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Lockerer Aufgalopp beim ASV Hamm-Westfalen

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Von: Günter Thomas

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Gut gelaunt beim Trainingsauftakt: Der ASV begann am Sonntag mit der Vorbereitung auf die Rückrunde.
Gut gelaunt beim Trainingsauftakt: Der ASV begann am Sonntag mit der Vorbereitung auf die Rückrunde. © Günter Thomas

Ohne Spielmacher Dani Baijens, aber mit viel Freude hat der ASV Hamm-Westfalen die Vorbereitung auf die Rückrunde in der 2. Handball-Bundesliga aufgenommen.

Hamm – Michael Lerscht saß im lockeren Plausch mit Torwarttrainer Johnny Dähne auf der Trainerbank, als er das Gespräch mit einer kurzen Anweisung in Richtung Spielfeld für einen Moment unterbrach: „Noch zwei Minuten!“, rief der Coach des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen seinen Spielern zu. Die mühten sich gerade beim Aufwärm-Fußball „Jung gegen Alt“. Doch obwohl die zwei Minuten deutlich länger wurden als angesagt, gelang es Team Alt nicht mehr, die Niederlage zu verhindern. An der guten Stimmung auf dem Spielfeld änderte das nichts: Schließlich war die Vorfreude auf die beginnende Rückrunden-Vorbereitung nach fast dreiwöchiger Winterpause bei den Spielern groß. „Wir haben heute gesehen, dass die Jungs Bock aufeinander hatten und darauf, wieder hier zu sein“, freute sich Lerscht, als die erste Trainingseinheit im Jahr 2022 absolviert war. „Wir haben eine Auftaktbesprechung gemacht, ein paar Dinge abgesprochen. was wir uns für die Rückrunde vorstellen, wo wir hinkommen können. Ansonsten sollten die Jungs einfach wieder ein bisschen Kontakt zur Halle und zum Ball bekommen.“

Auftakt ohne Mittelmann Dani Baijens

Auf Spielmacher Dani Baijens, der mit der niederländischen Nationalmannschaft aktuell bei der Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei für Furore sorgt und beim Auftakt sieben Tore zum 31:28-Erfolg über die Gastgeber beisteuerte, muss der Trainer in den nächsten Tagen allerdings verzichten. „Ehrlicherweise hatte ich noch nie einen Spieler, der zum Großereignis der Nationalmannschaft gefahren ist“, räumte Lerscht ein, betonte aber: „Grundsätzlich ist Dani aber körperlich fit, geistig da und immer schnell darin, Dinge zu begreifen. Auch wenn er nicht bei uns ist, werde ich das Versäumte mit ihm im Vier-Augen-Gespräch schnell erörtern können. Und dann wird er das sehr schnell adaptieren.“

Dass der Einsatz seines Spielmachers bei einem solchen Großturnier auch positive Auswirkung auf das Spiel beim ASV haben kann, steht für den ASV-Coach ohnehin fest. „Klar habe ich immer alle Spieler gerne dabei, aber ich freue mich, dass er da gut spielt und gönne es ihm extrem, dass er dieses Ereignis, dieses Happening mitnehmen kann. Und dass er gut spielt, ist ja ein Zeichen seiner Qualität – schön, dass die bei uns ist.“

Baijens wird nach dem Ausscheiden der Niederländer aus dem Turnier zudem ein paar Tage zur Regeneration bekommen. „Ich habe mit Dani zwei Wege ausklamüsert, die wir gehen, je nach Ausscheiden der Holländer“, erklärt Lerscht. „Sollte die Mannschaft in die nächste Runde kommen, wird er am Dienstag vor dem Rostock-Spiel bei uns einsteigen. Sonst wird er am Donnerstag, dem 27. Januar wieder hier sein.“

Auch den anderen Akteuren hat der Coach bewusst ein paar Tage mehr Zeit zur Regeneration gegeben. „Wir haben schon relativ lange Pause gemacht im Vergleich zur Konkurrenz“, sagte Lerscht. „Das aber bewusst. Denn das ganze Kalenderjahr 2021 war extrem fordernd. Darum habe ich zwei, drei Tage länger frei gegeben, als ich es sonst gemacht hätte.“ Schwerpunkt der erste Woche werden Abwehrthemen, das Umschaltspiel sein: „In erster Linie wollen wir wieder Rhythmus bekommen“, so Lerscht.

Bozic trainiert individuell

Nach dem lockeren Aufgalopp, bei dem Torhüter Vladimir Bozic aufgrund seiner im Dezember erlittenen Muskelverletzung noch individuell trainierte, wird die Intensität in den Einheiten schnell steigen. Den Montag wird die Mannschaft in Dortmund mit der Leistungsdiagnostik verbringen. Dann folgen zwei Einheiten täglich, ehe am Samstag (16 Uhr/Westpress Arena) der erste Test gegen Ligakonkurrent TuS Ferndorf ansteht. „Mit Rostock am 5. Februar beginnend haben wir neun Spiele in 35 Tagen. Das heißt, die Akklimatisationszeit ist relativ kurz. Deswegen müssen wir relativ früh mit einer guten Qualität unterwegs sein“, sagt Lerscht.

Auch zur Rückrundenvorbereitung vermeidet es der Trainer, öffentlich klare Ziele zu formulieren. Potenzial nach oben sieht er aber trotz der starken Hinrunde. „Ich sehe das schon so, dass wir uns noch entwickeln können“, sagt er. „Es geht da um Nuancen, kleine Stellschrauben, die wir drehen können. Wir befinden uns ja die gesamte Saison über in einem Prozess. Das dauert nicht die nächsten zwei Wochen und dann ist alles gut – damit haben wir noch die kommenden fünf Monate zu tun.“

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