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Machtdemonstration im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga

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Von: Günter Thomas

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Enttäuschung pur: Was Trainer Michael Lerscht und Co-Trainer Jens Gawer auch planten, die Mannschaft lieb ohne Chance.
Enttäuschung pur: Was Trainer Michael Lerscht und Co-Trainer Jens Gawer auch planten, die Mannschaft blieb ohne Chance. © Mathias M. Lehmann

Machtdemonstration im Oberbergischen: Nicht einmal 30 Minuten brauchte der VL Gummersbach im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga gegen den ASV Hamm-Westfalen, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Am Ende setzte sich der VfL vor 3010 Zuschauern in der Schwalbe Arena deutlich mit 37:29 (20:11) durch – es war der 15. Saisonsieg im 15. Saison-Heimspiel.

Gummersbach – Es sollte ein flirrender, ein prickelnder Handballabend werden in der Schwalbe Arena. Schließlich trafen der unangefochtene Spitzenreiter aus Gummersbach und der Ligadritte aus Hamm aufeinander. ASV-Coach Michael Lerscht hatte seinen Spielern mit auf den Weg gegeben, diese Partie zu genießen – schwierig, wenn sie so läuft wie diese.

Mit dem Selbstbewusstsein des designierten Aufsteigers trat die Mannschaft von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson auch gegen den ASV auf. Genau fünf Minuten begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe – danach war dieser erste Durchgang eine Demonstration der Stärke des Spitzenreiters.

Dabei war der ASV zu Beginn noch gut im Spiel, erarbeitete sich seine Chancen – doch nutzen tat er sie nicht. Stattdessen scheiterten die Hammer reihenweise an Gummersbach-Keeper Tibor Ivanisevic, der sich nicht einmal großartig bewegen musste, um allein im ersten Durchgang auf zehn Paraden zu kommen.

Dazu kamen zahlreiche leichte technische Fehler der Gäste, die die Hausherren zu schnellen Kontern einluden, und die vor allem der wieselflinke Raul Santos gerne nutzte.

Nach neun Minuten waren die Hammer noch beim 4:3-Zwischenstand im Spiel – auch, weil Felix Storbeck im Tor als einziger Spieler einen starken Tag erwischt hatte –, dann legte der VfL binnen zwei Minuten vier weitere Treffer zum 8:3 vor, was Lerscht mit seinem ersten Team-Timeout quittierte (12.). Energisch versuchte der Trainer sein Team in die Spur zu bringen. Aber auch genauso erfolglos.

Gleich nach Wiederbeginn legte Ellidi Snaer Vidarsson per Gegenstoß zum 9:3 nach. Und auch die beiden Treffer durch Matej Mikita und Jan von Boenigk zum 9:5 (16.) waren nur ein kurzes Strohfeuer. Nach 20 Minuten holte Lerscht sogar für kurze Zeit seinen Spielmacher Dani Baijens vom Feld: zwecks Lagebesprechung.

Doch Gummersbach blieb auch danach dominant, war handlungsschneller, spritziger, ideenreicher. Besser. Und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Nach 26 Minuten stand es 16:8, und Lerscht versuchte es ein weiteres Mal mit einer Auszeit. Die wiederum nicht zur Besserung beitrug.

Als dann Fynn Herzig kurz der Halbzeit zum 20:11-Zwischenstand einnetzte, muss das den Gästen fast schon wie eine Erlösung vorgekommen sein. Doch es standen noch weitere 30 Minuten an – in einem Spiel, das schon zu diesem frühen Zeitpunkt entschieden war.

Daran kam auch zu Beginn des zweiten Durchgangs kein Zweifel auf. Ole Pregler legte gleich mal den 21. Treffer nach. Auf der anderen Seite versuchte der ASV alles, um noch einmal zurück in die Partie zu kommen. Doch der Spitzenreiter agierte einfach zu konstant, um noch einmal Spannung aufkommen zu lassen.

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