Handball

Lukas Blohme zittert mit Gummersbach

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Lukas Blohme

Im Juli wechselt Lukas Blohme vom Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen zum Erstligisten VfL Gummersbach. Doch es ist gut möglich, dass der 24-jährige Rechtsaußen künftig trotzdem mit seiner neuen auf die bisherige Mannschaft trifft.

Hamm – Die Partie des ASV Hamm-Westfalen vor Wochenfrist in der 2. Handball-Bundesliga beim Tabellennachbarn HSC Coburg 2000 war gerade eine halbe Stunde Geschichte und der überraschend deutliche Hammer Sieg eingefahren, als Lukas Blohme aus der Kabine kam und die für ihn so entscheidende Frage stellte: „Weißt du schon Ergebnisse aus der 1. Liga?“ 

Da spielt der VfL Gummersbach gerade ums Überleben – und darum, ob der größte sportliche Traum des Hammer Rechtsaußen in der kommenden Saison wahr werden wird: Der, einmal im Handball-Oberhaus aufzulaufen.

Endspiel für Gummersbach in Bietigheim

Bereits Anfang April hatte Blohme einen Zwei-Jahres-Vertrag beim Traditions-Bundesligisten unterschrieben. Und damals war noch nicht abzusehen gewesen, dass die Bergischen noch in höchste Abstiegsnot geraten würden und nun am kommenden Sonntag in einem Endspiel bei der punktgleichen SG BBM Bietigheim (15 Uhr) zum Saisonabschluss unbedingt gewinnen müssen, um die Klasse zu halten. „Man unterschreibt einen Vertrag natürlich in der Hoffnung, im nächsten Jahr erste Liga zu spielen. Aber es liegt ja nicht in meiner Hand“, sagt Blohme. „Schauen wir mal, was da nächsten Sonntag passiert. Die Daumen sind gedrückt, und ich hoffe, dass Gummersbach irgendwie gewinnt. Dann spiele ich nächstes Jahr in der ersten Liga, was mein absoluter Traum ist.“

Ein Ziel, das jeder ambitionierte Sportler haben dürfte – vor allem, wenn er wie Blohme in der Handball-Stadt Flensburg geboren und bei der SG Flensburg-Handewitt groß geworden ist. Der 1,89 Meter große Rechtsaußen spielte in der Handballakademie des aktuellen Deutschen Meisters. Ab 2013 war er Bestandteil des dortigen Bundesligakaders, wo er aber zunächst an die HSG Tarp Wanderup ausgeliehen wurde und im Februar 2015 – zunächst mit einem Zweitspielrecht ausgestattet – zum ASV wechselte. 

„Der ASV ist mit das Beste in der 2. Liga, ein professioneller Verein und für mich zur zweiten Heimat geworden“, haben viereinhalb Jahre in Hamm ihre Spuren bei dem Linkshänder hinterlassen. „Ich habe viele Freunde gefunden, sowohl auf als auch neben dem Spielfeld. Und ich bin ganz glücklich, dass Gummersbach nur eine gute Stunde weg ist, dann kann ich hier auch noch öfter herkommen.“

Freiwillig, wohl gemerkt. Denn die erste Pflicht-Begegnung mit seinem alten Klub würde er möglichst gerne in der Bundesliga bestreiten. Wofür die Hammer allerdings selbst ihren Traum vom Aufstieg verwirklichen müssten.

Was ursprünglich mit Lukas Blohme angegangen werden sollte. Doch als die Anfrage vom zwölfmaligen Deutschen Meister und fünfmaligen Europapokalsieger der Landesmeister kam, mochten die ASV-Verantwortlichen dem 24-Jährigen keine Steine in den Weg legen. „Die Anfrage aus Gummersbach ist für Lukas, seinen Berater und uns aus heiterem Himmel gekommen“, betonte ASV-Geschäftsführer Franz Dressel, der damals ergänzte, dass er Blohme „gerne gehalten“ hätte.

"Ich habe hier unfassbar viel gelernt"

Mitnehmen wird der 15-malige Jugend-Naionalspieler aus seiner Zeit in Hamm „massive Eindrücke. Ich bin als 19-Jähriger hergekommen, habe hier unfassbar viel gelernt, was Persönlichkeitsentwicklung angeht, was Wurfqualität angeht – alles einfach“, sagt er. „Es gibt auch viele Menschen, die ich neben dem Spielfeld kennengelernt habe. Hamm hat meinen Weg auf jeden Fall geprägt.“

Entsprechend liegt sein Fokus am Samstag noch auf dem letzten Saisonspiel mit der Mannschaft beim VfL Lübeck-Schwartau. Danach fiebert er dann am Sonntag mit den Gummersbachern. Das allerdings schon ein wenig beruhigter als noch vor einer Woche. Denn seit Freitag steht fest, dass der VfL auch für die 2. Liga eine Lizenz erhält. „Das beruhigt mich“, sagt Blohme. „Denn wenn sie die Lizenz für die zweite Liga nicht bekommen hätten, hätte das bedeutet, dass ich keinen Vertrag habe für nächstes Jahr.“

Im Falle des Abstiegs würde er sich „trotzdem auf die neue Aufgabe freuen – darauf, viele neue Gesichter kennenzulernen. Ich glaube, das zählt auch“, sagt Blohme. „Und Gummersbach ist ein Verein mit großer Tradition. Deshalb gehe ich davon aus, dass sie direkt wieder aufsteigen wollen.“

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