Zurück in der 1. Bundesliga

Zurück im Box-Oberhaus: Der MBR Hamm hat ehrgeizige Ziele

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MBR-Trainer Ralf Gerards sieht sein Team für die Bundesliga gut aufgestellt.

Ohne Kopfschutz, dafür aber mit viel Selbstbewusstsein: Der MBR Hamm startet am kommenden Samstag in die neue Saison. Und das in der 1. Bundesliga nach vierjähriger Abstinenz.

Hamm – Vier Jahre lang ist der Märkische Boxring (MBR) Hamm nicht mehr in der 1. Bundesliga angetreten, ging dafür zuletzt in der drittklassigen Oberliga an den Start. In dieser Saison ist der Traditionsverein aber wieder im Box-Oberhaus vertreten und hat gleich ehrgeizige Ziele. „Wir wollen unter die ersten Vier und damit in die Play-offs kommen. Das sollte realistisch sein. Und dann schauen wir mal, was noch geht“, sagt Coach Ralf Gerards vor dem ersten Kampf am Samstag beim BC Straubing in der Ejadon-Arena (19 Uhr). 

Eigentlich hatten Gerards und seine Trainerkollegen ganz andere Pläne gehabt und wollten in der 2. Bundesliga antreten. Da aber nach einigen Rückzügen – unter anderem hatten Flensburg, Wismar und der Nordhäuser SV ihre Box-Staffeln zurückgezogen – nicht mehr genug Vereine für eine 1. und eine 2. Bundesliga gemeldet hatten, wurden die beiden Ligen zusammengelegt, so dass es nun eine Gesamt-Bundesliga mit sieben Klubs gibt. 

MBR mit personeller Verstärkung und selbstbewusst in die neue Saison

Neben dem Auswärtskampf in Straubing treffen die Hammer am 7. Dezember zuhause auf das Boxteam Hessen, müssen am 25. Januar in Hannover antreten, erwarten am 1. Februar Traktor Schwerin sowie am 15. Februar die Staffel aus Velbert und treten zum Abschluss der Saison am 22. Februar in Chemnitz an. Bedenken, dass sein Team durch den Sprung aus der Dritt- in die Erstklassigkeit überfordert ist, hat Gerards überhaupt nicht.„Wir sind absolut konkurrenzfähig“, sagt der Coach, der den MBR mit drei Kämpfern aus Baden-Württemberg für die anstehenden Aufgaben in der 1. Bundesliga verstärkt hat. 

So wird mit Athanasios Kazakis aus Schwäbisch Gmünd unter anderem der amtierende Deutsche Meister im Halbschwergewicht (81 kg) für die Hammer in den Boxring steigen. Hinzu kommen Esan Sepahvandi und Kushtrim Mahmuti als weitere Neuzugänge. Das Abenteuer Bundesliga wird für den Märkischen Boxring am Samstagmorgen um 9 Uhr beginnen. Dann werden sich das Trainerteam um Gerards sowie fünf Boxer aus Hamm auf den Weg Richtung Straubing machen, wo sie die drei Kämpfer aus Baden-Württemberg treffen. 

Männerboxen schafft Kopfschutz ab

In der ostbayrischen Stadt hat der MBR ein Hotel gebucht, wo sich die Boxer noch einmal etwas ausruhen können, ehe die Kämpfe um 19 Uhr beginnen – und das ohne den in den vergangenen Jahren obligatorischen Kopfschutz. Dieser wird nur noch von den Jugendlichen und den Frauen getragen, aber nicht mehr beim Männerboxen. „Damit soll versucht werden, das Boxen wieder attraktiver zu machen“, sagt Gerards, fügt allerdings auch hinzu: „Das Verletzungsrisiko ist dadurch größer geworden. Manchmal bleibt es nicht aus, dass im Infight die Köpfe gegeneinanderrauschen. Dann hat man schnell einen blutigen Cut am Auge.“ 

Ein finanzielles Risiko ist der Sprung in die Erstklassigkeit laut Gerards nicht. Allerdings räumt er ein, dass es ohne die entsprechenden Sponsoren auch nicht funktionieren würde. „Wir sind natürlich froh, dass es weiter solche Boxverrückten gibt, die uns unterstützen“, stellt der MBR-Coach klar, für den die Bundesliga kein Neuland ist. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere 1995 war er in das Trainerteam des Hammer Traditionsvereins eingetreten und war mit seiner Staffel in den vergangenen Jahren wiederholt in der 1. Bundesliga angetreten. 

Daher ist bei ihm auch die Vorfreude besonders groß, dass er den Boxfans in Hamm erneut die besten Amateur-Kämpfer Deutschlands präsentieren kann. „Ich bin sehr froh, dass wir den Boxsport in Hamm erhalten und fortführen können“, sagt der langjährige MBR-Trainer.

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