Magouhi schießt HSV zum 3:1-Sieg gegen Gütersloh

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Feier im Gütersloher Regen: Hugo Magouhi (3. von rechts) schoss die HSV zum 3:1-Erfolg.

Gütersloh - Im Gütersloher Heidewaldstadion lief die 88. Minute, und langsam wurde auf dem sehr schmalen Stück zwischen Bank und Spielfeld die Stimmung von Verantwortlichen, Betreuern und Ersatzspielern der Hammer SpVg gelöster. Bei fast allen zumindest. 

„Es ist noch nicht vorbei“, zischte der Sportliche Leiter David Odonkor mit düsterem Blick auf die Stopp-Uhr. Zu viel war in dieser Saison aus Sicht der Hammer Oberliga-Fußballer bereits schief gelaufen. Diesmal ging alles glatt. Die 3:1 (1:1)-Führung gegen den FC Gütersloh hielt in den verbleibenden Minuten bis zum Schlusspfiff. Dann entspannte sich auch Odonkors Miene. Der zweite Erfolg innerhalb von vier Tagen bringt die HSV dem Klassenerhalt einen weiteren Schritt näher.

„Respekt an die Jungs. Sie haben in kurzer Zeit zweimal gewonnen, und das auf vernünftige Art und Weise. Das bringt uns Selbstvertrauen, das wir brauchen“, sagte Trainer Ferhat Cerci mit ein paar Minuten Abstand zu dem auf tiefem Boden hart erkämpften Auswärtssieg, dem ersten der HSV seit dem 25. September (3:2 bei Arminia Bielefeld II). „Wenn wir so weiterspielen, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir bald aus dem Keller raus sind“, sprach Kapitän Yakup Köse. Einzige Wermutstropfen: Köse sowie der eingewechselte Nils Kisker kassierten ihre fünfte Gelbe Karte und sind für das Heimspiel am Sonntag gegen die SF Siegen gesperrt.

Die erste Chance der Partie gehörte den Gastgebern (Janis Kraus/8.), doch in der Folge waren es in erster Linie die Hammer, die in einem offen geführten Duell für Gefahr sorgten. Sehr zu Cercis Leidwesen allerdings nicht für Tore: Hugo Magouhi vergab aus spitzem Winkel (11.) ebenso wie Serdar Yigit mit einer Direktabnahme (20.). Nur drei Minuten später sprintete Magouhi mit dem Ball am Fuß zwischen den Ex-HSVern Florian Kraus und Waldemar Jurez, die die rotgesperrten Simon Schubert und Lars Beuckmann in der Gütersloher Innenverteidigung vertraten, hindurch Richtung Tor, scheiterte auf dem holprigen Boden aber an FC-Schlussmann Christopher Rump (23.). Die bis dahin größte Chance verpasste Emre Demir, der den Ball nach einem Querpass von Magouhi am fast verwaisten Kasten vorbeischob (32.).

Cerci, der tatenlos zusehen musste, wurde langsam mürbe. „Unser großes Manko ist die Chancenverwertung. Wir hätten zur Pause 2:0, 3:0 führen müssen“, kritisierte der 34-Jährige: „Stattdessen kassieren wir sogar das 0:1.“ Und das auch noch gegen einen dezimierten FC. Magouhi war bei einem Laufduell mit Florian Kraus zu Fall gekommen; Schiedsrichterin Marina Wozniak entschied nach kurzem Blick zu ihrem Assistenten auf Notbremse und zeigte dem Gütersloher Rot (37.). Die Gastgeber waren sauer, wenn auch nicht allzu lang. Nico Schürmann veredelte eine schöne Kombination über Jurez und Marc Birkenhake mit dem 1:0 (42.). Auf dem Weg in die Kabine war die Hochstimmung beim Team des scheidenden Trainers Heiko Bonan wieder verflogen: Giacomo Serrone hatte in der Nachspielzeit nach Pass des präsenten Magouhi zum 1:1 ausgeglichen. „Wichtig war, dass wir in der zweiten Halbzeit schnell nachgelegt haben“, meinte der agile Winterneuzugang aus Herford.

Zuständig dafür war die Tormaschine Magouhi, den auch eine wegen Gewitters um zehn Minuten verlängte Pause nicht aus dem Rhythmus brachte. Der Ivorer köpfte zunächst eine Ecke von Köse wuchtig zum 1:2 ins Tor (57.) und legte neun Minuten später nach Serrone-Vorarbeit das 1:3 nach (66.). Die HSVer bewegten sich gut, kontrollierten die Partie und erspielten sich durch Tayfun Cakiroglu (71./Dropkick), Magouhi (74./Flugkopfball nach Doppelpass mit Demir) sowie Serrone (77./Freistoß) weitere Chancen. Doch weil keiner von ihnen ins Ziel traf, wurde es in der Schlussphase noch einmal hektisch. Jurez (82.) traf die Latte des Tores von HSV-Keeper Dimitar Nikolov, der in der 88. Minute einen Schuss von Lars Schröder entschärfen musste. Nur wenige Minuten später entschärften sich dann auch Odonkors Gesichtszüge.

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