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Kruse schreibt Tennis-Geschichte: Vier Titel bei Young-Seniors-WM

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Von: Patrick Droste

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Manon Kruse (Zweite von links) räumte bei der WM in Portugal alles ab, was es zu gewinnen gab.
Manon Kruse (Zweite von links) räumte bei der WM in Portugal alles ab, was es zu gewinnen gab. © Privat

Eine Hammerin hat Tennis-Geschichte geschrieben. Manon Kruse hat bei der Young-Seniors-Weltmeisterschaft in Lissabon alle vier möglichen Titel gewonnen.

Hamm – Das hatte es bei diesem Wettbewerb noch nie gegeben. „Ich bin total k.o., aber natürlich auch völlig glücklich“, sagt die 41-Jährige, die nach eigener Aussage noch gar nicht realisiert hat, was sie in Portugal geleistet hat. „Ich weiß, dass mehr nicht geht. Aber ich stand die ganze Zeit so unter Anspannung, und die ist irgendwie immer noch da. Ich habe das alles noch gar nicht richtig für mich verarbeitet.“

Sieg mit dem Team zum Auftakt

Begonnen hatte das geschichtsträchtige Turnier für Kruse, die für den TC Union Münster spielt, mit dem Sieg im Ü40-Teamwettbewerb. Nach zwei Siegen in der Vorrunde über Kanada (2:1) und Mexiko (3:0) wartete auf das deutsche Quartett, zu dem neben Kruse noch Gitte Möller, Mirja Wagner und Christine Kraupa gehörten, im Viertelfinale die Schweiz, die glatt mit 3:0 bezwungen wurde. Nach dem 3:0-Erfolg über Spanien im Halbfinale wartete das Team der USA auf die deutschen Damen, die auch in dieser Partie letztlich die Nase vorne hatten, mit 2:1 triumphierten und sich den Weltmeistertitel sicherten. Kruse traf dabei auf Anda Perianu, gegen die sie 2019 im Halbfinal-Einzel verloren hatte. Aber dieses Mal triumphierte die Hammerin mit 6:1, 6:2 und steuerte einen wichtigen Punkt zum Sieg in der Team-Konkurrenz bei. „Ich war einfach fitter als meine Gegnerin“, so Kruse.

In allen Wettbewerben gesetzt

Richtig stressig wurde die Weltmeisterschaft für sie aber erst anschließend. Denn sie trat im U40-Einzel, im Doppel in der U35-Konkurrenz an der Seite von Steffi Bachofer und im Ü40-Mixel zusammen mit Franz Stauder an. Da Kruse in allen drei Wettbewerben gesetzt war – im Einzel sogar an Position eins –, hatte sie in der ersten Runde jeweils ein Freilos und konnte dadurch Kräfte sparen. Im Einzel traf sie im Finale auf die Argentinierin Maria Victoria Domina, gegen die sie mit ihren hohen Bällen auf die Rückhand anfangs auf die falsche Taktik setzte und den ersten Satz prompt mit 4:6 verlor. Anschließend stellte Kruse ihr Spiel um, gewann die Durchgänge zwei und drei mit 6:1 sowie 6:2 und sicherte sich ihre zweite Goldmedaille.

Erfolg im Doppel mi Steffi Bachhofer

Im Doppel war es zusammen mit Steffi Bachofer nur im Halbfinale kurzfristig etwas eng, als das deutsche Duo im zweiten Satz mit 3:5 und 15:40 gegen Maria Victoria Domina und Jesica Soldedad (Argentinien) zurücklag und Gefahr lief, einen Match-Tiebreak spielen zu müssen. „Das hätte da durchaus ins Auge gehen können, denn ein Match-Tiebreak ist oft Glücksache. Aber wir hatten dann das Momentum am Ende auf unserer Seite“, sagt Kruse, die nach dem 6:4, 7:5-Sieg anschließend im Finale zusammen mit Bachofer glatt mit 6:2, 6:4 gegen die beiden Südafrikanerinnen Karyn Hambridge und Kim Peters siegte.

Dramatisches Mixed-Finale

Richtig dramatisch wurde es für Kruse im Mixed, ihrem dritten Finalspiel an diesem Tag. „Sonst bin ich meistens, wenn ich mit Franz zusammen spiele, diejenige, die für Stimmung auf dem Platz sorgt“, erklärt Kruse. Doch im Finale gegen Vlada Kirilovska (Lettland) und Andriy Baidikov (Ukraine) war es dieses Mal anders. „Ich war völlig kaputt und habe kaum einen Ball ins Feld gebracht“, verrät sie. Und beim Spielstand von 2:6 und 1:3 bei Aufschlag von Baidikov stand es tatsächlich alles andere als gut um das deutsche Duo. „Franz hat dann zu mir gesagt, komm, in 20 Minuten ist das hier vorbei, lass und einfach noch spaß haben.“ Und ab diesem Moment fand Kruse ihre Lockerheit wieder – und trug ihren Teil dazu bei, dass der Satz gedreht und noch mit 7:5 gewonnen wurde. Im Match-Tiebreak gelang der Hammerin beim Spielstand von 10:9 per Schmetterball der alles entscheidenden Punkt zum 11:9-Sieg. „Ich sage so etwas eher selten, aber ich muss schon zugeben, dass ich etwas stolz auf mich bin“, so Kruse.

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