegen Frömern machte die Hundert voll, mit dem 11:1 beendete sie schließlich ihre eindrucksvolle Serie.

Asnaimers persönlicher Rekord stand bis dahin bei 81 Toren. Den stellte sie bei der Hammer SpVg auf, für die sie fast neun Jahre spielte, bevor sie 2020 bei den Grün-Weißen am Hahnenbach anheuerte. Damit war sie 2019 zweitbeste Torjägerin der Republik in ihrer Spielklasse hinter Eileen Ansorge vom TSV Wipshausen aus der Nähe von Braunschweig. Ihre Mitspielerinnen von der HSV hatten ihr damals eine Torjägerkanone geschenkt, die heute bei Asnaimer daheim in einer Vitrine steht. Ein Blick darauf sei immer aufs Neue motivierend, sagt sie.

Der Lieblingsspieler ist Cristiano Ronaldo

Nun also wieder Bezirksliga, wie schon mit der HSV, und auch darin will sie wieder nach der Torjägerkanone greifen. Es gibt ein weiteres Ziel: Asnaimer will ihre bisherige 90-Minuten-Bestmarke knacken. „Das waren zehn Tore in einem Spiel für Hamm gegen den Königsborner SV. Ich arbeite dran.“

Angebote von höherklassigen Vereinen gab und gibt es, aber dagegen ist die Mutter eines Sohnes immun. „Ich fühle mich sehr wohl beim TuS und für mich wäre der Zeitaufwand einfach auch zu groß, der Kleine spielt selber Fußball, dabei bin auch auch oft dabei. Und ich habe Früh- und Spätschicht bis 22 Uhr, arbeite bei Rewe im Lebensmittel-Bereich“, begründet dies Asnaimer.

Sohn Tom spielt bei den Hölzkener Bambini und hat auch schon reichlich Tore geschossen. Pro Treffer gibt es zwei Euro von der Oma. „Damit hat er jetzt schon mehr Geld verdient als ich“, sagt die stolze Mutter des 6-Jährigen, und verrät dann auch den Namen ihres Lieblingsspielers: Cristiano Ronaldo.

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