Handball

Lukas Blohme freut sich auf den ASV

Kennt sich aus in der Arena: Lukas Blohme (hier noch im ASV-Trikot) kehrt mit dem VfL Gummersbach nach Hamm zurück.
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Kennt sich aus in der Arena: Lukas Blohme (hier noch im ASV-Trikot) kehrt mit dem VfL Gummersbach nach Hamm zurück.

Mit Lukas Blohme kehrt am Samstag im Trikot des VfL Gummersbach ein ehemaliger ASV-Spieler nach Werries zurück.

Hamm/Gummersbach – Den ersten Auftritt mit seinem neuen Klub VfL Gummersbach bei den ehemaligen Kollegen des ASV Hamm-Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga wird Lukas Blohme so schnell nicht vergessen. Einen Tag vor Silvester 2019 verlor der Rechtsaußen mit dem ehemaligen Europacup-Sieger das Duell der Aufstiegskandidaten in der Dortmunder Westfalenhalle mit 21:25. 9 270 Zuschauer feierten eine prickelnde Silvesterparty – nur Blohme war nicht danach zumute. Der zweite Versuch, beim Ex-Klub zu gewinnen, wird deutlich familiärer. Denn am Samstag (19.15 Uhr/Westpress Arena) sind keine Zuschauer zugelassen. An der Vorfreude auf dieses Match ändert das bei dem Linkshänder allerdings nichts. „Jeder hat doch Bock, nach so einer langen Zwangspause endlich wieder spielen zu dürfen“, sagt er. „Da ist es egal, ob das vor 10 000 oder null Zuschauern ist.“

Das Umfeld lieb gewonnen

Wenn es dann noch gegen den Ex geht, ist die Motivation ohnehin noch einen Tick größer als in anderen Partien. „Natürlich sehe ich das professionell, gar keine Frage“, sagt Blohme, versichert aber, dass das Spiel in Hamm für ihn von der normalen Routine weit entfernt ist. „Man darf nicht aus den Augen verlieren, dass ich viereinhalb Jahre lang jedes Heimspiel in Hamm gemacht und die Leute und das Umfeld lieb gewonnen habe – in den 60 Minuten werde ich das aber ausblenden.“

Hinterher ein Bierchen trinken

Denn natürlich wird der gebürtige Flensburger alles daran setzen, um mit seinem neuen Team die Punkte aus Hamm zu entführen. „Je nachdem, wie es ausgeht, werde ich dann hinterher ein Bierchen trinken mit den Jungs.“ Kontakte sind nach wie vor da. Zu ASV-Kapitän Jakob Schwabe zum Beispiel, mit dem er sich regelmäßig austauscht. „Auch darüber, was privat so abläuft. Über das Spiel wird vorher aber nicht gesprochen“, versichert Blohme, der nach dem Spiel davon ausgeht, „dass ich wieder zurück fahre – Hamm ist für außerstädtische im Moment ja nicht Anlaufpunkt Nummer eins.“

Professionell damit umgehen

Beide Mannschaften kennen sich so gut, dass es kaum mehr möglich sein dürfte, der anderen Geheimnisse zu entlocken. Viel mehr brennt die Frage unter den Nägeln, wie es mit dem Sport – und da speziell auf professioneller Ebene – weitergeht. „Das ist so eine Sache mit Corona“, sagt der 25-Jährige. „Keiner weiß, wie lange es gut geht. Muss die Saison unterbrochen werden? Wird ganz abgesagt? Wir hangeln uns von Monat zu Monat, von Woche zu Woche. Das Ziel ist es daher, jedes Spiel einzeln anzugehen.“ Daran, ob es unter diesen Umständen mit leeren Hallen überhaupt noch Sinn macht, weiter als Profi unterwegs zu sein, hat er jedenfalls auch während der lagen Lockdown-Zeit nie gedacht. „Jeder spielt Handball, weil er Spaß daran hat – dass es mehr Freude bringt, wenn die Halle vol ist, ist klar“, sagt er. „Und dass die Zahl der Zuschauer von Bundesland zu Bundesland variiert, ist schade. Aber wir müssen damit professionell umgehen.“

Viel Zeit für die Familie

Das plötzliche Saison-Aus im März hat den Gegenstoß-Spezialisten überrascht. „Mein Vater war da, wir wollten freitags zu Atze Schröder und am Samstag zu Dortmund gegen Schalke“, erinnert er sich. „Und am Sonntag wollte er unser Spiel gucken – dann war donnerstags klar, dass gar keines der Ereignisse stattfindet.“ Danach passierte auch in Gummersbach, was überall geschah. Saisonabbruch, Kurzarbeit, viel Zeit für die Familie. „Zeit, die ich in den letzten fünf, sechs Jahren gar nicht hatte“, sagt er. „Das war einerseits schön. Aber auf der anderen Seite war es auch ungewohnt, gar nicht zu trainieren, sich nur fit zu halten.“

Ein klar formuliertes Ziel

In Gummersbach hat sich Blohme von Beginn an wohl gefühlt – daran hat sich nach dem Trainerwechsel von Torge Greve zu Gudjon Valur Sigurdsson nichts geändert. Ebenso wenig wie am klar formulierten Ziel des Vereins: die Rückkehr ins Handball-Oberhaus. „Das wurde ja offen kommuniziert“, so Blohme. „Und wir haben eine gute Mannschaft. Aber jeder, der Handball spielt, weiß, dass eine Saison lang ist. Wenn zwei, drei Schlüsselspieler verletzt sind, kann man nicht sagen, was passiert.“

In den ersten beiden Partien der Saison hat sich der VfL ebenso wenig wie der ASV eine Blöße gegeben. In Lübeck-Schwartau (27:25) „haben wir uns etwas schwer getan“, gegen Aufsteiger Fürstenfeldbruck folgte ein Kantersieg (40:25). In Hamm erwartet Blohme nun „ein hitziges Spiel. Ich kenne die Halle gut, weiß wie es ist, wenn die Fans auf deiner Seite sind – daher ist es schon ein Vorteil für uns, wenn keine da sein werden.“

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